Besser streiten über... Feminismus
Shownotes
Besser streiten mit… einem ak-Abo
Was hat es eigentlich mit dem Besser streiten auf sich? Alle Infos zu unserer Kampagne
Mehr Debatte gefällig? Besser streiten über… Antifaschismus
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00:00:00: Immer wieder kommt es in linken Bewegungen zu sexistischer Gewalt, von Beleidigungen über Belästigung bis hin zu physischen Übergriffen.
00:00:07: Diese gehen – wie auch gesamtgesellschaftlich – überwiegend von Zissmännern aus!
00:00:12: Daher stellt sich für Frauen und Transperson immer wieder die Frage, wie lässt sich gemeinsam für eine bessere Welt kämpfen wenn scheinbar bereits die eigenen Genossen nicht auf derselben Seite stehen?
00:00:23: Mein Name ist Gina und ihr hört hier den AK-Podcast mit der Sonderfolge «Besser feministisch streiten».
00:00:39: Analyse und Kritik, der Podcast für linke Debatte und Praxis.
00:00:47: Unsere beiden Gäste sind Mine Pleasure Beauvoir & Ré.
00:00:50: Ré war früher am Kommunistischen Bund organisiert dessen Zentralorgan – Der Arbeiterkampf unsere Vorgängerzeitung ist.
00:00:57: Noch heute ist Ré dem AK-Projekt verbunden.
00:01:00: Sie liest regelmäßig unserer Artikelkorrektur unterstützt uns bei der Fehlerkontrolle und diskutiert mit uns politisch.
00:01:07: Heute ist sie in der IEL organisiert.
00:01:09: Ihr werdet das gleich hören.
00:01:10: Dennoch spricht sie hier nicht als Repräsentanten der IEL.
00:01:14: Mine wederum war mal in die IEL, heute ist sie in eine Initiative Gewaltschutz jetzt organisiert – spricht aber ebenfalls nicht als repräsentanten!
00:01:22: Sie is regelmäßige Akaotoren insbesondere zu feministischen Themen.
00:01:26: Auch Mine diskutiert mit uns politisch und scheut dabei auch nicht vor solidarischer Kritik.
00:01:32: Das Gespräch ist Teil unserer Kampagne besser streiten, denn wir denken das nicht Streitunterlinke ein Problem ist sondern eher wie gestritten wird.
00:01:40: Und genau dafür ist AK gemacht um Debatten wie dieses Gespräch zu organisieren, zu ordnen aufzubereiten und nutzbar zu machen.
00:01:48: Um damit weitermachen zu können brauchen wir auch dein Abo!
00:01:52: Warum genau was wir für Abos haben?
00:01:54: Wie oft du die Zeitung im Jahr bekommst?
00:01:56: all das liest du in der Beschreibung.
00:01:58: Jetzt wünschen wir aber erstmal viel Spaß beim Gespräch.
00:02:03: Was waren Momente in eurer politischen Laufbahn, die euch feministisch politisiert haben?
00:02:08: Bei mir ging das relativ früh los.
00:02:12: Weil wir über die Kirchengemeinde, in der ich groß geworden bin ... eine schwarze Person kennengelernt haben.
00:02:21: Da war ich acht, neun Jahre alt, die mit uns Deutsch gelernt haben.
00:02:26: Aus Kirche oder Westkirche?
00:02:28: Westkirsche und protestantische.
00:02:32: Und da drüber haben wir dann zu Hause viel geredet und zum ersten Mal als Kind mit schwarzen Menschen direkt echt zu tun gehabt.
00:02:43: Mhm.
00:02:45: Dann ging das so weiter.
00:02:47: Das war für dich der prägende Schritt?
00:02:49: Ja!
00:02:50: Ich meine, wenn ich so früh zurückgehe ... Ich find's interessant, wenn die mir Gedanken machen, warum hatte ich keine klassische Antifa-Jugend?
00:03:00: Halt tatsächlich eine Post-Wende, Ostkindheit.
00:03:04: Wenn ich mich so zurückgeinnere ... Was waren halt auch die Angebote?
00:03:09: Es gab den einen punkig besetzten Laden aber auch im Sinne von Ostpunks-, Post-Baseboschlägerjahre hoch militarisiert für Punkverhältnisse in der ostdeutschen Kleinstadt.
00:03:22: Musste man das sein,
00:03:23: d.h.,
00:03:24: das einzige richtige Angebot war halt ein bisschen so für uns.
00:03:27: Zumindest als ansprechendes Angebot tatsächlich das Theater.
00:03:33: Das heißt, ich war ja links bürgerlich politisiert.
00:03:38: Also das Theater war sehr.
00:03:39: dann auch immer als der politischste und linkeste und fortschrittlichste Ort der Welt versteht so Rückblickentat man so drauf ist es ein bürgeliches Stadttheater Nicht das Gelbe vom Ei.
00:03:49: Aber immerhin, damals in, ich glaub, zehnte Klasse oder so muss es gewesen sein als Tilo-Sarazin in Kosmar gelesen hat war ich die einzige zusammen mit den Juzos, die gegen Tilo Sarazin demonstriert hat und vor dem Veranstaltungsort gestanden hat und gesagt hat wir finden es doof was da passiert?
00:04:09: Wie alt warst du
00:04:10: da?
00:04:10: Ja, zehnte Klasse!
00:04:16: Dann so richtig tatsächlich dann im Studium.
00:04:19: Ich habe im Studiums auch in der Veranstaltungsorganisation mich so betätigt und wurde gefragt, ob ich ein bisschen den Partiteil des allerersten antifaschistischen Sommerfestes ... in Hildesheim mitorganisieren wird.
00:04:34: Das war der Gründungsmoment des antifaschistischen Netzwerks-Hildesheim, und so bin ich da mit reingerutschen.
00:04:39: Ich hab dann quasi meine Antifa-Sozialisierung nachgeholt.
00:04:44: Und dann ... Der feministische Teil würde ich sagen, bereits in diesen Netzwerken drin sein, dann mit meiner Transition natürlich auch mal eine deutliche feministische, aber auch radikalisierende Prägung in meiner Politisierung?
00:04:56: Mhm!
00:04:58: Feministischen Anteil-Stichwort.
00:05:01: Ich bin siebzehn gewesen, als das Jahr der Frau war im Westen.
00:05:05: Mh.
00:05:05: mh mhm.
00:05:05: Nr.
00:05:06: neunzigundetfünfundsiebzig.
00:05:07: Das war aber glaube ich eine internationale Geschichte und da ist viel bei uns passiert.
00:05:14: also in der Schulklasse waren dann auch... Ich war sehr jung!
00:05:17: Ich bin ja jünger gewesen als meine Mitschülerin und bin dann so mitgenommen worden.
00:05:25: Die sind dann in Frauenzentren unterwegs gewesen.
00:05:28: Also bürgerliche Frauenbewegung
00:05:29: ...
00:05:32: Und daneben hatte ich eben so ein bisschen, heute würde man sagen, postkoloniale Sozialisation Gerechtigkeitsfrage diese Geschichten und bei mir ist es auch im Studium dann erst so richtig losgegangen.
00:05:45: also ist glaube ich auch normal.
00:05:51: Was waren die Strukturen, denen du im Studiums aktiv hast?
00:05:55: Also, ich hab Theologie studiert, evangelische Theologie.
00:05:58: Das waren erst mal Fachschaftsräte
00:06:00: und
00:06:01: es gibt dann so eine Organisation innerhalb der Theologinenschaft ... das nennt sich Konvente und die waren auch in der Zeit sehr radikal.
00:06:12: also wir hatten keine Regelstudienzeit, also konnten relativ frei studieren Und wir wandern diejenigen, die auch Zeit hatten einfach Aktionen zu Planen und zu organisieren.
00:06:27: Und das war so die ersten zwei Jahre im Studium bei mir, dann bin ich aber über eine Hausbesetzung ... Dann in die linksliberale wollte ich gerade sagen nein.
00:06:41: Linksradikale Bewegung reingekommen.
00:06:44: Und zu AK gekommen mit kommunistischem Bund.
00:06:50: Bist du auch noch mal weiter in andere Strukturen rein?
