Antifaschismus im Herbst | Podiumsdiskussion

Shownotes

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00:00:00: Willkommen.

00:00:01: Hi, schön dass ihr da seid und vielen Dank an das Metropolis-Kino, dass wir hier heute diesen Abend oder diesem Nachmittag verbringen können.

00:00:23: Es ist sehr sweet.

00:00:25: Checkt auf jeden Fall auch das Filmprogramm von diesem Kino aus.

00:00:30: So weit dazu!

00:00:33: Diese Veranstaltung findet im Rahmen unserer besser streiten Kampagne von AK statt.

00:00:41: Da werden wir gerade um ein tausend bis einen tausenden Fünfhundert neue AK-Abus, um die Preisteuerung der letzten Jahre irgendwie mittragen zu können und weitere Projekte zu starten.

00:00:57: Eines dieser Projekten ist unter anderem unsere neue AK App.

00:01:02: Die könnt ihr mit unserem neuen Digital Abo lesen.

00:01:06: Das ist auch damit Spatia nämlich nicht nur Papier, sondern auch ein bisschen Geld ungefähr ne Zehne günstiger als das Print-Abo.

00:01:15: So!

00:01:16: Das war's jetzt mit dem Werbeblog.

00:01:20: Wer AK noch nicht kennt – wir haben auch einen Podcast, da stellen wir uns ein bisschen vor und wir führen in unserer Zeitung viele Debatten zwischen lenken Strömungen.

00:01:36: Eine dieser Debatten haben wir auch derzeit in unserem Schwerpunkt und um die soll es heute Abend auch gehen.

00:01:42: Die aktuelle Zeitung könnt ihr euch auch draußen erwerben.

00:01:49: Genau, heute Abend soll's um eine dieser Debatte gehen nämlich antifa.

00:01:56: wie weiter denn die verschiedenen Bewegungen, die sind gerade ordentlich am diskutieren.

00:02:11: Wie kann man gegen den deutschen europäischen ja eigentlich sogar weltweiten Rechtsrück vorgehen?

00:02:20: Wie kann eine immer stärker werdenden Rechten... wie kann man darauf reagieren?

00:02:34: Denn die Längspartei, die steht jetzt vor den Wahlen und wird auch nach den Walen in Sachsen-Anhalt vor einem Dilemma stehen.

00:02:44: Nämlich wird sie eine Minderheitenregierung der CDU tolerieren oder man kann es auch so formulieren, werden Sie den CDU-Kandidaten Sven Schulze ins Ministeramt hiefen?

00:03:02: Das ist so der parlamentarische oder das parlamentarisch Dilemma.

00:03:07: Daneben gibt es ja aber auch noch natürlich die Bewegung und die Gesellschaft, gleiche Linke.

00:03:13: um die soll's heute vor allem gehen.

00:03:18: Allerdings auch schon seit Jahren in diesem Bundesland unter Beschuss ein paar mutige Genossinnen, die organisieren trotzdem nach wie vor Gegenwehr solidarische Strukturen und Orte an denen man sich weiter verbünden und vernetzen kann.

00:03:39: Und diese Gegenwehr, die da organisiert werden soll geht auch über die AfD hinaus.

00:03:46: Vielleicht ist das auch schon ein bisschen der Stichwort des Abends.

00:03:52: So, aber bevor wir jetzt so ganz reingehen möchte ich euch noch mal ein bisschen mehr vorstellen.

00:03:58: Ich fahre mal ganz links an.

00:04:01: Ganz links sitzt Ayasha Hartmann vom... Huch mir rutscht gerade was aus der Tasche.

00:04:06: Vom Radio Korax Halle.

00:04:10: Das ist ein preisradio Was seit Seit dem Jahr zweitausend, vierundzwanzig Stunden am Tag sendet und auch jenseits von Sachsen-Anhalt weltweit online gehört werden kann.

00:04:30: Du koordinierst beim Radio die tagesaktuelle Redaktion und die studierenden Redaktionen.

00:04:39: Ist das richtig?

00:04:40: Schön dass du da bist!

00:04:48: Der daneben sitzt BAFTA Sabo.

00:04:50: BAFDA Sabo ist politische Bildnerin und Autorin hat, das Buch Diversität der Ausbeutung mit herausgegeben.

00:05:02: Du bist Jack-Obin Redakteurin und du organisierst die Markslesekreise oder die Kapitallesekkreise ein bisschen genauer bei der Rosa Luxemburg Stiftung.

00:05:15: Schön dass du da bist!

00:05:23: Und direkt neben mir sitzen Noah Sander, einige kennen Noah vielleicht als Presseperson von Widersätzen während der Proteste in Erfurt gegen den Parteitag der AfD.

00:05:42: Du bist auch noch bei beide IL heute aber als Teil von Wiedersetzen auf diesen Panel.

00:05:48: Schön dass du da bist!

00:05:59: Genau wir haben ja schon Gerade gehört, gut die Linkspartei steht von einem Dilemma.

00:06:07: Die gesellschaftliche Linke ist am Streiten oder am Diskutieren.

00:06:13: Wie soll es vorangehen?

00:06:16: Ein praktischer Antwort oder vielleicht den Beginn einer praktischen Antwort.

00:06:22: hat das Bündnis Widersetzen gefunden?

00:06:25: eben Protest und Blockaden gegen die AfD.

00:06:30: dass Bundesweite Bündnis aus linken und linksradikalen Gruppen konnte ein paar mehr als dreißigtausend Menschen im Juli gegen den Parteitag in Erfurt der AfD mobilisieren.

00:06:50: Zwischen zehn und siebzeintausend Menschen haben sich den Blockaden auf die Straßen angeschlossen.

00:06:58: Zugleich hat das Bündnis im Vorfeld dieses Parteitages tausende Haustürgespräche in der Stadt geführt und kann auch dadurch deutlich breitere Proteste mobilisieren als vielleicht vorherige Lenkebewegungen.

00:07:24: Und es tut das Bündenis.

00:07:28: Kritikerinwerfen widersetzen vor, dass bei diesen Protesten auch jene mit dabei sind die der AfD zum Teil Vorschub leisten und es würde diejenigen Parteien entschuldigen oder vielleicht auch ein bisschen legitimieren.

00:07:46: Die parallel zu dem Protesten den Sozialstaat kurz und klein schlagen aufrüsten und im Großen und Ganzen dieselbe Migrationspolitik durchsetzen, wie sie die AfD fordert.

00:08:06: Dagegensteht das.

00:08:09: die Zivilgesellschaft aber auch viele Linke in Sachsen-Anhalt aber auch darüber hinaus warnen dass die AfD wenn sie einmal an die Macht kommt demokratische Prozesse und Freiheiten zerschlagen wird.

00:08:30: unter anderem dem Radio Chorax eben passieren, aber auch einfach gesellschaftlichen Minderheiten wie Menschen mit Migrationsgeschichten, Kibbeerenpersonen und Menschen die in Armut leben werden verschärfter Ausgrenzung und Gewalt ausgesetzt sein.

00:08:57: Das Radio Chorus ist jetzt zuletzt schon ins Fahrenkreuz.

00:09:02: Der AfD geraten wird auch dezidiert im Programm zur Wahl genannt.

00:09:09: von der AfD, Radio Chorak soll nämlich der Geldhahn zugedreht werden steht dort das möchte die AfD machen indem sie über die Landesmedienanstalt da Gelder kürzt.

00:09:27: Diese Gelder, die von der Landesmedienanstalt an Radio Korax gehen würden die Grundfinanzierung des Senders sozusagen oder das ist die GrundFinanzierung.

00:09:41: Das geht zwar nicht ganz so leicht wie sich das die AfD vorstellt aber im Rahmen dieser ich sage mal Kampagne ist das Radio eben schon ins Fadenkreuz rechter Akteure und auch Medienportale.

00:10:00: Wir merken da drinnen, es geht eigentlich schon um viel größere Fragen.

00:10:08: Auch zum Beispiel wie ordnet man die AfD ein?

00:10:15: Worauf sollte sich der Fokus der Proteste und Gegenaktivitäten richten?

00:10:21: auf die Demokratie oder auf die soziale Frage?

00:10:27: ist diese Strategie-Debatte vielleicht auch nur an in so Städten wie Hamburg und Berlin relevant.

00:10:34: Und stellt sich vor Ort aber eigentlich gar nicht mehr, weil da eigentlich gar keine Kräfte mehr mobilisiert werden können die nicht kirchlich oder liberal bürgerlichen Parteien und Vereinen sind.

00:10:55: soweit zu meiner Vorrede.

00:10:58: bevor wir jetzt richtig in das Gespräch einsteigen, würde ich jeweils in so zwei bis drei Sätzen vielleicht von euch einmal hören.

00:11:06: Wie seid ihr eigentlich antifaschistisch geworden?

00:11:11: Wie seid Ihr da reingeraten?

00:11:19: Ich fange einfach mal an ja.

00:11:23: Ich glaube für mich ist es ein bisschen...ich bin es eigentlich nie geworden sondern ich bin mir dessen bewusst geworden dass ich das bin im Laufe meines Lebens.

00:11:32: Ich habe den Sturz einer Diktatur in Indonesien miterlebt, mit Panzern auf der Straße.

00:11:38: Ich hatte das im September und im September in der USA mit allen Folgen erlebt die es für die Gesellschaft hat.

00:11:46: Das sind natürlich Ereignisse, die prägen und dazu kommt dann auch so etwas wie mal ein Besuch vom KZ in Dachau.

00:11:53: ich war auch in Auschwitz-Bürkenau bei einer Bildungsreise mit Zeitzeugengesprächen eine Erfahrung, die noch mal ganz stark verändert hat welche Rolle Antifaschismus für mich und mein Leben gespielt hat.

00:12:04: Und auch so ein Erlebnis wie Esther Bejarano auf der Bühne zu erleben, wie sie erzählt von was sie erlebt hat und lebensfrohe Musik macht spielen da mit rein genauso wie die Auseinandersetzung damit was eigentlich in meiner Familiengeschichte passiert ist im Zweiten Weltkrieg und auch ein bisschen danach noch Wo eigentlich so eine Grundhaltung von Respekt gegenüber anderen Menschen, Solidarität mit Menschen die irgendwie diskriminiert ausgebeutet unterdrückt werden einfach nur sich immer weiter verstärkt hat.

00:12:34: bis zu dem Punkt wo für mich klar ist natürlich bin ich Antifaschist.

00:12:41: Ich ärger mich immer dass ich mich mit Faschismus auseinandersetzen muss.

00:12:44: Ich hätte besseres zu tun aber es kann einfach nicht.

00:12:48: also ich kann's einfach nicht sein lassen.

00:12:49: das ist viel zu wichtig

00:13:00: ein bisschen schwer zu beantworten.

00:13:01: Also ich komme schon aus einer politischen Familie, das heißt linke Inhalte waren auch schon früh Teil meiner politischen Sozialisierung und ich muss aber sagen dass Antifaschismus für mich ganz lange nicht so eine große Rolle gespielt hat einfach weil ich in einem sehr urbanen sehr migrantischen Milieu aufgewachsen bin und deswegen Nazis da drin einfach nicht so ne Rolle gespielt haben.

00:13:23: und als ich dann von mein Studium nach Berlin gezogen Irgendwann Thema, dass ich natürlich mich selbst bedroht gefühlt habe von Nazis.

00:13:33: Also es gab bestimmte Orten der Stadt.

00:13:35: die wurden damals so zu No-Go Areas erklärt.

00:13:37: Ich glaube das ist jetzt gar nicht mehr so krass aber damals gab's auf jeden Fall noch so ganze Bezirke die man nicht betreten sollte und da war das auf jeden fall Thema.

00:13:45: und da hab' ich so angefangen mich damit auseinanderzusetzen Und hab dann angefangen mit antifaschistischer Arbeit als nach der Selbstenthandlung des NSU, als dann die antirassistische und antifaschistische Szene auch so ein bisschen mehr zusammengewachsen sind.

00:14:00: Und sozusagen über den Antirassismus bin ich dann in so Auseinandersetzung mit antifascistischer Arbeit reingekommen?

00:14:13: Ich habe im Vorhinein darüber nachgedacht ob ich auch eine Nachzeichnung mache von was es in meiner Biografie passiert aber das ist eher so... Ich bin in diesem Land aufgewachsen und natürlich irgendwie mit der Geschichte des Faschismus war das immer ein Bezug.

00:14:25: Ich glaube, ich habe mich lange aber nicht so als aktive Antifaschistin verstanden weil es für mich immer mit einer Praxis einhergehen musste.

00:14:33: Heute würde ich das glaube ich ein bisschen anders sehen aus so einer Haltungsfrage.

00:14:35: Aber wie ich da quasi hingekommen bin erkläre ich vielleicht eher so dass ich so politisch eher aus der Klimagerechtigkeitsbewegung komme.

00:14:41: Und da auch immer noch aktiv bin und viele Jahre vor allem meinen Schwerpunkt politischer Arbeit hatte, und irgendwann so in den Jahren des Jahrhunderts, um ein bisschen eine Debatte losgingen, um einen Begriff oder eine These von einem fossilen Faschismus, also das eigentlich innerhalb dieser Klimakrise eine Rechte, die irgendwie darauf setzt weiter fossile Energien zu verbrennen, weiter eine bestimmte Männlichkeitsbilde auf so einem Petromaskulin, Körper auf Ressourcen, auf dem Planeten zuzugreifen die mit Männlichkeit zu tun hat.

00:15:11: Sich verschränken in so einem rechten Bild was gerade immer stärker wird und das quasi zusammenläuft mit dem Erstarken der globalen Rechten.

00:15:17: was da auch schon aufkam.

00:15:18: und da habe ich eigentlich gemerkt okay ich kann nicht irgendwie nur gegen die Klimakrise kämpfen und für eine andere Gesellschaft und dass ein bisschen links liegen lassen was der Kampf gegen rechts gerade bedeutet und hab da angefangen selber auch antifaschistisch aktiv zu werden.

00:15:38: Ja vielen Dank.

00:15:40: Ich muss leider noch sagen, ich habe eine ganz kurze Orgasache vergessen.

00:15:43: Die aber doch sehr wichtig ist.

00:15:45: wir zeichnen das hier heute auf d.h.

00:15:48: Zwischenrufe werden auch dann auf der Tonspur oder gegebenenfalls auch Videoaufzeichnungen sein.

00:15:58: dass Publikumsgespräch wenn es zeitlich zustande kommen wird schneiden wir dann aber raus.

00:16:04: da könnt ihr also freisch sprechen.

00:16:07: Vielen Dank nochmal an euch.

00:16:11: Wir werden später so die Fragen gemeinsam diskutieren.

00:16:18: Zu Beginn habe ich aber noch mal so welche für euch spezifisch BAFTA, du hast das gerade auch schon angesprochen dass du eigentlich mehr aus der antirassistischen Bewegung kommst.

00:16:33: Du hast auch in deinem Buch oder das Buch was du herausgegeben hast Ausbeutung und darüber hinaus machst du dich dafür stark, dass man eine Kritik des Rassismus und Kritik das Kapitalismus zusammendenken muss.

00:16:51: Und das hast du in den Fokus gerückt und ich für einen materialistischen, marxistischen Rassismus Begriff stark gemacht.

00:17:04: Mit mich wird jetzt interessieren gibt es einen relevanten Euer Unterschied im Rassismus zum Beispiel zu Jahrzehnten und falls ja, woher kommt diese Konjunktur des Rassismes?

00:17:26: Ich finde das wir auf jeden Fall gerade beobachten können.

00:17:31: In Fragen von Rassismus und Antirassismus, insbesondere in der Migrationsfrage, gibt es einen extremen Rechtsruck.

00:17:39: Es haben sich mittlerweile Positionen normalisiert und auch Politikern, die vor zwanzig Jahren noch relativ kontrovers waren.

00:17:48: Als ich glaube, das war Jahr acht oder neun oder so.

00:17:50: Als es diese NPD-Plakate gab die so gefordert haben dass man kriminelle Ausländer abschiebt oder das Geld irgendwie für deutsche Rentner zur Verfügung gestellt werden soll statt für Migranten war das noch ein ziemlicher Skandal.

00:18:02: also das hat würde ich sagen auch in der bürgerlichen Mitte eine krasse Empörung ausgelöst.

00:18:07: mittlerweile ist das würde ich sage eine relative Standardposition bis in die Mitte der Gesellschaft rein, sogar einige links-konservative Positionen, die sich ja auch offen gegen Migration aussprechen und auch explizit fordern kriminelle Migranten abzuschieben.

00:18:25: Und auch so Migrationsfrage und soziale Frage gegeneinander ausspielen.

00:18:29: also das ist was jetzt auf jeden Fall sehr anders als vor fünfzehn Jahren noch würde ich sagen Auf der anderen Seite Ist Rassismus jetzt irgendwo auch besprechbarer geworden?

00:18:42: Also es hat sich zugespitzt, das ist rechter geworden und gleichzeitig ist jetzt aber würde ich sagen klarer dass man offen über Rassismus spricht.

00:18:49: Und diese Sachen auch als Rassist musst benannt werden.

00:18:51: Das war damals noch nicht so.

00:18:53: deswegen würde ich sage sind es ein bisschen parallele Entwicklung.

00:18:56: Ich würde sagen das hat auch zu tun mit der antirassistischen Mobilisierung die wir so zwanzig-zwanzig erlebt haben also rund um den rassistischem Mordanschlag in Hanau und die Proteste im Black Lives Matter die ja viele Leute auf die Straße gebracht haben, dass jetzt ganz offen über Rassismus gesprochen wird.

00:19:14: Das war auf jeden Fall davor nicht so.

00:19:15: also diejenigen von uns, die sich noch erinnern können wie das damals war, war das auf jeden fall sehr stigmatisiert, Dinge als rassistisch zu benennen ist jetzt ein bisschen anders aber trotzdem ändert es erst mal nichts daran, dass sich gesellschaftlich zugespitzt hat und mehr rassistsische Positionen normalisiert sind und eigentlich zu einem normalen Kanon von politischen Forderungen gehören.

00:19:38: Und ich würde sagen, dass das auch Ergebnis von so einem erfolgreichen rechten Hegemonie-Projekt ist, dass es irgendwie geschafft hat die soziale Krise, die sowieso besteht rassistisch irgendwie zu kanalisieren oder zu lenken.

00:19:53: also ich weiß noch das ungefähr... Ich weiß nicht als diese Pegida Mobilisierung begonnen haben.

00:20:00: wann war das so?

00:20:05: Als diese Pagidamobilisierung begonnen haben, war das noch so ein Skandal.

00:20:11: Ich kann mich noch erinnern, dass Panorama damals unkommentiert einfach zwei Stunden Videomaterial hochgeladen hat wo sie mit Demonstranten reden und es ist eigentlich relativ interessant, dass viele von denen noch gar nicht über eine Erhaltung von abendländischer Kultur sprechen.

00:20:28: Ich habe mir das damals komplett angeschaut.

00:20:31: Ich habe damals kein einziges Interview gesehen, wo irgendjemand irgendwas über Kultur zu sagen hat oder Islam oder sowas sondern da ging es um so Sachen wie also es war ja noch Voreinführung des Mindestlohns ich krieg nur sechs Euro die Stunde und meine Rente reicht nicht zum Leben solche Sachen.

00:20:45: und da würde ich sagen gings noch relativ offen um soziale Fragen, die dann von rechts instrumentalisiert wurden für ihre rassistische Agenda.

00:20:55: Wenn man sich jetzt so Aufnahmen von irgendwelchen Demos oder sowas anschaut, sind die Leute schon sehr... Es sind zu viele Ausländer.

00:21:01: Ich habe ein Fremdgefühl und das teilweise an Orten wo es nicht mal einen geflüchteten Heim oder eine relevante migrantische Community oder so was gibt.

00:21:09: Und das würde ich sagen da waren die Rechten einfach erfolgreich darin bestimmte Themen zu setzen diesen Rechtsrugs auch zu erwirken und auch soziale Fragen mit der Migrationsfrage zu verknüpfen und auch die gesellschaftliche Konkurrenz die ohnehin besteht und auch der gesellschaftliche Rassismus, der ohnehin so zuzuspitzen dass viele Leute jetzt der Meinung sind okay ihre Probleme werden gelöst wenn möglichst viele Migranten aus Deutschland wieder abgeschoben werden.

00:21:36: Und in der Frage von Rachel Profiling also ich habe dazu ganz lange Kampagnenarbeit gemacht und es gab zwanzig zwölf das erste Gerichtsurteil in Deutschland, was es irgendwie verboten hat.

00:21:47: Und auch damals war das schon Skandal, dass ist überhaupt die Polizei anhand von rassistischen merkmalen Menschen kontrolliert und auch die Debatte ist schnell gekippt.

00:21:58: Das hat so angefangen mit dieser ganzen Berichterstattung um diese Silvesternacht im Köln damals während der Corona-Pandemie nochmal, dass es mittlerweile wirklich ein relativ breit vertretener Standpunkt ist.

00:22:13: Dass man die Polizei ja total in ihrer normalen Arbeit behindert wenn sie Leute nicht anhand von rassistischen Merkmalen kontrollieren dürfen also das einfach eine unzulässige Einschränkung der Polizeiarbeit ist, wenn Sie das irgendwie unterlassen sollen bestimmte Straftaten anhand vom ethnischen Gruppen zu markieren und daran irgendwie Leute zu kontrollieren.

00:22:31: Also so würde ich erst mal die aktuelle Konjunktur beschreiben, dass der Rassismus jetzt offener, schamloser geworden ist.

00:22:36: Nicht mehr so verdeckt sich nicht mehr irgendwie verstecken muss und das einfach Ergebnis davon ist das Rechte sehr erfolgreich Die soziale Krise, die ja seit den letzten fünfzehn Jahren besteht so zu lenken, dass das Migration irgendwie so das Hauptthema ist an dem sich ganz viele Fragen entfachen in der Debatte also auch Sachen die überhaupt nicht direkt mit Migration oder so zu tun haben.

00:23:03: Vielen Dank!

00:23:06: Ich habe das ja gerade schon gesagt, Joscha du lebst auch in Sachsen-Aanhalt Du arbeitest da bei dem linken Medienprojekt Radio Korax.

00:23:25: Wahrscheinlicher Wahlsieg der AfD bevor, möglicherweise könnte die Partei dann da auch die Alleinregierung stellen.

00:23:40: Was denkst du?

00:23:41: Warum konnte sich die AfD innerhalb der letzten vier Jahre fast verdoppeln und steht im Moment bei so circa vierzig Prozent?

00:23:52: und was würde das bedeuten Auch für das Radio.

00:24:01: Erst mal vielleicht, ich bin so ein bisschen hin und weg wie viele Leute hier sind.

00:24:05: Ich hätte nicht erwartet dass Sachsen-Anhalt so viele Menschen in Hamburg interessiert.

00:24:08: Danke, dass ihr alle gekommen seid Aber das ist auch meine Überleitung zu dem ersten Punkt der das Ganze ausmacht.

00:24:15: Niemand hat sich die letzten vier Jahre für Sachsens Anhalt interessiert Und das wissen die Leute, die da wohnen auch.

00:24:20: Also es ist... Die letzten Wochen haben wir klar total viel Berichterstattung über Sachson-Anhalt weil diese Landtagswahlen anstehen.

00:24:27: Auch wir als Radio kriegen ganz viele Anfragen plötzlich, das hatten wir die letzten zwanzig Jahre nicht.

00:24:32: Das ist eine Erfahrung, die die Menschen gemacht haben, dass die Sachen, die sie dort in Sachsen-Anhalt beschäftigen keinen Raum finden.

00:24:40: Das hängt aber auch damit zusammen, dass es auch in Sachsenanhalt relativ wenig Raum gibt diese Debatten zu führen.

00:24:47: Wir haben de facto eine Nachrichtenwüste.

00:24:50: Es gibt zwei Zeitungen in Sachsanhalt, die zum selben Verlag gehören.

00:24:56: Es gibt den MDR, der viel beschäftigt.

00:24:58: Da ist mit Sachsen und Thüringen als mit Sachsens Anhalt.

00:25:00: vor ein halben Jahr oder so hatten die noch drei Beiträge über Sachsin-Anhalt im Programm am Tag also Stichprobe.

00:25:07: ich habe das jetzt nicht durchanalysiert aber eine Stich Probe von einem Tag oder so.

00:25:11: Also es ist einfach so dass auch eine mediale Beschäftigung im Land relativ gering ist.

00:25:19: Und dann gibt's aber noch die Faktoren die ja auch den ganzen Osten betreffen.

00:25:24: Das ist auf der einen Seite ein Transformationsprozess, der seit der Wende angeht.

00:25:27: Der Arbeitsplätze gekostet hat, der auch Selbstrespekt bei vielen Menschen stark beschädigt hat und auch ein Verständnis von was sind wir eigentlich wert in Ostdeutschland?

00:25:40: Da würde ich jetzt nicht zu weit reingehen.

00:25:41: da gibt es andere Menschen die das ordentlich erforscht haben und euch ganze Vorträge dazu erzählen können was diese ökonomischen Entwicklungen mit den Menschen gemacht haben.

00:25:49: Und auch die Erfolge der letzten Jahre in dem Bereich können das halt nicht auf einen Schlag wettmachen.

00:25:55: Dazu kommt aber auch, wobei erst noch eine andere Kurve ein anderer Aspekt ist, aber dass was in Sachsen-Anhalt gerade bei dieser Wahl sozusagen angeblich auf den Spiel steht, ist nichts, was Sachsens Anhalt speziell macht sondern wir haben in Sachsen ähnliche Umfragewerte, Wir haben in Thüringen ähnlichen Umfragewerte.