00:06:55: Also du hast eben von dem Netzwerk geredet.
00:06:58: Magst du darüber noch ein bisschen mehr sagen,
00:07:01: wie das ausgesehen
00:07:02: hat?
00:07:02: Genau es war tatsächlich nicht dieser Klassiker für viele, weil das antifaschistische Netzwerk quasi das Daily Plenum, wo sie für ihre Orgas drin waren.
00:07:12: Für mich war das meine Orga und dieses ... Das ist so der Einstieg für viele auch gewesen, die sich dann auch da drüber weiterverteilt haben in den ... Die sind nicht alle heißen, die faschistisches Kollektiv XY und SDS.
00:07:28: Und später kam dann auch in Hildesheim zum Beispiel einen Youngstruckle Pride Rebellion-Chapter irgendwie mit dazu und so.
00:07:37: Und aus diesem ... Für mich dann
00:07:40: z.B.,
00:07:42: ja, die erste quasi eigene Orga, die nicht das Netzwerk war, war dann eine ... Ich weiß gar nicht wie wir uns genannt haben, ich glaube.
00:07:51: Fantifa oder Flinta-Antifa?
00:07:55: Auf jeden Fall eine dezidierte feministische, antifaschistisch postautonome linkserkräktische radikale Gruppe.
00:08:04: Mein Wichi ist ein bisschen anders gelaufen.
00:08:07: Ich bin über so eine Hausbesetzung und auch über den kommunistischen Bund, den es damals noch gab an die Zeitung dann auch herangekommen ... Und über eine Hausbesitzung sozusagen auch dieses, was heute so eine große Rolle spielt.
00:08:26: Also die Selbstwirksamkeit.
00:08:28: Das ist ja auch so ein Begriff der wichtig ist.
00:08:32: Ich denke da viel drüber nach und da habe ich einmal gedacht ... Zuerst mal gedacht, die war ein bisschen illegal.
00:08:41: Also das war alles ... total gut vorbereitet und abgesichert.
00:08:44: Und war auch klar, wir werden nicht sofort geräumt.
00:08:47: Das waren leerstehendes Uniklinix-Gelände was Leerstand bis das Geld freigegeben wird um daraus ein Institut zu machen.
00:08:59: also alles schön abgesicherte und insofern auch nicht so richtig superradikal.
00:09:07: aber da habe ich gedacht Wenn man das gut vorbereitet, kann man da auch ziemlich viel mitreißen.
00:09:14: Und dann war einfach der KB in Göttingen relativ stark und so bin ich dann quasi reingerutscht.
00:09:23: Ich habe ein Jahr nach Amsterdam gegangen, hab da studiert, und dann eben Niederlandearbeit gemacht.
00:09:32: Da habe ich viel feministische Arbeit gemacht also ... zum Beispiel an so einem Buch mitgearbeitet.
00:09:39: Frauen in linken Organisationen, das war damals ein Thema ... sollen die sich selbst organisieren oder nicht?
00:09:47: Das war innerhalb des KB eine wichtige Diskussion und ich konnte noch kein holländisch und musste dann Interviews machen.
00:09:58: Das weiß ich noch genau.
00:09:59: Und es war schrecklich für mich.
00:10:01: Aber ... Ich hab das noch mal nachgelesen, die sind gar nicht so schlimm gewesen wie ich dachte.
00:10:08: Und so bin ich dann einfach auch ein bisschen durch die praktische Arbeit reingerutscht in den KW eben bis zum Ende, bis zur Auflösung des kommunistischen
00:10:22: Bundes.".
00:10:25: Ihr seid beiden nicht ausschließlich feministisch organisiert?
00:10:28: Was halb!
00:10:31: Ich sag mal, mein zweites Bein in der jungen Jugendzeit oder in der Schülerinnen-Beginnern-Studienzeit schon auch ein Stück weit Feminismus.
00:10:40: Also bürgerliche Frauenbewegung gewesen und ich fand diese ganzen Diskussionen um Rollenverständnisse, um Mutterschaften und solche Sachen total für mich selber erst einmal nur individuell gedacht, total spannend.
00:10:58: Aber für mich war dann nie die Frage, mich nur und ausschließlich feministisch zu organisieren.
00:11:05: Ich hatte parallel zu der KB-Arbeit auch immer ... Oder eine ganze Zeit lang doppelt Frauengruppen.
00:11:14: Wir hatten innerhalb des KB ne Frauenstruktur und ein Frauenstatut.
00:11:21: Was ist damals meines Wissens?
00:11:24: Da muss ich jetzt vorsichtig sein.
00:11:28: in der linksradikalen Organisation sonst nicht gab.
00:11:33: Das fand ich auch ziemlich gut und da fand ich ein paar Sachen so wichtig, dass ich dann gedacht habe ... Wenn das in einer gemischten Organisation möglich ist, wo dann auch Konsequenzen folgen wenn Genossen Frauen schlagen oder sich genossen daneben benehmen.
00:12:00: dann ist das eine gute Sache.
00:12:02: Also, ich hab zum Beispiel in neunziger Jahren ... Achtziger Jahre.
00:12:08: Ende der Achtzig-Jahre habe ich einen proletarischen Genossen, also Arbeiterkampf ausrichtung.
00:12:15: Einen politarischen genossen, der seine Freundin geschlagen hat.
00:12:22: Dem habe ich die Möbel aus der Wohnung geholt mit anderen zusammen, weil der ... Einmal wurde mit ihm geredet.
00:12:30: Du hast jetzt noch eine Chance, und wenn das wieder passiert, dann holen wir deine Möbel aus der
00:12:34: Wohnung.".
00:12:35: Und da hab ich gedacht, das ist ne Konsequenz, die finde ich gut.
00:12:39: Das fand ich damals schon ... Ich kam mir auch komisch vor irgendwie so als ein bisschen autoritär und so, aber inhaltlich fand ich das völlig berechtigt.
00:12:54: Solche Sachen haben mich dann schon auch ... beeindruckt.
00:13:00: Also so eine Konsequenz, wir haben unsererseits natürlich damals gab es ja diese Unterscheidung in meiner Jugend jedenfalls auch nicht was zum Beispiel heute ganz anders diskutiert wird mit Transitionen und Geschlechterdiversitäten.
00:13:21: ich bin da sprachlich immer ein bisschen noch altbackend drauf
00:13:26: Ganz ehrlich.
00:13:29: Aber ich fand damals zum Beispiel, wir hatten als KB-Frauen ein Fragebogen für die Männer gemacht.
00:13:40: Die mussten alle Männer ausfüllen und die haben die Ohren langgezogen, wenn sie nicht ausgefüllt haben.
00:13:45: Und daraufhin hat die AG Lesben des KB uns Frauen in den Fragebogengeschwingen
00:13:52: ... Sehr gut!
00:13:53: Und den haben wir dann im Urlaub.
00:13:55: Haben wir gesagt, so Jungs, ihr geht mal beiseite.
00:13:58: Wir haben heute Frauenabend und sie haben in den Fragebogen durchgearbeitet.
00:14:02: Die Diskussion war natürlich das Entscheidende nicht die Antworten.
00:14:07: Und sowas fand ich schon ziemlich gut.
00:14:10: Also es hat mir gut
00:14:11: gefallen.
00:14:13: Ich find's spannend, ne?
00:14:15: Weil wenn ich so zurückschaue ... überwiegend tatsächlich in dezidiert feministischen Organisierungen unterwegs war, auch jetzt aktuell.
00:14:27: Ich bin organisiert im Netzwerk Gewaltschutz Jetzt in Berlin.
00:14:32: Dadurch ist das eine Organisation von Leuten, also von Aktivistinnen aber auch Menschen, die im Antigewaldbereich Frauenhäusern und Gewaltschutzeinrichtungen arbeiten.
00:14:43: Und gerade mit diesen Mitarbeiter in Gewaltschutzeinnrichtungen ist es tatsächlich eine, vor allem auch flinter beziehungsweise mehrheitlich halt einfach mit cis Frauen besetzte Organisierungen.