00:26:12: In Brandenburg, in Mecklenburg-Vorpommern und sogar in Süddeutschland im Allgäu gibt es Wahlkreise mit thirty fünf Prozent AfD-Wählern.

00:26:20: Baden-Württemberg war ja auch gerade erst Landtagswahl.

00:26:23: das ist also schon ein Phänomen dass man jetzt nicht nur auf Sachsen-Anhalt projizieren sollte.

00:26:27: Es ist leider der Ort wo die Wahl ansteht und deswegen aufgegriffen wird.

00:26:35: Das vielleicht noch als eines und das andere, wo ich eigentlich angesetzt hatte ist auch dass es auch eine Kontinuität rechter Gewalt gibt.

00:26:45: Die direkt nach der Wende sich sehr brachial den Weg geschlagen hat aber nie aufgehört hat mit jährlichen Morden an vor allem migrantisierten Menschen.

00:26:57: Also wirklich eine Straßengewalt auch, genauso wie aber auch eine politische Gewalt oder eine politischerechte.

00:27:04: Schon in deundendzehnt ist die DVU damals mit zwölf Komma neun Prozent in den Landtag gewählt worden.

00:27:09: Es ist also nichts Neues das eine rechtsradikale bis faschistische oder faschistoide Partei hier ordentlich Menschen abgreifen kann.

00:27:20: Und trotzdem ist es natürlich einfach etwas was sich immer weiter entwickelt hat und größer geworden ist.

00:27:26: Ich glaube allerdings, ohne eine Zivilgesellschaft und die Leute, die aus der DDR-Bürgerrechtsbewegung aktiv geworden sind.

00:27:34: Und ein antifaschistischen Praxis wäre es auch schlimmer als es jetzt ist.

00:27:38: Dass vielleicht so kurz wie ich es irgendwie hinkriegen kann, jetzt ohne hier den Rahmen bis hin zu sprengen.

00:27:43: So einen kleinen Überblick über ganz viele Probleme, die da sind.

00:27:47: Wir kommen noch auf ein paar Punkte wo ich dann nochmal in Detail auf Aspekte reingehen kann.

00:27:54: Was das Ganze für Korax bedeutet, ist glaube ich auch tatsächlich nicht ganz so einfach zu beantworten.

00:28:04: Weil wir sehen sozusagen – hier wird gerade sehenden Auge es auch in eine Politfalle reingerannt – die AfD verspricht alles anders zu machen und dann wird's besser für den Bio-Deutschen oder so plant aber einen autoritären Umbau der eigentlich die Lebensbedingungen aller Menschen verschlechtern wird Und dazu gehört eine Streichung von Geldern für die komplette Zivilgesellschaft, deswegen auch die Forderungen uns den Geldhahn zuzudrehen was eine Landesregierung nicht machen kann.

00:28:31: Die Medienanstalten sind Staatsferne organisiert, die Gelder die wir über die bekommen sind aus der Rundfunkgebühr.

00:28:36: das sind also keine Steuern.

00:28:39: aber trotzdem Kann man sich auch nicht darauf ausruhen, dass die AfD diesen Weg nicht irgendwie beschneiden könnte.

00:28:46: Die wird sich bestimmt irgendwas mehr überlegt haben als der Medienanstaltende Anweisung zu geben, die sie gar nicht umsetzen darf und wir müssen damit rechnen, dass sich eine so rechtsradikale Regierung nicht an Recht und Gesetz halten würde.

00:28:58: die ganze Zeit Das heißt... Wir überlegen es könnte uns bis zu ein Drittel unserer Finanzen wegfallen und dazu kommt, dass wir zunehmend politische Angriffe ausgesetzt werden könnten für unsere Arbeit.

00:29:12: Und das würde für uns im Wesentlichen bedeuten, woanders an Geld kommen müssen um unser Engagement in dem Maße wie wir es momentan machen fortsetzen zu können.

00:29:23: aber wir brauchen auch Rückendeckung aus der gesamten Zivilgesellschaft für das was wir tun Was uns auf jeden Fall klar ist in der aktuellen Lage auch einen politischen Auftrag weiterzumachen und wir wollen alle weitermachen.

00:29:40: Wir können nicht einfach abgeschaltet werden, das ist vielleicht die gute Nachricht!

00:29:43: Wir haben unsere Lizenz und das Grundgesetz schützt auch etwas für ein Radio sehr stark Und bei uns im Sender sind vierhundert Menschen, die in diesem Verein Radio machen.

00:29:54: Das ist für eine Stadt mit zweihunderttausend Einwohnern erstaunlich.

00:29:56: viele Leute, die Radio machen Aber heißt auch, dass wir sehr gut in dieser Stadtgesellschaft verankert und vernetzt Und wir wollen alle, dass dieses Projekt einen offenen Diskursraum zu haben.

00:30:08: Ein Radio wo alle Menschen ans Mikrofon gehen können und vor allem nicht nur als Befragte von irgendwelchen Journalisten sondern als Leute die selber mit ihren Themen kommen und selber Sendung machen und auch kollektiv im Austausch miteinander.

00:30:22: Das ist mir noch ein ganz wichtiger Punkt dieses Kollektive gegen eine Vereinzelung die ja auch angesetzt wird oder ich sollte langsam glaube ich zum Punkt kommen.

00:30:31: Also das wird weitergehen, egal was kommt.

00:30:33: Wir werden weiter Radio machen.

00:30:34: die spannende Frage ist unter welchen Bedingungen und was brauchen wir unter welchem Situation damit es funktionieren kann?

00:30:47: Vielen Dank!

00:30:49: Zwei Punkte davon würde ich noch einmal ganz kurz aufgreifen und dann zu dir kommen Noah und hier eine Frage stellen.

00:30:55: Einmal von Radio Korax gibt es vorne auch Material.

00:31:06: Die suchen noch regelmäßige Spender in Förder, Mitglieder und so weiter.

00:31:13: Wenn ihr also da ein bisschen Geld habt, freuen die sich sicher was ihr sonst noch brauchen könnte.

00:31:21: dazu kommen wir später vielleicht auch nochmal.

00:31:23: der zweite punkt wäre du hast es schon gesagt dass auf oder das ganze problem auf Sachsen anhalt zu begrenzen läuft.

00:31:36: Es gibt auch hier in Hamburg Wahlbezirke, wo die AfD bis zu thirty-fünf Prozent einfährt.

00:31:42: Das sind dann aber die Hamburger Randbezirk.

00:31:45: für diese wird sich meistens auch relativ wenig interessiert.

00:31:49: so Jetzt zu dir.

00:31:54: wie gesagt kenn ich wahrscheinlich einige hier als Presse Sprecherin oder als Sprecherin der Wiedersetzeproteste gegen den AfD-Parteitag Anfang Juli in Erfurt.

00:32:11: Und von dir würde ich gerne wissen, wie klickst du sechs Wochen später auf diese Proteste zurück?

00:32:19: Würdest du sagen okay, diese dreißig paar tausend mehr vielleicht, diese dreizigtausend Personen die zeigen hey es gibt hier noch Hoffnung für die Bewegung oder publikst du eigentlich Arno-Stadt auf die Proteste, weil der Parteitag das auch stattfinden konnte?

00:32:45: Ich glaube ich blicke da schon sehr hoffnungsvoll nach so ein paar Wochen drauf und um es vielleicht vorweg zu nehmen.

00:32:49: Ich habe das Gefühl auch in vielen Gesprächen, die ich so geführt hab mit Leuten war irgendwie dieses okay man hat nicht geschafft das zu verhindern.

00:32:55: dass dieser Parteitage stattfindet, dass das so Leute entmutigt hat mich ein bisschen überrascht weil ich das Gefühl habe Wenn wir uns davon entmutigen lassen, haben wir glaube ich nicht die Frage verstanden mit der wir uns als Antifaschistinnen beschäftigen müssen.

00:33:07: Die nächsten Jahre aber auch die letzten Jahre und ich glaube das krasse daran finde ich an diesen Protesten ist wie viele Leute Datei genommen haben Wie viele Leute bereit sind zivil ungehorsam zu leisten?

00:33:19: gegen die AfD, aber auch gegen andere Phänomene.

00:33:21: Natürlich hat man irgendwie in so einer Kampagne diesen Zielpunkt des AfD-Parteitags und hat da dieses Zusammenkommen, aber es geht ja irgendwie darum, die antifaschistische Bewegung im Gänze zu stärken und nicht nur über die AfD sondern den Rechtsruck allgemein zu sprechen.

00:33:35: Und ich glaube das ist auch bewegungsinter total der Impuls gewesen, der gewirkt hat, den ich jetzt auch entsprechend wahrnehme.

00:33:41: Das hat mich vor allem bestärkt.

00:33:45: Vielen Dank!

00:33:49: Wenn wir uns jetzt zu den medialen Debatten sowohl bürgerlich als auch

00:33:54: im linken

00:33:55: Spektrum anschauen, wird häufig vor einer Faschisierung gewarnt.

00:34:01: Wie sieht ihr das?

00:34:04: Erleben wir gerade eine Faszisierung und wenn ja was sind da so die Treiber für diese Faszierung?

00:34:13: Soll ich weiter machen?

00:34:14: Gerne!

00:34:16: Ja, ich finde den Begriff gut.

00:34:18: Ich habe das erste Mal mitbekommen aus dem Umfeld der Rosa Luxemburg-Stiftung von Mario Kandejash und anderen Leuten.

00:34:24: Und der beschreibt eigentlich vieles was ich sehr verstehen kann oder wem ich zustimmen würde.

00:34:29: Vor allem dieser Aspekt dass eigentlich der Neoliberalismus nicht mehr funktioniert oder auch der Kapitalismus auf eine Art und Weise und eben diese ganzen Versprechen die da drin stecken nicht mehr aufgehen dass Leute irgendwie frustriert, zurückwirft und so weiter.

00:34:42: Dass Leute in die Arme der Rechten treibt, finde ich ein sehr schlüssiges Argument.

00:34:47: Und das ist sozusagen ein Argument, wo was ist im Ursprung der Faschisierung?

00:34:52: Ich würde sagen einen Ausdruckspunkt... mich mal auf zwei Sachen begrenzen.

00:34:56: Ich finde das eine konkreteste, wo wir eher so die bestehenden Herrschaftsverhältnisse anschauen ist was eigentlich gerade so in der Politik von SPD und CDU oder auch anderen Landesregierungen passiert dass da eigentlich so ein Autoritarismus im Staat immer stärker wird.

00:35:09: ich glaube hier in Hamburg können wir nicht genug drüber motzen, dass hier einen SPD und grünen Senat sich eigentlich zum Testlabor gemacht hat für autoritäre Politikern erst mit der Bezahlkarte die hier ausgetestet wurde.

00:35:21: Und jetzt auch mit dem Berufsverboten, die wahrscheinlich auch in ähnlichen Weisen in anderen Bundesländern irgendwann umgesetzt werden sollen.

00:35:29: Das sind nur einige Dinge.

00:35:30: ich glaube Wir können viel weiter gehen so die seit Jahren voraus voranschreitende Entrechtung von migrantisierten Leuten, dass Dobrindt irgendwie bewusst Gesetze übertritt mit seinen Kontrollen an den Außengrenzen.

00:35:41: Also ein Stück weit sich nicht mehr an auch so juristische Rahmen oder Gerichte eine staatliche Regierung hält das sind alles so schrittweise Verschiebungen die ich korrekt als Faschisierung beschreiben würde oder auch einen Ursprung davon.

00:35:55: Und das andere würde ich schon noch mal auf die AfD blicken, wo ich auch sagen würde.

00:35:58: Auch die ist ein klarer Treiber dieser Faschisierung in ihrem bewussten Ansatz der Rechenhegemoniepolitik, Man hat sich in der Gesellschaft krass nach rechts verschoben und ich glaube darin ermöglicht es dann eben SPD und CDU, indem ihre Ihre Scheiße funktioniert ja auch nicht mehr und irgendwie müssen sie aber dieses System am Laufen halten oder so tun.

00:36:38: Und dass quasi der Rahmen, der gesetzt ist an möglichen Politikern möglich ist geht immer weiter nach rechts.

00:36:45: Das machen SPD und CDU auch selber, aber es ist schon die AfD, die diesen Rahmen verschoben hat und in dem Sinne auch ein Treiber dieser Faschisierung ist.

00:36:53: Vielen Dank!

00:37:01: Ich bin mir immer ein bisschen unsicher was ich von den Begriff der Faschwisierung halten soll also weil Ich glaube, eine Entwicklung zum Faschismus ist zumindest nicht das, was ich gerade beobachte.

00:37:12: Aber ich glaube, dass das prozesshafte, was in diesem Begriff steckt, dass da schon irgendwie etwas Gutes drinsteckt und ich glaube auch, dass es korrekter beschreibt, was wir gerade erleben.

00:37:24: Dass es so ein Schrittweise aushebeln von bestimmten Grundrechten gibt oder von bestimmte Selbstverständlichkeiten.

00:37:31: Ich hatte es ja vorhin im Bezug auf die Migrationsfrage beschrieben.

00:37:38: Krasser finde ist der Gedanke des, was wir gerade erleben und das auch die AfD vorhat.

00:37:45: Ja aber trotzdem eigentlich total umsetzbar ist im Rahmen meiner liberalen Demokratie also die spitze ich gerade autoritär zu Die AfDs nicht an der Macht.

00:37:52: Aber viele forderungen werden sozusagen langsam etabliert Also in dem zum Beispiel die Abschiebezahlen hochgefahren werden oder Berufsverbote durchgesetzt werden oder so was zb Sozialkürzungen Insbesondere im sozialen Bereich, was Träger von Jugendarbeit und so etwas angeht.

00:38:13: Das können wir jetzt schon beobachten bevor die AfD an der Macht ist Und auch eine Regierung unter der AfD ist potenziell vorstellbar Im Rahmen einer liberalen Demokratie.

00:38:21: also in Italien haben wir es unter Meloni gesehen In Österreich war die FPÖ auch schon an der macht.

00:38:26: Also um dieser Art autoritärem Kapitalismus durchzusetzen braucht es, den Faschismus eigentlich nicht.

00:38:35: Und das ist ja keine... Also das meine ich nicht als Verharmlosung sondern dass ja eigentlich viel krasser als Erkenntnis was im Rahmen der liberalen Demokratie alles für einen Aushebel in der Demokratie dann doch eigentlich wieder möglich ist.

00:38:47: und auch also ich mein der historische Faschwismus hat ja auch eine bestimmte Form angenommen im Kontext einer sehr starken Arbeiterbewegung im Kontext von sozialistischen Revolution, die zurückgeschlagen werden mussten.

00:38:58: und leider Gottes gibt es gerade keine Linke, die stark genug ist dass man sie auf diese Weise zurückschlagen müsste.

00:39:06: bin ich immer unsicher, was man von diesem Begriff der Faschisierung halten muss.

00:39:11: Ich glaube es ist wichtiger sich auf die Inhalte zu konzentrieren.

00:39:13: also was passiert eigentlich jetzt gerade?

00:39:15: Also wo werden bestimmt zur Grundrechte zum Beispiel auch Versammlungs- und Emotionsfreiheit konkret ausgehebelt?

00:39:23: mit welchen Werkzeugen arbeitet eigentlich der Staat gerade um genau das durchzusetzen insbesondere im Kontext der Mobilisierung und Palästina-Solidarität ja total erlebt.

00:39:33: Es ist extrem viele rechtswidrige Verbote von Staatsseite gab, die teilweise von Gerichten im Nachhinein wieder zurückgenommen wurden.

00:39:42: aber dann ist es auch schon zu spät.

00:39:43: also da haben die Demonstrationen oder Kongresse Vorträge und was auch immer schon nicht stattgefunden.

00:39:49: und wenn ein anderthalb Jahre später einen Gericht sagt das war eigentlich nicht rechtens dann erinnert erst mal nichts an der Tatsache des bestimmte Behörden das einfach selber durchgesetzt haben.

00:40:00: Genau, deswegen finde ich es wichtig über diese Dinge dann konkret zu sprechen.

00:40:05: und das heißt also ich bin nicht grundsätzlich gegen Begriffsdiskussion, ich komme ja auch aus der politischen Theorie aber ich finde dass in dem Zusammenhang gar nicht so produktiv.

00:40:19: Ich glaube ich kann mich da ein bisschen anschließen mit was mir der Begriff nicht ganz so wichtig ist wie das wird tatsächlich beschreiben was passiert Und in diesem Sinne würde ich einfach gern zwei Ergänzungen machen, ohne jetzt selber nochmal auf die Frage insgesamt zu beantworten.

00:40:32: Aber eine Beobachtung, die glaube ich ganz wichtig ist festzustellen... Ich habe vorhin von der Politikfalle der AfD in Sachsen-Anhalt gesprochen.

00:40:41: Der Spitzenkandidat macht ein ganz klares Freundfeinschema auf und Feinde sind alle, die nicht hundert Prozent übereinstimmen mit ihnen und seiner Partei und seinen Kadersstrukturen.

00:40:54: Gut das wird so weit, wie ich die ausführe.

00:40:57: Und da geht es tatsächlich darum, dass die komplette freie Kulturlandschaft eingestellt werden soll.

00:41:03: Dass die Kirchen keine Finanzierung mehr bekommen sollen.

00:41:05: Dass keinerlei NGOs irgendwie noch Geld kriegen sollen.

00:41:09: Das freie Medien eingeschränkt werden sollen.

00:41:12: Da geht's sogar darum, das der MDR abgeschafft und ersetzt werden soll durch ein patriotisches Programm.

00:41:19: Also wir sehen uns sogar die Landeszentrale für politische Bildung soll im Dienste.

00:41:28: Das, was da auf uns zukommt, trägt sehr viele Wesenszeichen einer faschistischen Regierung.

00:41:34: Wenn sie sich weiterhin wählen lässt ist es noch eine liberale Demokratie irgendwie.

00:41:40: Im besten Fall läuft's dann ab wie ein Ungarn, dass die irgendwann abgewählt werden aber auch das ist ja nicht garantiert.

00:41:46: Eine Partei in so einer Machtfülle, die sowas vorhat kann da auch auf die Idee kommen, die Wahlen brauchen wir sie auch nicht mehr oder entsprechende Schritte einleiten diese Wahlen zu gewinnen.

00:41:57: Also das noch vielleicht als Ergänzung zu dem Bedrohensszenario, was da im Raum stehen könnte.

00:42:03: Und ein anderer Aspekt der mir auch noch ganz wichtig ist so ein treibender Faktor hinter dem, was wir sehen hängt auch in einer medialen Öffentlichkeit oder an der Entwicklung von medialer Öffentlichkeiten zusammen vor allem getrieben durch soziale Medien die Algorithmen basiert und im Interesse von so reichen Big Tech Menschen ausgestattet werden, also im Sinne von sie sollen möglichst viele Werbeeinnahmen generieren anstelle irgendwie tatsächliche Kommunikation zu ermöglichen.

00:42:32: Die auch so eine krassen Individualisierung führen und einen kontrafaktischen Welten in den Menschen sich bewegen können wo dann tatsächlich Parteien Dinge fordern können die keinerlei Tatsachen Grundlage haben wo man einfach sagt Wieso hat diese Forderung irgendjemand erreichen können?

00:42:50: Wir wissen doch alle, dass es bei uns hier eigentlich gar nicht so läuft oder das gar nicht die Lage ist.

00:42:55: Und... Das ist ein Riesenproblem was meines Erachtens und da gehen wir schon in Richtung Kritik vielleicht auch zu wenig Raum findet.

00:43:03: Was hat sich eigentlich in unserer digitalen Öffentlichkeit verändert und wie viel geht's auch um Digitalrechte beim Thema Antifaschismus Wenn wir uns anschauen, dass die Bundesrepublik aber auch die Bundesländer gerade zunehmend eine Überwachungsinfrastruktur ausbauen, die halt auch sehr viel Missbrauchspotenzial durch eine Regierung hat.

00:43:23: Hat die Autorität durchgreifen möchte?

00:43:32: Vielen Dank!

00:43:35: Vielleicht wurde es da jetzt auch schon ein bisschen deutlich, das ist scheinbar doch einen geringen Dissens, aber ein Dissensus darüber gibt wie man hier AfD bewertet.

00:43:46: Ihr habt jetzt auch beide gesagt Die Begriffsdefinition ist vielleicht gar nicht so produktiv.

00:43:54: Und ich würde aber trotzdem in zwei, drei Sätzen einmal von euch hören.

00:43:59: Al-Yasha, du hast es auch gerade schon ein bisschen skizziert.

00:44:03: Was erwartet ihr denn wenn die AfD an die Macht kommt?

00:44:09: Also droht der Real einen statistischer... Umsturz ist die AfD eine faschistische Partei.

00:44:22: Es setzt einfach an und ihr dürft anschließen, ja?

00:44:26: Also so wie ich die Situation in Sachsen-Anhalt die letzte Jahre aus der Berichterstattung beobachten konnte, ist da ein großes Potenzial dafür dass am Ende es in einen Faschismus münden könnte.

00:44:42: also Ja irgendwie schon Ist sie in ihrer Gänze dort schwierig?

00:44:51: Sie ist auf jeden Fall gesichert rechtsextrem, das weiß sogar der Landesverfassungsschutz.

00:44:55: Und die andere Beobachtung, die ich da an der Stelle auch teilen wollen würde ist... Wir sind sehr viel im Sachsen-Anhalt unterwegs und sprechen mit sehr vielen Menschen.

00:45:08: Also vom Sachsen-Anhalt, wie es dann von außen so wirkt.

00:45:12: Wir gehen erst mal eigentlich nicht davon aus dass sie diese Wahl so gewinnen werden das hier in der Alleinregierung stemmen können.

00:45:17: Das ist ihr Narrativ.

00:45:20: Aber die Zahlen geben das momentan noch nicht so wirklich her und Die Diskussionen, die wir mitkriegen zeigen eigentlich Dass es da durchaus einfach... das sind halt Wahlumfragen, die sagen erstmal noch nicht über das aus was nachher wirklich passieren wird.

00:45:35: Da ist noch viel im Fluss.

00:45:37: Also vielleicht nicht davon ausgehen, dass alles zum Schlimmsten wird.

00:45:41: Danke.

00:45:43: Ich wollte noch ergänzen...

00:45:47: Also ich würde mich auf jeden Fall ein Stück weit anschließen und sagen, also ob die AfD als ganzes Faschistisch ist?

00:45:54: Ich würd's anzweifeln!

00:45:56: Sie hat auf jeden fall einen faschistischen Flügel.

00:45:58: Also Teile der Partei sind auf jedenfall fascistisch rechtsradikale Partei.

00:46:03: Ich glaube, was passiert wenn die AfD an tatsächlich an der Regierung ist?

00:46:07: Das lässt sich jetzt schwer abzeichnen und ich glaube aber schon dass man davon ausgehen kann das wenn es zum Beispiel bei den nächsten Bundestagswahl zu einer Regierungsbeteiligung mit der AfD oder sowas kommen würde, dass ich davon ausgehen würde, Stück weit zu so einer Art von Verbürgerlichung der AfD kommen müsste.

00:46:30: Also ein bisschen, ich hatte ja schon den Vergleich zur FPÖ in Österreich oder Meloni in Italien gezogen das ist auch schon passiert.

00:46:36: also dass dann sozusagen bestimmte Positionen angeglichen werden müssen was zum Beispiel Fragen der EU angeht oder was sozusagen den Russland Kurs oder sowas angeht da würde ich davon ausgehen dass die AfD ihren Kurs korrigieren muss und sozusagen mehr auf Staatsresonlinie sein muss, um eine reale Machtoption zu haben.

00:46:57: Ich kann mir auch vorstellen das es dann auch passiert.

00:47:03: Also ich glaube nicht dass es eine radikal andere Situation wird.

00:47:08: Es wird einfach nur ein bisschen schlimmer als es jetzt schon ist was nicht heißt dass es nicht trotzdem schlimmer ist.

00:47:14: aber ich Machtmechanismen, die innerhalb von so einem bürgerlichen Staat existieren auch einfach genutzt werden können um Sachen auch schon schlimmer zu machen.

00:47:25: Also bestimmte rechtsstaatliche Verfahren können Umgang werden damit Demonstration verboten werden können das passiert ja jetzt schon Damit Abschiebungen leichter durchgeführt werden können Sozialkürzungen damit bestimmte soziale Projekte nicht mehr finanziert werden können.

00:47:40: also dass das so schrittweise passiert Davon würde ich ausgehen.

00:47:46: Ich glaube, es ist aber trotzdem schwer ein Bild von der Zukunft zu zeichnen und weil das auch von ganz vielen Faktoren abhängt die jetzt potenziell noch auf uns zukommen können.

00:47:53: also Die öffentliche Meinung kann sich auch schnell wieder ändern anhand von irgendwelchen Random-Skandalen, die jetzt irgendwie aus dem nichts entstehen können.

00:48:00: Das wissen wir nicht.

00:48:01: deswegen

00:48:04: Danke schön

00:48:04: Darf ich auch noch?

00:48:05: Ja bitte!

00:48:07: Ich würd glaub' ich noch eine Landsbrechen für dass ich schon sagen würde die AfD ist ne faschistische Partei und zwar auch in Gänze.

00:48:14: Und ich glaube, ich sehe voll das ist ein Sammelbecken von verschiedenen rechten Kräften oder nicht nur faschistischen oder rechtsextremen Kräfte.