00:14:54: Und ich merke so zurückblickend ... Ich merke häufig so Momente, dass ich quasi feministische Themen bearbeite oder aus einer feministischen Perspektive oder aus der Transperspektiv- oder Geschlechterfragenperspektive, wie auch immer man das nennt, Themenbearbeite weil Themen nur für sich zu bearbeiten.
00:15:15: und diese spezifische Perspektive.
00:15:17: Das ist quasi Sache der Jungs, also auch in meiner eigenen Arbeit.
00:15:21: Ich bin beruflich in der politischen
00:15:22: Bildung.".
00:15:24: Wo die Genossen, die machen die Marx Engels Schulungen.
00:15:29: Oder machen die Faschismustheorie-Schulungen ... Ich mach das Ganze immer mit einem Transaufhänger auf der einen Seite, wenn man sie verkaufen muss und auf der anderen Seite so im Sinne von nur das Thema zu bearbeiten, das machen die Genossen.
00:15:40: Das ist quasi die allgemeine Sicht darauf, uns nicht vorbehalten.
00:15:46: Und gleichzeitig frage ich mich dann immer mal, machen wir da nicht gegebenenfalls die viel krassere Arbeit?
00:15:52: beschäftigt sind, werden die anderen nur die Exegese und das Randführen betreiben.
00:15:58: Machen wir dann die Anwendung auf spezifische konkrete Themenbereiche?
00:16:04: Also
00:16:05: ich habe da auch viel darüber nachgedacht wie diese ... Wie Veränderungsprozesse eigentlich in Herzen- und Inhirnen stattfinden Und bin da natürlich lange nicht fertig mit Solche Sachen wie diese Fragebögen, die sind damals eine gute Idee gewesen.
00:16:30: Braucht's
00:16:30: heute vielleicht auch
00:16:31: mal wieder?
00:16:31: Ja ich hab' auch gedacht, sollten wir mal die Queerfemm AG in der IL ein bisschen tritzen, ob die nicht mal...
00:16:40: Vorher schreib' ich den Fragebogen.
00:16:44: Ja gut also gerne!
00:16:46: Das ist tatsächlich auch so eine interessante Sache.
00:16:50: Auch in Kontexten von feministischen Organisierungen häufig diese Erfahrungen zu machen, bis die einzige Transperson oder insbesondere noch die einzige transfeminine Person, die einzige Tranzfrau im Genossinenschaft mit ... Flinta mit Cis-Frauen, nicht transweiblichen Personen auch zu merken.
00:17:12: Mein Problem sind nicht ausschließlich die Männer, denen ich langziehen muss und dann tatsächlich fast alle anderen Genossinnen, was einfach so verschiedene Themen auf dem Schirm haben.
00:17:25: oder diese Abwehrreaktionen, die wir sicherlich beide von unseren Männchen genossen kennen dieselben Abwehr-Reaktionen wenn man Probleme anspricht aber auch von zum Beispiel Genossinnen zu haben.
00:17:35: Oder aus der Perspektive Wenn Männer verletzt reagieren fangen im Vergleich dazu CIS Frauen an verwundet zu reagieren, weil sie wissen das ist eine Abwehrmechanismus der zum Beispiel gegenüber einer Transfrau funktioniert.
00:17:50: Weil andere kommen um sich zu beschützen während Transfrauen sehr schnell markiert werden als eine Bedrohung des Problems wenn sie Probleme ansprechen.
00:17:59: Also tatsächlich nicht deswegen meine ich habe ja meine Vergangenheit auch in der Ehe gehabt zumindest kurzzeitig.
00:18:06: Wenn die letzten damals euch Frauen Fragebogen geschrieben haben wäre es vielleicht auch an der Zeit dass die Transgenossinnen, den Queerfirmagis in welcher Orga auch immer oder den Flimta-Agges.
00:18:18: Oder wir auch mal die Fragebögen schreiben?
00:18:21: Ja und ich glaube das ganz gut.
00:18:25: Ich wäre sehr neugierig wie das was ich so für Denkprozesse daraus ziehen würde.
00:18:35: Ich bin tatsächlich mit einigen queeren Genossen gut befreundet Und ich frag einfach total viel, wenn die dazu bereit sind.
00:18:48: Weil ich glaube ... Aber das ist jetzt mein Denken, dass es eigentlich nicht um Positionen geht oder so, sondern es geht um eine bestimmte Haltung, die wir lernen müssen zu entwickeln gegenüber überhaupt anderen Möglichkeiten, anderen Denkschematar.
00:19:13: Und das zieht sich durch meine politische Geschichte auch.
00:19:16: Ich bin immer eher so eine Fragestellerin und nicht ne Positionsbezieherin, das kann auch nervig sein für meinen Gegenüber.
00:19:28: Weil ich flutsche dann eher weg in nem Streit.
00:19:33: Aber ... Für mich selber ist das, glaub ich, ziemlich wichtig zu sagen.
00:19:39: Ich weiß wo es lang geht und wie's richtig ist Das hat mich auch bei Link-Gurben oft total genervt, sondern eher zu sagen, aktuell ist das vielleicht gerade der richtige Weg.
00:19:54: Aber lass uns mal in einem halben Jahr gucken, ob er immer noch richtig ist.
00:19:58: Also so ein methodisches Ding ist das bei
00:20:02: mir.".
00:20:04: Was für Vorteile und was für Nachteile hat es mit cis Männern organisiert zu sein?
00:20:09: Naja, ich glaube wenn es darum geht innerhalb unserer eigenen Linken-Organisierung auch so ein bisschen... ...nimmt man das prefigurativ die eigenen Strukturen schon vorzubereiten wie wir uns eine befreitere Gesellschaft vorstellen.
00:20:24: Da kommen wir glaub' ich nicht umhin unsere insgesamt Genossinenschaften und dementsprechend auch unsere Genossen darauf zu überprüfen sich besser anzustellen.
00:20:35: Dementsprechend kommt man nicht umhin, sich auch mit Zizmännern auseinanderzusetzen, wo du drüber ... Wie du ja schon gesagt hast, Ziz-Männer sind diejenigen, die nie mitkommen.
00:20:46: größere Mehrheit auch innerhalb unserer eigenen Organisierungen, diejenigen sind von dem Gewalt ausgeht.
00:20:52: Das heißt an denen sich abzuarbeiten und diese Gewalt möglichen zu bearbeiten eine Bewusstseinsveränderung aber auch eine praktische Veränderung herzuleiten.
00:21:03: ich glaube das lässt sich nicht vermeiden.
00:21:08: Ich weiß nicht, ob ich das als Vorteil bezeichne.
00:21:10: Ich würde vielleicht ja sagen, eine Notwendigkeit.
00:21:13: Ja ...
00:21:15: Aber wie du hieraus sagst ... Das finde ich auch wichtig, dass es trotzdem in diesem Moment einen Moment der eigenen Organisierungen gibt.
00:21:23: Dass zum Beispiel im Kommunistischen Bund trotzdem die spezifischen Frauenkrimien gibt oder gab.
00:21:32: Die spezificen Organisieren von Lesben gab.
00:21:37: Ich glaub, so eines der eindrücklichsten Beispiele.
00:21:39: Die Jepesche oder wie Tilo Jung sagen würde ... YPJ existiert ja für sich aber auch nicht unabhängig von den ... noch existierenden syrischen demokratischen Verteidigungseinheiten, beziehungsweise den kurdischen nationalen Verteiligungseinheiten.
00:21:58: Und das ist aber ja total die Wichtigkeit, dass es die eigenen Frauen-Verteiligungseinheit gibt für die Selbstbehauptungen und Selbstverteidigung von Frauen.
00:22:07: Da wäre trotzdem keine Unabhängigkeiten, Autonomie, nicht eine Losgelöstheit der breiteren organisierten Bewegungen.
00:22:16: Also, das ist eigentlich auch mein Grundgedanke.
00:22:19: Dass ich sage ... Wenn wir eine befreite Gesellschaft kämpfen wollen, dann sind halt auch Ziss-Männer dabei und Zissfrauen natürlich auch dabei.
00:22:32: Und insofern da so ein Raum zu schaffen, wo ne ... nur Organisierung, die Befreiung für alle erkämpft.
00:22:45: Da mach ich zumindest mal ein Fragezeichen dran.