00:48:21: aber wenn ich mir angucke was für Krähte da haben also schon in den Nullerjahren daran gearbeitet haben dieses Parteiprojekt aufzubauen.

00:48:28: diese Kräftes sind bis heute nicht immer sichtbar dominant aber sind eine treibende Kraft in wie die Partei funktioniert und vor allem deren ideologische Kader.

00:48:37: explizit so die ganzen leute rund um kubi check schnell oder identitäre bewegung und so die tauchen immer wieder an schlüssel rollen auf.

00:48:43: gerade wenn man sich als auch wieder jetzt habe ich den namen von dem Hund vergessen der das parteiprogramm in sachsen angeschrieben hat Okay, ist egal.

00:48:52: Naja der auch wieder explizit zu diesem also früher dem Flügel gehörte und quasi einen großen Teil dieses Programms schreibt und immer wieder an so Schlüsselpositionen passiert es schon dass sich dann diese Leute auch durchsetzen und ich glaube die haben eine klare Vision.

00:49:05: also die wollen ein faschistisches Projekt Und immer so.

00:49:08: eine Kritik, die ich aus anderen Debatten kenne ist ja dass ein bisschen die militante Straßenbewegung eigentlich fehlt um das irgendwie aus einem historischen Vergleich Faschismus nennen zu können.

00:49:17: Ich würde sagen es stimmt aber die haben sie halt noch nicht, aber die versuchen Sie aufzubauen.

00:49:22: Das hat die AfD gezielt mit dem Zusammenführen von so Fußball-Hooliganzenen, Neonaziszenen in der Generation Deutschland der neuen Jugendorganisation gemacht.

00:49:30: Ich war selber ein bisschen überrascht, dass es noch nicht geglückt ist Aber Höcke hat ja versucht auf den letzten Parteitag auch die Unvereinbarkeitsliste mit unter anderem der identitären Bewegung aufzuweichen.

00:49:40: Also diesen Mischbereich aufzuweichen und immer mehr in eine Richtung zu gehen, dass man auch eine militante Straßenbewegung an dieses Parteiprojekt andockt.

00:49:49: Das ist ein klares Ziel von Leuten, die das verfolgen.

00:49:52: Ja, es sind glaube ich so meine Argumente, warum ich schon sagen würde, es ist ne faschistische Partei, die auf jeden Fall klar dahin zielt.

00:49:58: Und ich glaube zu dem anderen so mit A funktioniert es in einer liberalen Demokratie oder nicht?

00:50:06: irgendwie nur zu denken, ah irgendwann ist dann so Faschismus oder nicht.

00:50:09: Natürlich wenn jetzt also selbst wenn es zu einer Alleinregierung der AfD in Sachsen-Anhalt kommen wird haben wir nicht übermorgen FASCHISMUS oder FASCISMus in einem Bundesland.

00:50:18: aber ich würde eher glaube die Frage stellen auch vor allem an dich weil du das aufgemacht hast mit so diesem autoritären Kapitalismus wie weit kann das eigentlich gehen?

00:50:25: Wenn wir uns so Diskussionen anschauen von so Argumenten Stückweise Teile der Gesellschaft immer faschistischer werden können.

00:50:35: Auch gerade aus einer schwarzen, marxistischen Theorie wo ich das oft herkenne.

00:50:40: Da würde ich schon sehen.

00:50:41: wenn ich mir angucke wo die globalen Verhältnisse hingehen dann kann es eigentlich nur schlimmer werden auch wenn sozusagen wir lange vielleicht eine Integration von der AfD in andere Regierungsprojekte oder so sehen und Dann funktioniert es vielleicht irgendwie innerhalb des Gebildes, des bürgerlichen Staatsabend.

00:50:58: Und das sieht vielleicht nicht genauso aus wie historischer Faschismus.

00:51:02: aber von den Kern-Elementen und wenn wir darauf gucken was dann passiert würde ich sagen landen wir auch im Faschwismus.

00:51:09: Ich könnte erst mal klatschen.

00:51:17: Aber es ist tatsächlich so ein bisschen schon auch das worauf ich hinaus wollte.

00:51:20: also die Frage ist halt ob der Begriff Faschesmus dafür das richtig ist oder nicht habe damit wie gesagt auch gar kein Problem, das so zu nennen.

00:51:28: Meine Frage ist eher nur wo man sozusagen diesen Veränderungspunkt sieht oder wo man sieht dass es sozusagen kippt und was eigentlich die Verhältnisse sind die man versucht vor der AfD zu verteidigen.

00:51:39: also auch wenn du jetzt sozusagen auf diese Theorien des Teile der Gesellschaft schon verschistig sind oder sowas verweist ich glaube dass das auch irgendwo das ist worauf ich hinaus will.

00:51:50: also wo ist eigentlich sozusagen dieser Abgrenzung zwischen dem, was wir als autoritären Kapitalismus bezeichnen oder einen Faschismus.

00:51:58: Also im ASMR hat ja gesagt, Faschwismus ist der Name den Europäer für das geben, wenn weißen das passiert?

00:52:06: Was die Colonisierten eigentlich die ganze Zeit erleben.

00:52:08: also da kommt es irgendwie her.

00:52:10: und was ja historisch auch so war, das bestimmte Methoden die dann von den Nazis in Europa eingesetzt werden also von der Architektur, der Konzentrationslager bis hin zu bestimmten Regierungstechniken an den Kolonien schon vorher ausprobiert wurden.

00:52:24: Dass es ein bisschen auch der Punkt auf den ich sozusagen hinaus will dass teilweise eine Kritik im ganz spezifischen Bezug auf die AfD formuliert wird die in so eine Zukunft projiziert wird.

00:52:38: Also es wird einem sozusagen Angst gemacht von der AfD-Regierung, aber viele von diesen Dingen sind jetzt schon Realität für ganz viele Menschen.

00:52:46: also wenn wir jetzt irgendwie antifaschistisch mobilisieren was ich gar nicht falsch finde ich find das richtig sozusagen zu versuchen auch irgendwie rechte Mobilisierung wieder zurückzudrängen Aber ist ja nicht die AfD dass es auch nicht die AfD, die Waffen an den Genuziden Gasa geliefert hat und so weiter.

00:53:07: Also das sind alles nicht Dinge, die die AfD macht sondern das sind Dinge jetzt schon im Rahmen des Kapitalismus und der Bundesregierung nicht nur CDU sondern auch die Ampelregierung schon durchgesetzt wurden.

00:53:17: und ich glaube ein bisschen meine Kritik an der Diskussion ist und ich habe gar nicht so einen Problem damit mit dem Begriff Faschismus zu arbeiten, sondern eher mit der Frage wo man sozusagen die Grenze zieht von bis hierhin.

00:53:29: Ist es irgendwie okay?

00:53:29: Und ab da ist das ein Problem oder sowas?

00:53:34: Deswegen meinte ich vorhin auch so ein bisschen dass mir die Begriffsdiskussion gar nicht wichtig ist.

00:53:38: aber also wir können das auch anhand dieser Begriffe diskutieren.

00:53:41: Ich glaube dann ist halt die Frage wo Man sozusagen den Faschwismusbegriff ansetzt und für wen was zutrifft und so

00:53:47: genau wie sich Gegenwehr organisieren lässt.

00:53:58: Darüber wollen wir jetzt ein bisschen sprechen, egal wie man es jetzt nennt Denn lange Zeit war Antifa und ich gehe mal davon aus dass ein paar im Publikum das kennen Ich kenn's auch aus meiner Jugend Waren größtenteils Protest gegen Neonazi Veranstaltungen NPD-Aufmärsche blockiert, irgendwann war es dann der Tag der deutschen Zukunft.

00:54:32: Es wurden rechte Kader geoutet.

00:54:35: Es wurde viel sehr viel recherchiert.

00:54:38: Gelinglich gab's auch mal Angriffe auf eben jene Kader.

00:54:44: Dazu gab's noch viel Bildungsarbeit und Geschichtsarbeit.

00:54:53: Diese Zeiten sind, würde ich sagen relativ vorbei.

00:54:58: Heute ist die – wir haben es ja eben auch schon mehrmals gesagt – die AfD in den Umfragen zufolge bundesweit.

00:55:07: Die stärkste Partei.

00:55:10: aus deutschen Ländern kommt sie zum Teil bis zu vierzig Prozent.

00:55:16: Es droht potenziell die AfD… Allein-Regierung in Sachsen, Anhalt vielleicht auch nicht.

00:55:26: Wir drücken die Daumen aber Die Frage die sich daraus so ein bisschen ableiten lässt ist ob die klassische Antifa Strategie zu Beginn skizziert habe Ob die eigentlich noch tragen kann.

00:55:46: wenn man so auf vierzig Prozent der Bevölkerung dann trifft

00:55:55: Okay, dann versuche ich mal den Anfang.

00:55:57: Ich würde sagen wir sollten so ein bisschen vorsichtig sein zu sagen jetzt irgendwelche Strategien sind gescheitert oder da so Werten zu sein?

00:56:04: Ich glaube es ist total wichtig was gemacht wurde jahrzehntelang und wird auch weiterhin wichtig sein.

00:56:08: und

00:56:09: einen

00:56:10: Erfolg von so klassischer antifaschistischer Bewegung würde ich sagen dass das funktioniert hat in vielen Räumen also auf die Straßen entstätten in Räumfasches zurückzudrängen da auch ein militanter Antifaschismus eine wirksame Strategie war, die müssen wir glaube ich zelebrieren und wir müssen auch ein Stück weit die Fähigkeiten erhalten als Bewegung bis zu machen.

00:56:32: Ich glaube wie sind alle neu damit konfrontiert dass die Fahrschluss halt jetzt mehr Anzug tragen und in irgendwelchen Parlamenten sitzen?

00:56:38: Und irgendwie so ein eher so seniger Antifascismus nicht mehr das alleinige ist was funktioniert.

00:56:44: Und ich würde sagen, wieder setzen ist ein Versuch darin irgendwie eine Antwort zu finden, Antifaschismus anschlussfähig zu machen oder anschlussfähig gar.

00:56:50: Ich glaube daran sind wir sehr erfolgreich gewesen die letzten zweieinhalb Jahre und jetzt geht es glaube ich darum.

00:56:56: natürlich haben wir diese Massenaktion aber am Ende zieht das ja irgendwie darauf an den gesamten gesellschaftlichen Widerstand zu stärken und dass Leute an einzelnen Punkten bereit sind widerzugehen als vielleicht auch der gesetzliche Rahmen erlaubt.

00:57:09: Daran muss man eigentlich eine Verknüpfung hinbekommen von eher alter Antifa-Bewegungen und vielleicht dieser neuen Bewegung unter Praxime miteinander teilen.

00:57:19: Genau, ich glaube die andere Frage ist kommen wir wahrscheinlich gleich auch hin... dieses sozusagen das eine ist irgendwie das direkte zurückdrängen und einfach nur die Konfrontation der Abwehrkampf, der irgendwie Antifa erstmal ist.

00:57:29: Und wir merken aber alle damit also mit dem Abwehr-Kampf lösen wir irgendwie nicht diese soziale Frage und eigentlich die Frage von wie kann eine Klassenpolitik funktionieren?

00:57:36: Die eine Antwort auf die ganzen Krisen des Neoliberalismus funktioniert und irgendwie eine Hoffnung für Leute organisiert.

00:57:42: Ich glaube dass ist so auch eine Frage, die ich mir in den Abend reingeben will.

00:57:45: Wie wir sozusagen das verknüpft bekommen?

00:57:47: Eine Abwehrstrategie und aber diese anderen Sachen aufzubauen weil mein Gefühl ist, das diskutiere ich seit Jahren mit Leuten Aber ich habe auch noch nicht die fertigen Antworten.

00:57:55: Ich hab Ideen Genau, aber will da glaube ich ins Sprechen kommen.

00:57:58: zu

00:58:00: Vielen Dank.

00:58:08: Ich glaube also was ich so ein bisschen aus dieser Berichterstattungsperspektive dazu sagen kann.

00:58:16: Es gibt ganz viele Strategien, die wenn man sich dann anschaut wie eine Gesellschaft darauf reagiert funktioniert haben und auch immer noch funktionieren.

00:58:24: Es gibt immer auch Momente die irgendwie vielleicht nicht von den Aktivisten gewünschten Effekte produzieren.

00:58:29: das ist auch ganz normal.

00:58:31: Dinge werden ja auch ausprobiert.

00:58:37: Ja ich kann es vielleicht so ein bisschen Noch ein Plastischer machen an, was wir in Sachsen-Anhalt gerade auch machen.

00:58:51: Es gibt glaube ich eine Lehrstelle nämlich und wir haben jetzt seit ein paar Monaten ein Projekt das nennt sich Platz der Republik wo wir rausgehen in diverse Dörfer und kleinere Städte in Sachsens Anhalt und von da Sendung machen mit den Menschen die dort leben Die irgendwelche Vereine haben, die irgendwelchen Kulturprojekte haben.

00:59:09: Die Jugendzentren betreiben und natürlich auch die Menschen, die da auch nur arbeiten... ...und sich sonst nicht so viel einbringen.

00:59:17: Und was wir da sehen ist wenn wir mit diesen Menschen darüber sprechen wie es in Sachsen-Anhalt eigentlich so ist und es bestätigen auch Umfragen ist eigentlich die Lebenszufriedenheit relativ hoch.

00:59:27: Die Probleme, die die Leute irgendwie so umtreiben sind Schule, Infrastruktur Wie Bus komme ich irgendwo hin oder nicht?

00:59:38: Schule habe ich schon gesagt, so sehr alltägliche Dinge die aber irgendwie von niemanden aufgegriffen werden.

00:59:46: Also wenn wir uns diesen Wahlkampf anschauen und wenn wir auch ein bisschen anschauen wie auch linke Akteure darauf reagieren sind es selten die Themen die im Vordergrund stehen Und das ist natürlich ein Riesenproblem.

00:59:58: also es ist auch so ein Disconnect zwischen irgendwie so einem Wahlkampf und dem worum's eigentlich geht bei einer Landespolitik Also wenn man sich auch ein bisschen anschaut, was die eigentlich machen kann überhaupt.

01:00:09: Und ich glaube das, was da drinsteckt und was wir ganz viel hören ist dass diese Momente der Begegnung ist das was die Leute eigentlich bräuchten und wollen und gerne mehr hätten.

01:00:19: und das ist der Moment wo eigentlich auch eine antifaschistische Bewegungen deutlich stärker reingehen könnte.

01:00:25: und ich habe Respekt vor der Haustüraktion von widersetzen weil es genau so einen Moment in dieses Gespräch zu kommen was es gebraucht hat um diese Diskussion zu führen.

01:00:36: und auch bei der Berichterstattung, die wir gemacht haben über die Proteste in Erfurt waren wir mit hunderten von Leuten im Gespräch.

01:00:43: Mit dem Menschen, die draußen unterwegs waren, die dann einfach erzählt haben warum sie da sind und wieso und was sie so antreibt.

01:00:50: Und das ist eigentlich immer dieses gemeinsamen sich für ein besseres Leben einsetzen in irgendeiner Form.

01:00:57: Und da schwingt ganz viel mit Dinge, die die CDU gerade als Bundesregierung durchsetzt.

01:01:02: Die auch andere Parteien mitgetragen haben in der Vergangenheit oder auch in aktuellen Koalition und die Kritik Richtung AfD ist dann eigentlich nur... ...und die werden es nur noch schlimmer machen sozusagen.

01:01:14: also ich weiß gar nicht ob mal diese Trennung auf die wir auch gleich nochmal ausführlicher zu sprechen kommen so wirklich aufmachen muss.

01:01:21: von wegen so gegen wen richtet sich eigentlich?

01:01:27: Klassenpolitik nennt oder antifaschistisches Bündnis.

01:01:32: Es ist ein bisschen komplexer, als zu sagen entweder so oder so aber ja ein paar Eindrücke von was wir von den Leuten hören und das vielleicht zu contextualisieren.

01:01:42: Vielen Dank.

01:01:43: Möchtest du noch ergänzen?

01:01:46: Ich will mich gar nicht wiederholen.

01:01:47: ich glaube ich habe in dem was ich vorhin schon gesagt hab schon viel von dem angeschnitten, also ich würde auch nicht sagen das Antifaschismus gescheitert ist.

01:01:55: Ich glaube dass es auch eine zu harte Aussage, ich glaube wird trotzdem ganz viel gefehlt hat was ich gerade erwähnt habe Vorhin in der Einleitung ja schon angeführt, dass ich damals als ich angefangen habe zum NSU zu arbeiten gemerkt hab das da das erste mal antirassistisch und antifaschistische Zusammenhänge irgendwie zusammenkommen.

01:02:16: Also dass viele Leute die ganz lange Antifaarbeit gemacht haben und deswegen ein sehr selbstverständliches Selbstverständnis als Antirassisten auch hatten Das erste Mal mit migrantischen Communities überhaupt ins Gespräch gekommen sind.

01:02:29: Es ist teilweise davor einfach keine Berührungspunkte gab in der Arbeit sozusagen und dass die Verknüpfung von so einem Innen- und Außen häufig auch ein bisschen fehlt.

01:02:40: Also das eigentlich, die Frage okay was bedeutet so eine?

01:02:44: also wir können es wie gesagt von mir aus Faschisierung nennen?

01:02:47: Eine Faszisierung nach Innen eigentlich mit dem Außen zu tun.

01:02:53: Diese Zuspitzung, diese Autoritarismus, den wir gerade nach innen erleben können auch zusammen mit Fragen von Aufrüstungen zum Beispiel.

01:03:04: Im weitesten Sinne könnte man vielleicht irgendwie sowas sagen wie Antifascismus und Anti-Imperialismus oder innen und außen.

01:03:11: wie auch immer.

01:03:12: Das finde ich gerade in Deutschland eigentlich eine wichtige Frage und das ist würde ich sagen jetzt mehr Thema auf jeden Fall.

01:03:19: Das war aber würde ich ganz lange gar kein Thema.

01:03:22: Deswegen ... Ja, genau.

01:03:27: Scheitern würde ich nicht sagen aber es haben auf jeden Fall ein paar Sachen gefehlt von denen ich aber das Gefühl habe dass die jetzt bei Gesprächen zumindest mehr auf den Tisch kommen.

01:03:37: Vielen Dank.

01:03:40: Genau wir haben schon viel darüber gesprochen und ich hab's da vorhin meiner Frage schon erwähnt, dass sich hier der Proteste gegen rechts einfach darauf setzen, die Normalisierung der Rechten dem zu widersprechen.

01:04:01: Wir haben darüber diskutiert.

01:04:03: wird die AfD als faschistische Bedrohung verstanden und ja auch zu großen Teilen zurecht.

01:04:13: Der Schluss von vielen Gruppen ist, dass sich daraufhin alle Demokratinnen gegen die AfD versammeln sollten auch um den Preis für den rechten Flügel der CDU zu erhöhen.

01:04:30: Sich gegenüber der AfD zu öffnen.

01:04:35: Dagegen steht, dass diese Strategie weder den Aufstieg der AfD die letzten Jahre bremsen konnte noch verhindert hat das sie sich bürgerliche Parteien eben AfD Forderungen zu eigen machen und inzwischen unter anderem AfD Migrationspolitik umsetzen.

01:04:59: Auch deshalb wird die Kritik lauter diese antifaschistische Strategie gescheitert seid.

01:05:07: Ihr habt das jetzt alle ein bisschen in Frage gestellt oder auch relativiert, aber dieses Kritik findet ja trotzdem statt.

01:05:18: und diese gerade skizzierte Strategie habe die AfD oder hat ihr sogar mehr geholfen sich als so der einzige Fundamentalopposition zu... Inszenieren.

01:05:37: Dem könnte man widersprechen, indem die Linke sich mehr auf Klassenkämpfe orientieren könnte entweder reformistisch durch deutlich bessere Sozialpolitik oder aber auch revolutionär.

01:05:54: mit einer Kritik des kapitalistischen Systems als Ganzen könnte man die AfD eher vor sich hertreiben und das Wasser abgraben.

01:06:10: Ich habe das ja auch so ganz zu Beginn schon einmal gesagt, Demokratie oder soziale Frage nach vorne stellen ein bisschen sarkastisch, könnte man sagen, sollte es einen Bündnis gegen rechts und oben geben?

01:06:26: Oder ein Bündnes gegen rechts?

01:06:29: Wie seht ihr das?

01:06:35: Große Vorrede

01:06:41: Ja, ich kann es glaube ich zuerst beantworten.

01:06:44: Also Bündnis gegen rechts und oben fände ich sinnvoll nicht um das gegeneinander zu diskutieren also Klassenpolitik oder Demokratie schützen sondern weil ich die Frage der Demokratie eigentlich nochmal anders stellen würde.

01:06:58: Ich finde nicht zwangsläufig Ein Bündnis mit der CDU wäre ein Bündnis mit Demokratinnen, weil das ja auch die Parteien sind, die die Demokratie gerade selber ausheben.

01:07:09: Und ich glaube, dass ist das was man benennen muss, dass man nicht zwangsläufig mit rechteren Parteien in einem Bündness gehen muss heißt ja nicht, dass wir nicht mit ihren Parteibasen im Bündnes gehen können also dass Leute irgendwie CDU-Mitglieder sind oder SPD, oder Grünmitglieder.

01:07:27: Das qualifiziert sie für mich nicht für ein Bündnis.

01:07:30: aber ob man mit diesen Parteien in einem Bündniss geht und ob man sich sozusagen als staatstragende Kräfte die eigentlich die bestehenden Verhältnisse verteidigen wollen präsentiert ich glaube das.

01:07:41: Das ist eigentlich die Frage.

01:07:42: und die Frage ist für mich dann auch, welches politisches Angebot verkauft man eigentlich nach außen.

01:07:47: Also was will man damit eigentlich suggerieren zu sagen?

01:07:50: Die bestehenden Verhältnisse sind etwas das wir verteidigen wollen und nicht äh die AfD will was schlimmer machen, was jetzt irgendwie auch schon existiert eine tatsächliche Alternative anbieten.

01:08:03: Und ich glaube dafür braucht es eigentlich was anderes, weil wenn wir sagen okay es gibt jetzt irgendwie vierzig Prozent der Wähler die AfD wählen dann können wir ja nicht sagen ok unser Antifaschismus heißt wir müssen diese Leute alle irgendwie los werden das ist ja Quatsch.

01:08:14: sondern dass Menschen irgendwie die AfD gewählt haben heißt nicht, dass man sie nicht auch von einem anderen politischen Projekt überzeugen könnte und dafür braucht man halt eine gewisse Überzeugungskrafts.

01:08:22: und diese Gespräche vom Widersetzen die Allianz Schaus schon erwähnt hatte halt ich da zum Beispiel für einen für ein sinnvolles Mittel mit Leuten überhaupt erst mal ins Gespräch zu kommen.

01:08:34: und dann ist aber auch die Frage, was man denen eigentlich inhaltlich vermitteln will.

01:08:38: Und deswegen glaube ich das eine reale Alternative anzubieten, die nicht ist okay.

01:08:43: wir wollen eigentlich dass es weiter jetzt so bleibt.

01:08:46: Das ist glaube ich nicht sinnvoll weil das was die AfD für viele Leute so attraktiv macht, dass sie die Partei sind, die Ich

01:09:06: würde es ein bisschen andersrum aufziehen.

01:09:11: Gerade in diesem Wahlkampf diese Diskussion mit verschiedenen Abgeordneten oder potenziellen Abgeordneten, die wir dann auch bei uns im Radio irgendwie haben, wo dann jemand von der CDU, von der SPD und von den Grünen sitzt und von der Linkspartei... Diese Menschen drehen sich gerade sehr viel darüber, dass sie auf jeden Fall nicht die AfD in der Regierung haben wollen.

01:09:32: und das ist sehr viel von ihrem Inhalt und es ist erstaunlich schwer mitzukriegen, wo eigentlich ihre Unterschiede sind.

01:09:39: Und ich glaube das ist ein wichtiger Aspekt, dass es eigentlich viel interessanter ist wofür steht eigentlich wer?

01:09:47: Da wäre dann so daraus zu kristallisieren wie sieht man eine Bündnispolitik, eine Koalition einen was auch immer geartetes Ding da aus?

01:09:59: Sinnvoller ist, was bieten wir eigentlich an?

01:10:01: Was ist die Vision wo es hingehen soll?

01:10:04: und dann kann ich gucken welcher Teil davon teilt wer mit mir.

01:10:06: Und in der Sache kann ich mich mit denen zusammentun und in den anderen streiten wir schön eifrig.

01:10:13: Also ich glaube auch so ein bisschen die Angst vor der Komplexität darf man gar nicht haben.

01:10:16: Die meisten Menschen verstehen, dass wir machen ein Radioprogramm das vielleicht nicht das leichteste zu hören ist und Leute hören uns trotzdem.

01:10:23: also wo der öffentlich-rechtliche für zwei Minuten einmal ganz kurz auf irgendein Thema blickt sind wir dann eher so ja das Gespräch ist halt zwanzig Minuten lang geworden.

01:10:29: tut uns leidliebe Hörerinnen ihr müsst jetzt aufpassen aber das wird natürlich auch belohnt.

01:10:36: also erst dann kommen so diese Momente wo man merkt das nachdenken einsetzt von okay, dass genau sind nochmal die unterschiede.

01:10:43: und wenn ich das um das zur Auswahl habe dann überlege ich mir das.