00:22:49: Was ich trotzdem wichtig finde auch was du gesagt hast das es immer eine Möglichkeit geben muss dass es Räume gibt wo auch selbst Eigendiskussionen Selbsterfahrungen was auch immer also in welchem auf welchem Level auch immer Also auch die individuellen Dinge, die ein strukturelles Problem im Hintergrund haben.
00:23:19: Dass auch solche individuelle Diskussionen mal geführt werden soll, tennen bei uns also das private ist politisch im Hinterkopf so als Gedanke und dass es aber letztlich darum geht dann gemeinsam an den Veränderungen zu kämpfen, die eine befreite Gesellschaft aussehen könnte.
00:23:44: Das passiert mir in linken Gruppen viel zu wenig.
00:23:49: Also das was ich mit Genossenschaftlichkeit verbinde ... Das ist viel zu wenig.
00:23:59: Alltägliche Diskussion muss auch nicht jeden Tag, aber ich glaub du weißt, was ich mein.
00:24:07: Also es fehlt mehr ein bisschen.
00:24:11: Und auch sich mal unangenehme Fragen stellen und gucken.
00:24:18: Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen sie selbst als progressiv oder linkspositionierende Männer übergriffig geworden sind.
00:24:24: Welchen Umgang gibt es damit in euren Orgas?
00:24:28: Ich glaube da kommen wir vielleicht beim Mögelausräumen ansetzen und der Frage ob wir das nicht vielleicht mehr machen sollten...
00:24:36: Ja, einerseits ja.
00:24:37: Ich bin in die Ehe tatsächlich gegangen, weil es den Leitfaden zum Umgang mit sexualisierter Gewalt gab.
00:24:45: Das war für mich ein ... das Kriterium zu sagen also... Die Organisationen, die ich gut finde muss gebacken werden, die gibt's nicht.
00:24:57: Aber den Leidfaden, die Existenz eines Leidfahrtens fand ich sehr gut.
00:25:06: Tja!
00:25:07: Die Umsetzung ist ein Problem.
00:25:09: Das wäre meine Frage, hattet deine Erfahrung nach Funktioniert der Leitfaden?
00:25:14: Ich glaube das ...
00:25:20: Wie soll ich das sagen?
00:25:27: Ich glaub dass das sehr stark darauf ankommt wie selbst reflektiert und verarbeitet.
00:25:37: Selbst reflektieren die Personen sind in den unterschiedlichen Gremien arbeiten Und ich glaube, dass ... Ich finde es zum Beispiel problematisch.
00:25:49: Dass häufig Personen die selbst Opfer von sexualisierter Gewalt gewesen sind in diese Ansprechgruppen und so Systeme, also in dieses System sich reinbegeben.
00:26:05: Ich kann das nachvollziehen, weil ich auf einer anderen Ebene sowas auch kenne, dass ich dann Angebote mache für Menschen, die das erlebt haben.
00:26:17: Was ich erlebt habe auf ganz anderen Ebenen natürlich und ich glaube dass, dass die selbst kritische Reflexion oft fehlt Ich würde das keinem zum Vorwurf machen weil es ist einfach gerade mit so einem Thema total schwierig Weil das so emotional so tief reingeht Da wirklich zu sagen, jetzt gehe ich da mal raus.
00:26:52: Ich kann das gerade nicht mehr tragen oder ich übergebe es an professionelle Hände.
00:26:57: und das ist glaube ich was was zu wenig gemacht wird dass zu wenig gesagt wird.
00:27:04: also auch wenn die Strukturen kapitalistische struktur sind bürgerliche strukturen sind börgerliche psychologen sind trotzdem an einer bestimmten Stelle gebe ich das jetzt ab, weil ich selber oder weil wir das mit unseren politischen persönlichen Mitteln nicht mehr stemmen können.
00:27:27: Für mich stellt sich tatsächlich auch so ein bisschen die Frage wie können wir unsere Bewegung auf eine Art und Weise verbreitern?
00:27:33: Die dem Umstand abhilft dass wir erst mal nur bürgerliche ideologisierte zum Beispiel PsychologInnen in unserer Reichweite haben.
00:27:45: Wie kriegen wir unsere Netzwerke vielleicht auch so aufgebaut, dass wir solidarische Psychologinnen finden?
00:27:51: Die sich mit der Zusammenarbeit mit der Bewegung vielleicht auch weiter politisieren.
00:27:57: Da kann man jetzt auch weiterreden von ... Problematik der Therapeutinnen, die häufig selbstständig arbeiten und dementsprechend das Gefühl haben nicht in die Gewerkschaft zu dürfen.
00:28:08: Und viele der Fragen, die sie an ihre eigene Arbeit haben, nicht als arbeitsrechtliche Fragen greifen
00:28:12: usw.,
00:28:13: ein anderes Thema.
00:28:14: Aber auch so ... Großes Thema?
00:28:16: Großes thema.
00:28:18: Es war diese Frage von wie kriegen wir die notwendigen Strukturen außerhalb unserer eigenen Organisationen aber trotzdem an uns.
00:28:27: angenähert.
00:28:28: Ich glaube,
00:28:29: auch viel von Infrastruktur als ... Wir reden immer ganz viel von Gegenmachten aber was ist mit Gegenmacht tatsächlich gemeint?
00:28:36: Also auch tatsächlich ganz konkrete Versorgungsstrukturen zu verfügen haben die außerhalb der bürgerlichen Verfügungsmasse stehen sondern quasi unsere also daraus rausgelöste Strukturen sind und dementsprechend nach den Verbündeten professionalisierten Kräfte, die aber vielleicht nicht direkt mit in der Orga drinhängen.
00:28:56: Um auch eine Möglichkeit ... Allein der Punkt von Täterarbeit, der häufig viel zu selten gedacht wird wie kann auch eine Täter-Arbeit, eine Transformation stattfinden ohne die eigene Orga zu belasten?
00:29:12: Ohne die eigene Struktur zu belassen oder die eigene
00:29:14: ... Struktur
00:29:17: beschweren?
00:29:18: Also weil ... Häufig müssen Tete in den Ausdrehstruktur erst mal raus.
00:29:21: Und gleichzeitig ist ja die Frage, wie werden diese Personen nicht liegen gelassen?
00:29:26: Ohne sie irgendwie zu nehmen oder zu pämpern.
00:29:29: Aber es ist ein Problem was wir mit den Antifa-Prozessen jetzt in der jüngsten Zeit auch hatten dass das ein schwacheres Kettenglied in unserer Position ist
00:29:39: und ich würde eben als Übergangslösung also Ich finde das auch wünschenswert aber ich wird eben als übergangslösungen mehr vorstellen können Weil es ja bestimmte Regularien gibt, einfach vom Berufsbild hier.
00:29:54: Wie Schweigepflicht und solche Sachen, dass es ruhig auch als Übergangsfrist eine Möglichkeit geben kann wirklich mal ne bürgerliche systemische Psychotherapeutin oder Psychotherapeuten zu fragen Und mit also solchen Leuten dann überhaupt mehr in Anspruch zu nehmen.
00:30:20: Wo sieht ihr Verbindungen zwischen Klassenkämpfen und feministischen Kämpfen?
00:30:24: Wo geht das auseinander.
00:30:26: Ich glaube, wo es auseinandergeht ist ganz klassisch, weil wir jetzt auch teilweise schon drüber gesprochen haben, wo's auf eine wilde Art und Weise, würde ich sagen identitär wird.
00:30:37: Also zum Beispiel diese Frage von sehen wie nur mit Zinsmännern das Problem und sind jetzt Männer des Problemen.
00:30:46: also da komme ich schon erst mal zu dieser Frage von okay ... Es muss sich nicht zwingend an dem Ziss aufhängen.
00:30:51: Ich kenne sehr viele Transmacker, die ein massives Problem in Bezug auch von der Organisierungsfähigkeit von Transfrauen sind.
00:31:00: Aber auch so diese Frage okay?
00:31:01: Welche Unterschiede macht das?
00:31:03: Also sprechen wir vom Patriarchat, der Herrschaft von Männern oder sprechen wir von sexistischen Verhältnissen innerhalb der bürgerlichen Herrschaft?