01:10:47: aber ganz viel fehlt gerade eigentlich ja wer es eigentlich wofür und wir wissen alle wogegen wer ist.

01:10:56: Ich würde jetzt meiner hoffnung auf die zukunft wenn ich mein kreuz beim walz hättel mache jetzt nicht mit dem gegen begründen wollen.

01:11:05: Aber vielleicht geht es euch anders weiß ich nicht.

01:11:12: Eine der größten Stärken von so antifaschistischer Bewegungen ist schon eigentlich die Breite, die diese Bewegung immer hatte und die Breit in der die Konfrontation zu Fahrschuss gesucht wird.

01:11:20: Und ich glaube das muss man sich irgendwie auch... Also es ist wichtig das zu erhalten und wenn ich so auf diese Frage vom Bündnispolitik blicke finde ich immer ein bisschen fast weird dass da irgendwie dann so drüber gestritten wird.

01:11:32: Ah arbeitet man jetzt mit der SPD oder CDU zusammen?

01:11:35: saß noch nie an einem Bündnis-Tisch mit irgendeiner Person, die da für die SPD gesprochen hat.

01:11:39: Vielleicht ganz selten mal mit irgendwelchen Gewerkschaftsleuten, die noch irgendwie aus irgendeinem guten Grund bei der SPD sind.

01:11:44: aber ich glaube das finde ich manchmal so eine Erklärung der Realität dass man da so doll über das Institutionenmodell das so denkt sondern eher die Frage was für Leute gewinnt man eigentlich?

01:11:55: und da so aus dieser Erfahrung in Erfurt wo es gelungen ist sozusagen einfach an sehr viele Haustür zu gehen und Leute irgendwie anzusprechen hey was wollt ihr machen?

01:12:03: Da ist es am Ende der gemeinsamen Nenner, dass man was gegen die AfD macht und da hat man eine totale Breite.

01:12:08: Warum die Leute das machen?

01:12:09: Aber es sich in dem Gemeinsam... Natürlich gibt's immer diese Kritik von einem liberaler Antifaschismus aber da sind total viele Leute, die auch größtenteils Angst haben und dadurch aktiviert werden.

01:12:22: Und darüber ins Gespräch kommen mit Leuten zusammen etwas zu machen.

01:12:25: Ich glaube darin passiert viel mehr eine Radikalisierung als dass man über einen anderen Ansatz bestimmte Leute ausschließt um mit ihnen nicht zusammenzuarbeiten.

01:12:33: Genau, der Punkt da wäre glaube ich ist mir schon wichtig breite Bündnisse weiterhin aber eher von Breiter an Leuten und irgendwie auch eine Vielfalt darin haben.

01:12:40: Aber sich dann in bestimmten Punkten zu einigen.

01:12:43: Zu dieser Frage von so breite bündnis gegen rechts und oben Ich bin mir nicht so sicher, ob das... Also an sich finde ich die Idee klingt voll gut.

01:12:52: Aber ich habe das Gefühl auch wenn ich mit Leuten spreche irgendwie in ostdeutschen Bundesländern oder anderswo sich Gedanken machen, wie gewinnt man eigentlich Leute zurück?

01:13:00: Dass das selten darüber funktioniert mit ihnen über die AfD- oder Rechtepolitik oder also irgendwie das ideologisch zu besprechen sondern eher zu gucken wo macht man Führt man gemeinsame soziale Kämpfe?

01:13:10: Wo hat man irgendwie gemeinsame, erst mal auch kleinere Interessen wert sich gegen irgendwas in Vermieter oder keine Ahnung was.

01:13:15: Und dass darin Leute Solidaritäts-Erfahrungen machen und darin irgendwie auch wieder für linke Werte gewinnbar werden das ist glaube ich grad so finde ich auch ein Stück weit wissenschaftlich basiert.

01:13:23: In so einem bestimmten Region funktioniert es gerade viel besser als über eine Gegenrechtspolitik die Leute abzuholen.

01:13:29: Ich glaub deswegen bin ich so ein bisschen skeptisch ob man da alles in einen Topp werfen kann sondern frag mich eher wie haben wir einmal ne antifaschistische Abwehrstrategie?

01:13:38: verändern wir irgendwie die sozialen Verhältnisse in dieser Gesellschaft.

01:13:40: Wo machen wir Leute Hoffnung auf ein anderes Gesellschaftsprojekt?

01:13:43: Ich glaube, das hast du total genannt.

01:13:45: Wofür soll es eigentlich gehen?

01:13:47: Mein Punkt wäre so ein bisschen... Das muss man vielleicht strategisch trennen und ehrenverhältnis setzen als dass man das alles so in einen Bündnis packt.

01:13:59: Vielen Dank!

01:13:59: Das bietet mir auch so die perfekte Überleitung.

01:14:02: zu meiner nächsten Frage.

01:14:04: Nämlich ist es ja real, sodass in vielen Landstrichen in Deutschland sich derzeit eigentlich gar nicht mehr die Frage stellt, mit wem man eigentlich Bündnisse eingeht.

01:14:17: Weil es gar nicht so viele Personen gibt, die überhaupt ein Bündnis eingehen würden.

01:14:23: Deswegen wäre es auch aus den Erfahrungen der Haustürgespräche würde mich da interessieren oder natürlich auch von euch ist diese Strategiedebatte eine privilegierte Debatte der Stadtlenken?

01:14:45: Ist es die Ansage, dass Halle gar keine Stadt ist und Magdeburg auch nicht.

01:14:49: Okay jetzt habe ich mich hier in einem Fettnappchen gesetzt.

01:14:52: das wollte ich überhaupt nicht mitnehmen

01:14:56: Aber ich glaube das ist ganz wichtig.

01:14:57: ja das sind natürlich untere andere Größenordnungen Hamburg versus Halle muss sich zugeben.

01:15:06: Ich glaub so ein bisschen ist es da schon klar.

01:15:10: aber ich glaube mir wäre eher wichtig Dass in dieser Diskussion die ja bundesweit stattfindet berücksichtigt wird, was eigentlich die lokalen Kontexte sind in denen dann diese Entscheidung getroffen werden müssen.

01:15:24: Also das fängt bei uns als Radio an.

01:15:27: wir haben so von wie wir aufgestellt sind und wie wir agieren Entscheidungen treffen können dürfen müssen uns wollen die bestimmt Leute kritisieren.

01:15:38: Also wir haben ein relativ breiter aufgestelltes Programm mit vierhundert Leuten, die das irgendwie ehrenamtlich machen in ihrer Freizeit.

01:15:45: Die haben natürlich alle sehr unterschiedliche Perspektiven.

01:15:48: und die Frage so, mit welchem Teil der Kulturzene?

01:15:51: wer darf jetzt hier eigentlich in der Sendung wie präsent sein?

01:15:53: Und so bis hin zu Debatten über da hat jemand eine Sendung über den Auskonflikt gemacht habe, mit der ich unzufrieden bin... ...die führen wir einfach alle und versuchen eigentlich nur dass diese Prozesse möglichst gut laufen, diese Diskussionsprozesse und setzen aber auch natürlich eine rote Linie an wo es um Gruppen bezogene Menschenfeindlichkeit geht.

01:16:14: Die macht bei uns einfach nichts zu suchen.

01:16:18: Das ist ein relativ breites Ding.

01:16:20: das können sich andere Gruppen ganz anders überlegen und ich glaube wenn wir uns dann so etwas anschauen wie die Zora in Halberstadt die mit einer ganz anderen Realität vor Ort arbeiten muss.

01:16:30: Die kommen nicht vorbei, mit der CDU im Stadtrat zusammen irgendwelche Dinge zu machen weil es da einfach nichts anderes gibt und das meine ich so ein bisschen in den lokalen Kontext auch respektieren wenn Leute Entscheidungen treffen.

01:16:45: Das heißt nicht dass sie die falsche getroffen haben sondern das heißt dass sie in einer interessanten Lage sind und interessante Bündnisse eingehen müssen ... oder das Gefühl haben, dass sie damit am meisten erreichen.

01:16:56: Das ist ja... Ob es dann so klappt oder nicht?

01:16:59: Zeigt sich dann immer erst!

01:17:00: Da ist ja das Fiese daran.

01:17:04: Deswegen so... Ja, es ist ein bisschen eine Luxusdebatte.

01:17:07: die ist trotzdem wichtig weil man ja dann irgendwann in der Situation ist entscheiden zu müssen ob man da jetzt Lust drauf hat oder nicht.

01:17:15: Ich kann jetzt da keine Empfehlungen geben.

01:17:20: Also ich finde es eigentlich schön, dass drüber diskutiert wird dieser Moment dann irgendwann kommt, wo man diese Entscheidung treffen muss was man jetzt eigentlich in einer konkreten Situation macht.

01:17:32: Aber es gibt auch immer nur einen gewissen Spielraum.

01:17:35: also wir hatten jetzt im Halle die letzten mehrere Jahre jedes Jahr Kürzungen im Sozialbereich bei der Stadt und da ist dann am Ende halt Dinge nur möglich gewesen weil alle sich zusammengetan haben und über, man kennt diese Personen aus dem Stadtrade oder so, dann spricht die an.

01:17:56: Es gibt in Halle auch ein Projekt, die Reihe seventy- acht, die ihr Haus kaufen wollten als Mietshäusers Syndikat.

01:18:02: Und da gab es einen Antrag im Stadtrat das dieser Kauf zurückgenommen wird und die CDU hat gesagt okay den stimmen wir zu obwohl er von der AfD kamen.

01:18:10: Und dann gab es natürlich plötzlich Leute, die bei Menschen von der CDU, die sie kannten geklingelt haben angerufen haben mit denen gesprochen haben und das hat sich dann gedreht.

01:18:18: Und dieser Hauskauf ist jetzt durch.

01:18:20: Sie suchen immer noch Geld für die Renovierungsarbeiten.

01:18:22: jetzt also falls jemand Lust hatte ein haus zu unterstützen Das sind dann Bündnisse, die man einfach eingeht um zu bewahren was zu bewaren ist.

01:18:40: Ich glaube ich habe dem gar nicht so viel zu hinzuzufügen.

01:18:42: Also ich würde total teilen Was ich eben schon meinte, nicht so ein Blick a, wäre es irgendwie in welcher Partei oder wo drin.

01:18:48: Sondern eher sich die Leute anzugucken und... Ich glaube, ich bin auch so keine Ahnung.

01:18:52: ehrlich gesagt wahrscheinlich mit neunzig Prozent der CDU-Leute, mit denen ich reden würde, würde ich nach einer halben Stunde denken du bist ein krasser Menschenfreund und ich will nichts mit dir zu tun haben.

01:19:00: aber es gibt auch die Ausnahmen und es gibt vielleicht auch gerade in so auf dem Land oder sowas einfach nicht so viel an Institutionen oder Gruppen gibt oder so sind manchmal total Krass, coole Leute in irgendwelchen Institutionen oder Gruppen drin was man gar nicht erwarten würde und ich glaube mit denen so strategisch zusammenarbeiten das macht total Sinn.

01:19:23: Vielen Dank!

01:19:25: Ihr habt jetzt ja auch dafür plädiert sich die lokalen Bedingungen einmal ganz konkret anzugucken.

01:19:34: Was würdet ihr denn sagen?

01:19:36: Was brauchen Antifaschistinnen an Orten wo gerade hier rechte Dominanz stattfindet wo sie die schon erleben.

01:19:51: Ich würde den meisten Gruppen das selber überlassen zu antworten, ich kann es euch für Radio Korax beantworten.

01:19:56: Das

01:19:57: ist auch voll fein!

01:20:01: Im Wesentlichen läuft es eigentlich am Ende ganz viel darauf hinaus irgendwie konkrete Hilfe leisten gesellschaftliche Verankerungssichern und so Sachen.

01:20:10: aber mit dem Blick auf unser Radio Was uns gerade total hilft, ist dass wir sehr viel Zuspruch bekommen seit die AfD und sie in ihrem Wahlprogramm so explizit benannt hat.

01:20:22: Und wir auch sehr viele neue Fördermitglieder haben der einfach sagen Wir wollen dieses Radio finanziell unterstützen.

01:20:28: was wir immer brauchen sind Menschen die radio machen wollen Die einfach Lust haben selber ans Mikrofon zu gehen und ihre Anliegen reinzubringen und mit Leuten darüber zu diskutieren weil Unser Ziel ist es, eine Öffentlichkeit zu haben.

01:20:41: Eine lokale Öffentlichkeit in der genau dieser Austausch stattfinden kann, der sonst immer so ein bisschen zu kurz kommt und wo gerade auch die Position gehört werden, die sonst halt nicht auftauchen.

01:20:53: also dass wir dann halt unsere mehrsprachige Redaktion mit ganz viele migrantisierte und migrantische Menschen drin sind das die dann plötzlich eine Produktdiskussion mit Abgeordneten organisieren statt wir oder ich und halt ihre Fragen stellen.