00:31:12: Ich würde ganz klar sagen ... zu der Frage, wo wird es irgendwie identitär oder liberal?
00:31:20: Oder bürgerlich.
00:31:20: Dort ist auch viel von den bürgernischen Frauenbewegen gesprochen.
00:31:24: Sicherlich auch ganz unfreiwillig bürgarisch.
00:31:26: Ich würde ganz klar sagen, wir können aus einer klassenkämpferischen Perspektive nicht von Patriarchat sprechen.
00:31:34: Wir leben in einer Herrschaft des Kapitals.
00:31:39: Das sich natürlich vergeschlechtlichte ... Prozesse bedient und auf die Einteilung von Gesellschaft, die produktive, reproduktive Einteiltungen von Gesellschaft entlang von Geschlecht aufbaut.
00:31:50: Aber diese Kämpfe voneinander auszukliedern halt ich für Grundfalsch.
00:31:56: Ich glaube das ist so ein bisschen der Bottom-Line ... Okay!
00:32:00: Auf die Gefahren.
00:32:00: als eine der autoritären Linken.
00:32:04: Ich sag jetzt
00:32:04: mal Schapo, weil ich bin Praktikerin.
00:32:07: Ich hab mich damit ... Ich kann mit dem Begriff Klassenkampf unheimlich wenig anfangen, weil mehr der Begriff und die Definition von Klasse
00:32:16: fehlt.
00:32:16: Aber welche Praxis hast du wenn du mit Klassenkraft nicht satt rankast?
00:32:23: Ja das ist eine gute Frage!
00:32:28: Also ich bin im Antirassistischen Bereich unterwegs und denke halt schon irgendwie in strukturellen Gewalt- oder in Gewaltstrukturen, die ich sehe Und nicht irgendwie, das ist mal Zufall.
00:32:42: Dass das jetzt so ist oder auch nur Kapitalismus.
00:32:46: Das sind mir zu wenig.
00:32:47: aber ich weiß zum Beispiel nicht genau was heute heutzutage wenn in roten Gruppen von wo vor hat der weiß ich nicht Angst Klassenkampf-Klassenkampf gebrüllt wird auf einer Demo dann möchte ich immer im Boden versinken und denken wisst ihr denn überhaupt wovon ihr da redet?
00:33:09: Und deshalb kann ich mit dem Begriff nicht so viel anfangen, weil ich glaube du fährst fünf Leute und die haben fünf verschiedene Definitionen.
00:33:16: Ich hab dieses Jahr auf der achten März-Demonstration bei dem Laotite nicht moderiert habe den Demo-Slogan angestimmt, wovor hat Fahimi Angst?
00:33:25: Klassenkampf, klassenkampf!
00:33:31: Okay das ... Also ich finde es richtig... also ich würde schon sagen was für eine Pra ... Ich glaub, ich würd noch mal zurückkehren zu der Frage.
00:33:41: Was für eine Praxis, wenn nicht ne klassenkämpferische siehst du?
00:33:45: Also ... Woran arbeitest du dich dann ab?
00:33:48: Wenn du sagst es gibt die Systeme der Gewalt und Unterdrückung, die sind ja auch eingebettet in einen bürgerlichen Klassenstaat.
00:33:56: Ja, also ... Du hast ja von bürgernischen Strukturen gesprochen!
00:34:03: Das sind ganz klare Klassenverhältnisse.
00:34:05: Wenn du gegen diese ... Struktur in dieser Klassenverhältnisse angeht, hat das auch einen klassenkämpferischen Aspekt?
00:34:12: Ja.
00:34:14: Das würde ich gar nicht bestreiten.
00:34:15: Aber ich benutze solche Begriffe nicht so gern
00:34:17: ... Warum nicht?
00:34:20: Weil ich da keine klaren Definitionen zur Verfügung habe.
00:34:24: Sondern ich beschreibe lieber konkrete Gewaltverhältnisse und sage, dagegen bin ich.
00:34:30: Also, ich bin gegen Institution wie Frontex.
00:34:34: Ich mache Antirapolitik und bin mit Israel-Palästina unterwegs.
00:34:40: Das ist eine systemische Institution von der EU aufgebaut, um systematisch unsere Wirtschaftsform aufrechtzuerhalten und alles was dem zu widersprechen scheint außen
00:35:00: vorzuhalten.".
00:35:01: Also so was mach ich dann eher.
00:35:03: Ja, aber da wird es doch schon wieder total klassenkämpferisch.
00:35:06: die EU als der ... Das würde
00:35:07: ich so nicht sagen!
00:35:08: Der Markt des imperialen Hegemons Deutschlands...
00:35:14: Was
00:35:14: hast du gegen den Begriff?
00:35:15: Ich hab nichts gegen den.
00:35:17: Ich habe nichts gegen diesen Begriff nur ich benutze den nicht weil ich dazu wenig glaube theoretisch Hintergrund zu haben.
00:35:25: Ich finde ihn nicht verkehrt.
00:35:26: Machen wir noch mal eine Schulung Und das hat der KB auch schon versucht.
00:35:33: Wie
00:35:35: können feministische Bewegungen in popkulturelle oder politische gesellschaftliche Diskurse hineinwirken, oder intervenieren?
00:35:42: Oder nach Femiziden?
00:35:43: Also ich bin popkulturell glaube ich nicht so die richtige Generation.
00:35:49: Deshalb weiß ich da nicht so viel drüber oder hab da auch nicht so viele Erfahrungen was ... Wir hier in Hamburg machen und was ich sehr gut finde, ist zum Beispiel Gedenkorte zu bespielen.
00:36:08: Und auch mit Musik, mit Symbolik, mit kurzen Redebeiträgen ... wenn wieder ein Femintipp stattgefunden hat.
00:36:21: Also da werden dann rote Schuhe hingestellt und Blumen gebracht und Musik gespielt und so.
00:36:29: finde ich eine sehr gute Sache.
00:36:31: Und was mir da aber ein bisschen fehlt zur Verbreiterung, warum stehen wir eigentlich hier?
00:36:38: Also das Gespräch dann mit den vorbeilaufenden Leuten.
00:36:42: Das ist aber ein prinzipielles Problem, was sich auch bei dem muss.
00:36:49: Aus der eigenen Erfahrung weiß ich, die Aktion rote Schuhe sind meist diejenigen, die im Antikewalkbereich arbeiten.
00:36:56: Kriegen davon mit und den Rest wahrscheinlich nicht so viel?
00:36:59: Ja es ist schon relativ bunt hier auch mit migrantischen ... Menschen mit Migrationsgeschichte sind dabei weil häufig eben da auch Feminizie stattfinden.
00:37:11: Das ist schon eine ganz ... Also keine Riesenkundgebung dann aber... Ja, vierfältig.
00:37:20: Ich glaube auf die Frage ... Wir sitzen ja hier im AK Keller.
00:37:24: Auf die Frage wie die diskursive Intervention stattfinden kann weiß ich auch grade.
00:37:31: Stetner.
00:37:31: mir fällt zum Thema Colin Fernandez auch ein sehr großartiger wichtiger Artikel ein, der in einer jüngeren Ausgabenmaschine ist.
00:37:39: Der hat tatsächlich die ... Popkulturell verhandelten Phänomene, die popkulturel verhandeln.
00:37:44: Ich sage jetzt mal pop-feministischen Tags einordnet und sie auch mit einem ganz klaren Obachtklassenstandpunkt einordnen.
00:37:51: Der sagt, na ja ... Die Autorität der bürgerlichen Institution muss befragt
00:37:57: werden.".
00:37:58: Strafrechtsfeminismus als ein bürgerlicher Feminismus hilft uns nicht weiter im Vergleich zu einem Feminismus der auf Selbstwirksamkeit, der auf selbstwirksamkeit proletarischer Frauen.
00:38:09: Selbstwirksamkeit marginalisierter Frauen oder Flinter aus ist netters ja ein ganz wesentlicher Unterschied.
00:38:16: und ich glaube Popkulturelle Phänomene zum Nutzen um Sachen gerade zurück und einzuordnen.
00:38:23: das finde ich glaublich wichtig.
00:38:25: Und ich glaube, da kann ja auch so was stattfinden wie das, was du sagst hat die breiten Wirkung.
00:38:29: Weil das ist ein Thema von den allen Menschen, was mitbekommen,
00:38:33: d.h.,
00:38:33: an diesem Themenrand zu sein und anhand dieser Themensachen durchzudiskutieren, kann Menschen glaublich gut
00:38:40: abholen.".
00:38:42: Wie verändert Online-Aktivismus?
00:38:44: Und die damit einhergehenden Diskurse Die politische Arbeit und Themesetzung?
00:38:48: Gibt es eine Übersetzung zwischen on und offline oder finden sie getrennt statt?
00:38:52: Boah, das ist ein dickes Brett.
00:38:54: Ich würde die Frage noch hinten dran stellen.
00:38:56: Gibt es so was wie Online-Aktivismus?
00:39:00: Also gibt es einen Aktivismus der ... Was sind die tatsächlichen Hebel unabhängig von diskursiver Interventionen, die online stattfinden?
00:39:14: Mir fällt jetzt nichts ein.
00:39:17: Ich kann nur von mir selber sprechen.
00:39:20: Ich hab in der IT gearbeitet und habe insofern keine Angst vor diesen Sachen.
00:39:25: Aber ich würde zum Beispiel meine Kommentierung von Sprache in den Medien bei Blue Sky nicht als Aktivismus bezeichnen, sondern nachher ich dann einfach ... Was redet ihr da eigentlich?
00:39:41: Und wie redet Ihr eigentlich darüber?
00:39:45: Aber das ist nicht Aktivismus!
00:39:52: Ich befürchte eben, dass diese ... Wie heißt das Echokamann?
00:39:58: Dass die halt sehr stark sind.
00:40:01: Also, dass
00:40:07: eine Breitenwirkung dadurch nicht erreicht wird.
00:40:10: Befürchte ich.
00:40:11: Ich würde schon sagen, unverzichtbar als Medium ist es nicht.
00:40:16: Die sozialen Medien als Ort an denen sich die Menschen befinden muss da hingehen, wo die Klasse ist, um die Klasse abzuholen und zu organisieren.
00:40:29: Aber so ein bisschen auch dieser Punkt ... Wenn Lenin und die Bausche wüssten, dass sie sich nur darauf beschränkt hätten, die ISKRA zu schreiben und sonst nichts zu tun, wär neunzehntelzehn nicht passiert.
00:40:43: Dabei ist es halt nicht geblieben.
00:40:44: Dementsprechend natürlich hat das eine wichtige Funktion in der Findung von Diskursen, der auseinandersetzt im Streit.
00:40:53: Ganz wesentlich.
00:40:54: Aber ich glaube, wie du sagst so ... Das ist vielleicht der Prätekst vor dem eigenen Praxis oder von der hinausgehenden Praxis?
00:41:07: Also mir fällt dazu noch mal historisch jetzt Arbeiterkampf ein.
00:41:12: Ich hab halt gelernt, dass der KB unter den Arbeiterkämpfen nix ist.
00:41:17: Ich glaub, da werden jetzt einige Genossinnen und Genossen, die das hören, die Wände hochgehen.
00:41:24: Aber ich hab das so immer mitgenommen, dass die Zeitung der Zentrale Organisator im leningischen Sinne ist.
00:41:31: Also die Diskussion darüber in verschiedenen Gruppen, thematisch Gruppen oder regionalen Gruppen ... Das war das Ding.
00:41:40: Und dann die Zeitungen verkaufen und mit den Leuten, die die Zeitungskauf ins Gespräch gehen.
00:41:45: Also, insofern auch was du sagst ... Klingt
00:41:48: ja fast schon trotzkistisch.
00:41:50: Die Zeitung verkaufen's?
00:41:52: Ja, das war in der Anfangszeit aber da haben die sich noch als Marxisten-Leninesten verstanden und hatten jetzt mit den Trotzkisten nicht so viel Amut.
00:42:05: War das wirklich eine der wichtigsten Aufgaben der Kabelerin?
00:42:12: Ich bin ... erst später dazugekommen, also in der Zeit als dann die sozialen Bewegungen eine größere Rolle gespielt haben.
00:42:21: Aber ich würde auch sagen eben nicht das eine tun und das andere lassen.
00:42:24: Also ich finde immer wir müssen alle Register- und alle Methoden und alle Techniken nutzen um ne Breite zu erzielen, um aus unseren kleinen Kreisen rauszugehen.
00:42:37: Und insofern glaube ich es sind alle ... Alle Techniken sag ich jetzt mal.
00:42:44: Wozu für mich auch andere Formate wie Schauspiel, Musik oder Songs alles mögliche Bilder gehört?
00:42:56: Immer ein Mittel um ins Gespräch zu gehen.
00:43:00: Also das finde ich dann spannend.
00:43:02: Das geht ja ... Ich glaube da kommen wir wieder zu diesem Punkt zurück.
00:43:07: Es geht über das Medium hinaus in den ... direkt in Kontakt
00:43:12: mit
00:43:12: Menschen voll.
00:43:16: Was können wir aus vorangegangenen feministischen Kämpfen und Organisierungen lernen?
00:43:21: Da bin ich radikal, wenig.
00:43:29: Ich habe gesagt für mich sind Haltung wichtiger als Positionen.
00:43:35: Und ein Hintergrund davon wieso ich zu diesem ... für mich glaubend Satz gekommen bin ist, dass ich im KB noch gelernt habe.
00:43:48: Wenn du dir ein alltägliches politisches Phänomen anguckst, musst du dir immer angucken zu welcher Zeit an welchem Ort und unter welchen Bedingungen findet dieses Phänomene statt?
00:44:01: Und da wir aber eine Welt haben die sich verändert, die sich permanent und immer schneller verändert Glaub ich, ist es nur begrenzt möglich?
00:44:09: Bist ja doch ne Marx-System.
00:44:10: Zu
00:44:10: lernen!
00:44:13: Da hab' ich noch mal Glück gehabt und deshalb ist mir das so wichtig.
00:44:20: also dazu sagen wenn Leute mir sagen du bist schon so lange dabei Ich habe ja eine Pause gehabt, eine Arbeitspause sozusagen aber von mir kann man nur beggrenzt lernen Bestimmt herangehensweisen oder Reflektionsfragen, oder sowas.
00:44:42: So was gebe ich dann gerne weiter, wenn das gewünscht ist ... aber Position eben nicht?
00:44:51: Na ja, ich glaube,
00:44:53: wo
00:44:53: ich vielleicht ansetzen würde, ist tatsächlich auch zu sagen, naja, wenn es Sachen gibt von denen du weißt, dass irgendwie nicht funktioniert haben, ich glaub daraus kann man eine ganze Menge lernen.
00:45:03: Wenn ich so zurückschaue auf feministische ... Ja, aber auch ganz dezidiert zum Beispiel auf lesbische Organisierungen.
00:45:11: In der deutschen Frauenbewegung da, dass sich eine ganze Menge draus lernen aus so Sachen und nicht nur der Deutschen, sondern auch der Frauenbewegend in den letzten Jahrzehnten, dass sie die ganze Menge lernen aus Sachen, die einfach nicht funktioniert haben.
00:45:24: So blickend auf lesbscher Separatismus oder verschiedene Formen ... von Quirm-Separatismus werden ja neulich als diese auf Social Media sehr entbrannte Diskussion um politischen Lesbianismus, als eine Form dieses Separatismus.
00:45:43: Wo ich sagen würde, praktisch ist es eine tolle Sackgasse gewesen bzw.
00:45:48: vielleicht auch ein bisschen zu sehr in der Kopfgeburt wobei die Fragen, die dabei gestellt wurden sicherlich nicht verkehrt waren wo es um solche Fragen ging, wie gerade bei politischem Lesbianismus.
00:46:01: Ich finde das ein total fruchtbares spannendes Thema weil die Frage nach wie unterwandern wir existierende dominante Begehrenstrukturen?
00:46:09: Wie machen wir uns quasi nicht verfügbar ist ja auch eine Frage des Streiks auf eine Art und Weise der Verweigerung, die dabei mitschwingt.