01:21:09: Und dieses Jahr sind sie sogar auch vorher noch durch die ganzen Viertel gezogen, haben noch ganz viele Fragen von Leuten in ihren Wohnvierteln eingesammelt – das fand ich auch sehr schöner Touch an dem ganzen Punkt!

01:21:19: Also es braucht immer auch Leute, die das Radio machen.

01:21:22: Es braucht Leute, wie das hören.

01:21:24: logischerweise also freies Radio unterstützen ist immer auch es wahrzunehmen und nicht nur zu hoffen dass es irgendwann mal im Instagram Feed reingespült wird zufälliger Weise Auch zu widersprechen.

01:21:36: Wenn ihr was hört, was euch nicht gefällt darüber freuen wir uns auch immer sehr.

01:21:39: Dann können wir nämlich streiten das macht Spaß.

01:21:44: Aber mit dem so also Das was halt ganz klar ist so radio machen braucht nicht viel.

01:21:51: Wir blicken auf eine lange Geschichte von freiem Radio zurück und auch Piratenradio aus dem dass entstanden ist in Westdeutschland aus der Anti-AKW Bewegung, in Ostdeutscher im Moment der Wende Radiofreien Erfurt als Piratenradio vom Dach gestartet.

01:22:06: Korax mit Kassetteneinwurf bei Radio Blau und Leipzig die dann die Sendung extra gesendet haben.

01:22:12: Und das heißt wir wissen wie man unter den niedrigsten Umständen Radio macht.

01:22:17: Also das Wissen ist da Die Menschen sind teilweise noch da.

01:22:20: Wir haben bei uns im Sender jemand der hat in den siebzigeren DDR schon Piraten radio gemacht.

01:22:24: Wir wissen wie es in Bayern läuft, wo es keine finanzielle Unterstützung gibt und uns trotzdem zwei freie Radios gibt.

01:22:29: Wir wissen, wie man Sender komplett selber betreibt mit möglichst wenig finanzieller Unterstützung wenn man sich dagegen entschieden hat.

01:22:35: FSK hier in Hamburg All diese Erfahrungen sind da Und was wir aber brauchen ist eine Zustimmung zu dem Projekt Zu der Idee unabhängig Radio zu machen und zwar von unten Von den Menschen die einfach im Alltag sich über Sachen aufregen oder diskutieren wollen, oder auch einfach nur Musik die sonst nicht gehört wird präsentieren wollen.

01:22:59: Und was es dann leichter macht ist natürlich wenn ihr bei uns in den Förderverein eintritt und uns finanziell unterstützt dass wir auch den Menschen den Zugang zu diesem Radio so niedrigschwellig wie möglich machen können egal ob sie jetzt im Rollstuhl sitzen die Sprache nicht können oder aus irgendwelchen anderen Gründen Barrieren haben ans Mikrofon zu gehen.

01:23:21: Vielen Dank

01:23:29: Ich versuche jetzt dort trotzdem mal diese schwierige Frage zu beantworten.

01:23:32: Das ist auch irgendwie die, die mich am meisten beschäftigt hat und ich glaube also ich und wahrscheinlich viele von euch allen haben in den letzten Jahren schon Leute gefragt was kann man irgendwie tun?

01:23:42: Und ich habe das Gefühl natürlich zu irgendwelchen Demos hinfahren, Leuten unterstützen Gelder und Ressourcen irgendwie auch in Regionen schaffen wo die nicht so gegeben sind wie der Großstadt.

01:23:52: Ich glaube am Ende des wichtigstes aber Beziehung zu pflegen und Beziehungen aufrechtzuerhalten Und ein Stück weit ist es, manchmal habe ich das Gefühl hart zu schlucken.

01:24:01: Aber mehr können wir gerade manchmal nicht tun.

01:24:03: und was wir aber tun können aus so einer Großstadt linken Perspektive ist glaube ich schon auch zu gucken wo gibt's denn Orte wo eine linke Kommuni da ist?

01:24:10: Das sind eben die Großstädte.

01:24:11: Wo können wir dann selber stärker werden als Linke?

01:24:13: weil Das werden so ein bisschen nur Abwehrkampf und irgendwie dahingehen, wo wir eh in der Schwäche sind wird nicht helfen.

01:24:19: Sondern stückweit müssen wir glaube ich gucken wie können die Orten monolinkisch stark stärker werden?

01:24:24: Und darüber wieder eine Unterstützung schaffen.

01:24:26: Ich glaube am Ende wird es auch eher da der entscheidende Punkt sein ob man diesen gesamten Rechtenhegemonie-Projekt was entgegensetzt als nur auf dem Land kleine Teile Leute unterstützen zu können.

01:24:42: Ich finde es auch schwierig zu beantworten.

01:24:44: deswegen habe mich bei der letzten Frage zurück gehalten als jemand, der auch nur sozusagen die Großstadtarbeit kennt.

01:24:51: Aber ich wohne ja in Berlin und das ist ein Ort... In Berlin wird auch bald gewählt, da ist die linke stärkste Kraft oder es wechselt sich zumindest noch mit der AfD.

01:25:03: Wer gerade stärkster Kraft und vorne ist.

01:25:05: aber das ist zumindest nicht unrealistisch dass das eine linke Bürgermeisterin in Berlin geben wird.

01:25:12: Ich wohne in Neukölln.

01:25:12: Es ist sehr realistisch, dass es einen linken Bezirksbürgermeisters Neuköln gibt.

01:25:15: Also das ist ein Ort Da gibt's eigentlich eine Linke Hegemonie.

01:25:18: Und was ich aber interessant finde Das ist da auch irgendwie immer so'n Kopf an Kopfrennen Mit der AfD.

01:25:25: Also dass man schon merkt, also jetzt ist ja gerade die CDU an der Macht.

01:25:30: Dass viele Menschen sich irgendwie nach einer Alternative sehen.

01:25:33: Ich glaube, viele Leute, die bereit sind, DIE LINKE zu wählen wollen das auch tun weil DIE LINKE sehr prominent mit dem Versprechen antritt den Volksentscheid durch Deutsche Wohnungen zu enteignen umsetzen möchte.

01:25:45: Also gerade die Frage der Mieten treibt glaube ich viele Menschen in Großstädten einfach rum.

01:25:49: deswegen so eine soziale Frage auf die Agenda gesetzt worden Und das ist irgendwie viele Menschen wichtig.

01:25:55: Ich glaube, in Neukölln ist auch nochmal wichtig dass die Linke Neuköln ja irgendwie auch in der Palästina Solidarität sehr präsent war und in Neu-Kölln lebt die größte urbane palästinensische Community außerhalb der arabischen Welt.

01:26:07: also es einfach ein wichtiges Thema was in diesem Stadtteil viel beschäftigt wird und die Frage von Krieg und Frieden und die soziale Frage wird da sehr eng verknüpft.

01:26:16: deswegen kann die linke da gut mobilisieren.

01:26:18: Da wurde übrigens auch Der erste, also mit Federer Kojak der Erste Linke in einem westdeutschen Wahlkreis Jemals gewählt.

01:26:26: Also ich glaube dass gerade diese Themen dort auch einfach gut funktionieren weil das dort lokal einfach wichtig ist.

01:26:32: also wenn wir auch noch mal darüber reden Dinge lokal irgendwie relevant zu machen Ich glaube Das da nicht nur um Abwehrkämpfe geht.

01:26:39: Ich glaube da muss man auch nochmal ein bisschen vorsichtig sein natürlich Bevor jetzt die CDU an der Macht gekommen ist.

01:26:44: bei der letzten Wahl gab es ja schon einmal eine Koalitionsregierung wo Linke und SPD zusammen an der Regierung waren.

01:26:50: Und da war klar, dass dieser Volksentscheid, Deutsche Wohnen zu enteignen, wahrscheinlich nicht umgesetzt wird.

01:26:56: Weswegen dann bei einer Wiederwahl tatsächlich die CDU als stärkste Kraft rausgekommen ist?

01:27:00: Ich glaube man darf die Wählerinnen da auch nicht verdumm verkaufen.

01:27:03: also die wissen schon wen sie da wählen wollen und was sie sich sozusagen versprechen von dieser Wahl.

01:27:10: aber ich glaube das man grundsätzlich sehen kann es dass es möglich ist mit linken Positionen die vielleicht vor ein paar Jahren noch sehr radikal angemutet haben, aber sehr viele Leute auch mitzureißen und dass da auch ein großes Interesse von Leuten gibt.

01:27:28: Diese Themen irgendwie auch mit zu nehmen und auch offen zu sein für linke Ideen.

01:27:33: Vielen Dank!

01:27:34: Auch das bietet mir wieder die perfekte Überleitung.

01:27:37: zur letzten Frage bevor es dann noch ins Publikumgespräch geht wir sind ziemlich Punktlandung.

01:27:48: Was muss, also wir haben jetzt halt super viel darüber geredet.

01:27:53: Wo sind Strategien mal mehr, mal weniger gescheitert?

01:27:58: Was sind die großen Debattenfragen, die sich gestellt werden?

01:28:02: ist diese Debatte eigentlich so sinnvoll wie sie geführt wird?

01:28:06: zum Schluss würde ich gerne nochmal von euch wissen was denkt ihr was Antifaschismus Heute leise muss, um Rechte besiegen zu können.

01:28:20: Vielleicht, um es noch schwerer zu machen in drei Sätzen?

01:28:34: In der Zeit könnt ihr euch auch schon mal ein paar Fragen überlegen.

01:28:39: Das kommt meistens sehr überraschend!

01:28:48: Ich glaube ich krieg's nicht ganz in drei Setzen.

01:28:51: Ganz plump würde ich sagen weitermachen.

01:28:52: also wir müssen einfach weitermachen und irgendwie auch einen langen Atem behalten.

01:28:56: aber dieser Kampf wird die nächsten Jahre weitergehen Darin irgendwo uns auch nicht ausbrennen, sondern einen konstanten gesellschaftlichen Widerstand weiter aufbauen.

01:29:05: Und ich glaube das zweite ist das große die Frage wie schaffen wir ein gesellschaftliches progressives Projekt?

01:29:09: Ein linkes Hegemony-Projekt was irgendwie den Leuten Hoffnung macht dass es eine Alternative zu dieser... kapitalistischen Ödönes gibt, die irgendwie immer schlimmer werden wird in den nächsten Jahren.

01:29:19: Solange wir das quasi nicht beantworten diese Hoffnungsfrage oder die Frage des gesellschaftlichen Projekts was irgendwie mehr bringt als nur den Status quo verwalten müssen wir glaube ich nur Abwehrkampf führen aber haben nichts anzubieten.

01:29:38: Ich würde auch in den letzten Punkt anschließen.

01:29:39: deswegen kann ich es relativ kurz machen den Antifaschismus inhaltlich zu füllen und auch ein reales politisches Angebot zu haben, also nur gegen die Nazis oder gegen die AfD zu sein reicht nicht aus.

01:29:52: Sondern die Frage ist auch okay mit welchen politischen Inhalten ist das eigentlich verknüpft?

01:29:57: Und da auch für eine tatsächliche Alternative zu stehen.

01:30:03: Das ist wichtig!

01:30:12: Die freien Radios sind aufgebrochen.

01:30:14: mit dem Ansatz wie Radio als Medium funktioniert umzukrempeln und zu sagen, wir machen das jetzt anders.

01:30:22: Wir machen es selbst organisiert und autonom sozusagen.

01:30:27: Wir sind auf einem guten Weg!

01:30:28: Wir brauchen noch ein bisschen bis wir den Öffentlich-Rechtlichen nicht mehr brauchen.

01:30:31: aber schaffen wir noch?

01:30:33: Und ich glaube Antifaschismus muss das für alle Lebensbereiche sein.

01:30:38: Für alles was wir tun.

01:30:39: Das ist eine große Aufgabe viel zu tun Aber weitermachen

01:30:52: Ja vielen Dank.

01:30:54: bessere Schlussworte kann ich mir dazu ehrlich gesagt auch nicht ausdenken, als ihr sie jetzt formuliert habt.

01:31:03: Was ich gerne noch einmal mit reinbringen würde solche Debatten wir haben es gemerkt die finden viel statt haben am Ende dann manchmal doch ein paar weniger Widersprüche als man vielleicht erwartet hat.

01:31:18: Man findet doch viele gemeinsame Nenner und um solche debatten noch verstärkt führen zu können, braucht sowohl das Radio Chorax-Unterstützung als auch AK.

01:31:32: Deswegen nochmal der Hinweis auf unsere aktuelle Werbekampagne und wir benötigen dafür Abos und wir denken dass diese Debatten eben auch nicht abreißen werden die nächsten Jahre, ihr habt es ja ausgeführt Und denke stattdessen, dass AK eigentlich aber auch natürlich das Radio Korax ein sehr guter Ort ist solche Debatten zu führen und sie ja auch zu organisieren.

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