00:46:18: Ich glaube das hat der speische Separatismus in der eigentlichen Praxis dann am Ende des Tages nicht gut beantwortet noch mit Blick auf so verschiedene typistische Ausläufer davon und wie gesagt Sackgasse.
00:46:31: Aber ich glaube ... Genau diese Frage von, warum es nicht gut beantwortet ist oder warum es zu einer Sackgasse führte ... sind total wichtige Lernmomente.
00:46:43: Auch aus einer Frage heraus, wenn, das hab ich ja vorhin schon gesagt, feministische Fragen meines Erachtens unbedingt klassenkämpferische Fragen gestellt werden müssten und sie eben nicht nur als ... Nur feministische oder nur Frauen fragen.
00:47:00: Oder nur Transfragen, oder nur queere Fragen zu behandeln.
00:47:03: Sondern immer auch als Frage über diesen spezifischen Kontext hinausweisen.
00:47:07: Weil sie innerhalb von einer immer miteinander in Beziehung stehenden Geflecht von Gesellschaft stattfinden und dementsprechend innerhalb von Klassengesellschaft stattfinden.
00:47:18: Also ich stimme dir da natürlich zu aber ein ... Zwischensatz, der mir noch bei dir fehlt ist.
00:47:25: Dass es eben eine Reflexion über die Fehler geben muss oder über Phänomene geben muss und das wird oft nicht gemacht.
00:47:32: sondern wenn ich höre du kannst uns so viel beibringen dann denke ich immer ich erzähle von irgendwelchen Aktionen ja dass ist ganz lustig zu hören aber heute kannst du solche Aktion gar nicht mehr machen weil die Polizei völlig anders ausgerüstet ist etc.
00:47:48: bp Während ich zum Beispiel das scheitern für einen unglaublichen Lernen-Fundus halte.
00:48:02: Also, wenn was nicht funktioniert hat angeguckt wird, analysiert wird ein bisschen systematisiert und dann in neuen Kontext noch mal gestellt wird da kann natürlich viel draus gedeihen werden.
00:48:15: Da bin ich sofort bei dir.
00:48:17: Ich hab von einem Ausbilder mal eine systemische Organisationsberatungsausbildung gemacht.
00:48:23: Und der hat gesagt, ich bin gescheitert und sagt so nö du bist gescheiter lasst das T weg also wirklich reflektieren und dann lernen daraus.
00:48:35: Und ich glaube mit was sich vielleicht an diese Stelle noch wichtig finde auch zum Thema von warum scheitern verschiedene Sachen mit Blick auf Quire-Bewegungsgeschichte feministische Bewegungsgeschichte.
00:48:48: Was passiert, wenn wir diese Fragen als nicht-klassenkämpferische Fragen stellen?
00:48:53: Wo denn ... Sondern als identitäre Fragen stellen oder unter dem Label der Frauenrechte oder der Queerenrechte eingemeindet wird und halt zum Beispiel proletarisch Perspektiven eingemeindet werden und in Dienst genommen werden für bürgerliche Belange.
00:49:08: Und am Ende die konkreten Bedarfe proletarischer Queers
00:49:11: z.B.,
00:49:12: auf der Straße liegen bleiben.
00:49:13: in Form des sogenannten Selbstbestimmungsgesetzes zum Beispiel.
00:49:16: Inwiefern wir uns das eben auch ein Fehler ist, was nicht funktioniert hat?
00:49:21: Weil man Fragen nicht als Klassenfragen gestellt hat und eine Form von Separatismus im Sinne von Manati Frage separiert aus einem Klassenkontext zu einer identitären Frage gemacht.
00:49:34: Damit sind es häufig Bewegungsmomente, die in so einer Kampagnenform für diejenigen, die am meisten dazu gewinnen haben ... zu am wenigsten bringen oder zu am Wenigsten führen.
00:49:50: Da bin ich auch wieder ganz bei dir, weil ich dahinter das System mitdenken muss, was solche Gesetze macht ... Mit welchem Ziel werden die gemacht und wem nutzt es letztlich?
00:50:06: Wie können linke feministische Bewegungen gewinnen?
00:50:10: Ich glaube, dass innerhalb von ... Feministischen Bewegung, von denen ich jetzt nur reden kann.
00:50:19: Viele, viele Tabus existieren und ich glaube wenn mehr Mut da wäre sich mal aufs Glatteis zu begeben und politische also erstmal intern auch in Diskussion dumme Fragen zu stellen oder zu sagen Ich weiß darüber nichts Ich hab die und die Meinung, aber was meint ihr denn dazu?
00:50:49: Also so einen ehrlichen konfliktfähigen konstruktiven Diskussionsprozess mit Selbstreflektionen zu starten.
00:51:01: Dann könnte viel gewonnen sein.
00:51:03: Das erste Mal auch im Kleinen, das fehlt mir ganz oft, dass ich dann so Elefanten im Raum sehe ... Und da wird rumgeredet und rumgelaufen, und rumdiskutiert.
00:51:17: Es wird nicht gesagt ... Das ist eigentlich unser Thema.
00:51:21: Da gibt's viele Tabus?
00:51:24: Ich glaube, was ich derzeit viel beobachte, ist, wo Fran sich viel Breitere Linke gerade abarbeitet, ist ... hau mich nicht.
00:51:38: Aber wieder auch tatsächlich ... zu dem Punkt zu kommen, Klassenkampf als eine Praxis anzugehen.
00:51:46: Also zum Beispiel einer der wesentlichen Punkte, an denen sich gerade abgearbeitet wird, an den sich teilweise auch dezidiert feministisch abgearbeited wird oder aus einer Perspektive von Frauenrechten abgearbeitete wird ist es zu sagen die AfD ist die große Bedrohung und ich glaube das halte ich für falsch weil ... sich da auf einen Moment der akuten Betrohung, der nicht nichts ist.
00:52:09: Nicht dass ich irgendwas hier schön oder weniger gefährlich darstellen will als es ist ... Aber wo ein Moment der Akutenbetrohungen aus dem Zusammenhang gerissen wird als der große Moment der Gefahr und dieser Moment aber nicht innerhalb des generellen Gefüges von Klassenverhältnissen verstanden werden.
00:52:27: Das große Problem ist nicht die AfD, sondern die AfD ist Ausdruck eines Sich- Gewalt tätig aufstellenderen, rechtsradikalen, bürgerlichen politischen Moments.
00:52:41: Wenn ich mir anschaue was für hoch gerüstete patriotische Reden von Bündnis Neunzig die Olivgrünen kommen wenn nicht mehr anschauen was die CDU verbringt weil sie sich wie die Sozialdemokraten seit jeher eigentlich nur mit Verraten beschäftigt sind und so weiter und sofort.
00:53:02: Das Problem ist nicht die AfD alleine, sondern sie ist vielleicht irgendwie am weitesten vorgeprescht.
00:53:08: Aber selbst wenn die weg wäre haben wir es mit immer noch den selben Problem zu tun.
00:53:13: Absolut.
00:53:14: Ich glaube das ist so eine Frage, die ich ... Wenn es ums Gewinn geht, zu sagen ... Wir müssen uns mit den Klassenverhältnissen, wir müssen uns dem was aktuell passiert von außen kommenden AfD-Faschismusgefahr, sondern von innerhalb der bürgerlichen Verhältnisse stattfindendem Prozesses bewusstmachen.
00:53:39: Und ich glaube da kommen wir dann auch zu Fragen von so... Inwiefern gibt es innerhalb von linken Bewegungen auch Abwehrhaltung gegenüber Gruppen und Organisationen die diese Klassenfragen klarer stellen?
00:53:53: Ich würde sagen, auch einem antrainierten, antikommunistischen Reflex heraus der letzten Jahre.
00:54:00: Hinderlich ist, sagen wir mal, warum?
00:54:03: Also ich kenne tatsächlich wenig ernstzunehmende Gruppen, die die Klassenfrage stellen.
00:54:12: leider weiß ich nicht genau.
00:54:14: Ich hab mit denen im Zusammenhang Israel-Palestiner zu tun und das ist ziemlich gruselig was die konkrete praktische Politik angeht.
00:54:28: Das ist ein riesen anderes Thema und ich würde jetzt einfach nicht widersprechen, weil ich nicht genau weiß wie innerhalb meiner Organisation eine Klassenfrage gestellt oder nicht gestellt wird.
00:54:50: Was ich zu kurz gesprungen finde, und das ist meine Kritik an diesen ganzen AfD-Aktivitäten ... Anti-IFD-Aktypitäten.
00:54:59: Ist dass die nicht in größeren Zusammenhang gestellt werden?
00:55:03: Dass es dabei stecken bleibt und dann so eine ... Also diese Kampagnenarbeit, die find ich einfach zum Kotzen.
00:55:12: Die reicht nicht aus!
00:55:14: Und da ... Bin ich ein Stück weit bei dir, ohne dass ich weiß ... Ich
00:55:19: denke das ist eine klare praktische Frage auch.
00:55:25: Wie kriegen wir einen Parteitag weg?
00:55:27: Offenbar ja nicht durch Blockaden weil sie finden trotzdem statt.
00:55:30: Es ist eine Frage von okay wie kommen die Arbeiter in einem Veranstaltungsort dran, dass dieser Veranstaltungstag nicht offen ist ist eine klassenkämpferische Herangehensweise.
00:55:41: Oder dass die Transportunternehmen nicht bespielbar sind, weil ein Generalsteig stattfindet oder ... Das sind jetzt
00:55:49: so kleine
00:55:50: Ansätze?
00:55:50: Ich glaube auch, wenn wir über geschlechter Fragen, feministische Fragen denken... komme ich auch zu dem selben Punkt von, was aktuell mit der Gesundheitsversorgung passiert.
00:56:04: Was aktuell mit sozialer Sicherheit passiert?
00:56:05: Das ist ein weit aufgerissenes Tor in Richtung der Verehlendung von armen und arbeitenden Frauen- und transgeschlechtlichen Menschen in Deutschland.
00:56:16: Ein Kahlschlag einer Vornemöglichung von Gesundheitsversorgen, von Transitionsgesundheit ... reproduktiver Gesundheit und so weiter.
00:56:22: Und sofort, wenn wir uns nicht auf den Hosenboden setzen und uns mit der Krankenhausbewegung, der Gesundheitsbewegungen organisieren als Arbeiterinnen ... Wenn wir uns auch nicht auf dem Hosenboden sitzen und ganz praktisch Versorgung organisieren.
00:56:36: Da kommen wir über Kampagnenfragen sehr schnell hinaus.
00:56:40: Wie du aus sagst, breite Aufstellen?
00:56:42: Ich glaube viel tatsächlich eine Zusammenarbeit auch mit unliebsamen Gruppen an ... von denen viele vieles auch sicherlich falsch machen, weil ich glaube die Schärfung der Praxis funktioniert nur durch eine Gemeinsamkeit der Arbeit.
00:56:56: Durch ein gemeinsames Kämpfen in dem Vertrauensverhältnis zwischen unterschiedlichen Haltungen oder Positionen entsteht und in diesem austauschende gemeinsame Praxis entstehen
00:57:06: kann.
00:57:07: Und
00:57:07: sich dann vielleicht auch angenähert wird bzw.
00:57:09: Synergien beobachtbar werden?
00:57:12: Also ... Ja, Kommunikation.
00:57:14: Also Kontakt in Kommunikion brauchst du dafür und eben nicht eine Kampagne die dann irgendwann anfängt und irgendwann aufhört sondern du brauchst eine kontinuierliche Arbeit ne seriöse Arbeit im Sinne von Ernsthaftigkeit.
00:57:29: Und ich glaube dass das auch manchmal schwierig ist für viele Leute Die dann selber Politik nicht als Lebensaufgabe Sondern als Projekt sehen Zum Beispiel Israel-Palestiner.
00:57:45: Da gibt es schon auch Gruppen, die tatsächlich mit den Hafenarbeitern versuchen, Kontakte zu nehmen, die dann über Rheinmetall entwaffnen.
00:57:54: Also solche Kontakte pflegen und dann mit Gruppenzusammenarbeiten ... Die Munitionstransporte, die von Hamburg aus relativ marginal sind, auch wenn sich das viel anhört... oder so, aber da Kontakte herzustellen und dazu arbeiten an solchen Themen.
00:58:17: Oder Krankenhausbewegungen.
00:58:19: Also sowas gibt es schon auch.
00:58:21: Aber die Organisation, die Gute ist, sie gibt's nicht für
00:58:26: mich.".
00:58:28: Was nehmt ihr aus diesem Austausch mit?
00:58:30: Woran könnte man anknüpfen?
00:58:33: Ich nehme tatsächlich dann Angebot mal
00:58:35: an.
00:58:37: Mich nochmal mit dem Thema ... Klasse, was ist das eigentlich heute?
00:58:42: Ich hab natürlich diese Diktatur des Proletariats von mir immer ein bisschen unheimlich.
00:58:47: Weil ich nicht wusste, was das denn tatsächlich heißt ... Kennst du die Proleten-Passion von den Schmetterlingen wahrscheinlich nicht mehr?
00:58:57: Das war so eine österreichische Rockgruppe gewesen.
00:59:01: Da muss ich sowieso für einen Benossen mal ne CD brennen.
00:59:06: Ja!
00:59:07: Das werd' ich dir dann auf den Stick... Da geht es nämlich darum, die erzählen in der Rockoper die Geschichte der Klassenkämpfe.
00:59:17: Und da wird eben an einer Stelle Engels, glaub ich, zitiert, der sagt, schaut euch durch Paris au Commune.
00:59:24: und das war die Diktatur des Proletariats.
00:59:28: Das was sie über die Commünen darstellen, da kann nicht viel mit anfangen... Also mit Wählbarkeit, Abwählbarheit.
00:59:39: Ihr müsst eure Kandidaten kennen und nicht die müssen sich euch vorstellen und solche Sachen.
00:59:44: Das sind so kleine Facetten, die mehr im Kopf bleiben ... Damit kann ich was anfangen.
00:59:50: aber mit dem Begriff als Begriff konnte ich nicht viel anfangen.
00:59:55: Und eben auch als Akademikertochter und sehr behütet großgewordene westliche Frau hab ich dann gedacht, da würde ich mir ein Label anhängen.
01:00:11: Was verlogene Kackscheiß!
01:00:13: Weißt du so?
01:00:15: Solche Sachen habe ich im Kopf und das wollte ich nicht.
01:00:18: Deshalb hab ich gesagt, sag erst mal was du darunter verstehst.
01:00:23: Im Gespräch hab ich schon gemerkt, ja, es gibt viele Überschneidungen auch wenn ich das nicht nennen würde.
01:00:30: Aber das ist das, was ich mitnehme.
01:00:32: noch die Klassen ... Frage ein bisschen anzugucken.
01:00:36: Gut!
01:00:39: Ja, den letzten Hinweis auf dieses Musical nehme ich sehr gerne mit.
01:00:42: Das klingt ... Spaß.
01:00:43: Ich glaub das klingt als ob mir das gefallen würde.
01:00:45: Ja, das glaube ich auch.
01:00:47: Kann ich mir gut vorstellen?
01:00:49: Also ich finde vielleicht gar nicht so sehr im Sinne von dass es jetzt nur was, was mir im Gespräch klar geworden ist, aber was du gesagt hast, mit dem des Scheitern verstehen, ist fundamental.
01:01:03: Und wer hättest du es von ausgedrückt?
01:01:08: Was passiert, in welchem Kontext ...
01:01:11: Ort, Zeit,
01:01:13: Bedingungen.
01:01:13: Also wo
01:01:14: passiert das und wann passiert's?
01:01:17: Und unter welchen Bedingung?
01:01:19: Das find ich superwichtig.
01:01:21: Man kann sich auf die Augenlieder drauftitulieren.
01:01:24: Genau!
01:01:26: Ich nerv damit meine Jungen immer ein bisschen und sag nee.
01:01:31: Sieh ich auch besser.
01:01:34: Okay, danke Nia!
01:01:35: Ich danke dir schön!
01:01:39: Du fandest dieses Gespräch interessant?
01:01:41: Du siehst manches anders oder stimmst dem meisten zu?
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