Vom Arbeiterkampf zu analyse & kritik

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Artikel über den Arbeiterkampf anlässlich der 700. ak Ausgabe: https://www.akweb.de/gesellschaft/700ste-ausgabe-von-analyse-und-kritik-die-schubladen-der-alten-tante/

Über den Kommunistischen Bund und den Arbeiterkampf: Es war einmal ein Zentralorgan

50 Jahre ak: Was machen wir hier eigentlich?

Mehrere Generationen von ak über die Zeitung: https://www.akweb.de/ausgaben/677/arbeiterkampf-kommunistischer-bund-analyse-kritik-dabeigewesen-sein-ist-alles/

Zur Lesben- und Schwulenorganisation im KB: https://www.akweb.de/gesellschaft/lesben-und-schwule-im-kommunistischen-bund/

Doktorarbeit über den Arbeiterkampf und ak: Geschichten vom Trüffelschwein

Transkript anzeigen

00:00:01: Die Welt ist im Umbruch.

00:00:02: Die Rechte greift nach der Macht, Deutschland rüstet auf und will wieder zu einer kriegsfähigen Imperialmacht werden.

00:00:08: Sozialabbau- und Klimakrise verschärfen sich – die Räume für das Kurse werden auch in bürgerlichen Lager enger!

00:00:14: Die Linke bräuchte Organisierung, Orientierung und an einigen Stellen noch Kooperationen aber sie streitet oft so dass daraus wenig entsteht.

00:00:24: AK behauptet Streit ist nicht das Problem sondern schlechter Streit.

00:00:40: der Podcast für linke Debatte und Praxis.

00:00:47: Mein Name ist Gina, ich spreche heute mit Johannes Tessfeier aus der AK-Redaktion über die Geschichte dieser Zeitung, über die Debatten, die in ihr geführt wurden und ja auch darüber dass es für Linke gegen Öffentlichkeit eure Abus braucht.

00:01:01: Johannes schön, dass du da bist!

00:01:04: Woher kommt AK denn historisch?

00:01:06: Hallo, AK entsteht Zeitung des kommunistischen Bundes, einer K-Gruppe die sich in dem Jahr in Hamburg gründet.

00:01:20: Die aus dem Studentenmilieu kommt aber auch aus der Lehrlingsbewegung und für einige Jahre so der dominante radikale politische Akteur in Hamburg ist.

00:01:30: die Gruppert zeitweise über zweieinhalb Tausend Mitglieder und der Arbeiterkampf wie die Zeitung damals noch hieß deren Publikationsorgan war für organisationsinterne Debatten genutzt wurde, anders als mit diesen anderen K-Gruppen die im Nachklapp von year'n sechzig entstehen und hatte sogar Ende der siebziger bis zu einer Auflage von dreißigtausend.

00:01:58: Und daraus mit dem Zerfall dieser Strömungen der radikalen Linken entsteht AK, Analyse und Kritik wie sie heute heißt.

00:02:08: Im Zuge der Wiedervereinigung spaltet oder löst sich der KB dann auf Und der AK ist halt nicht mehr das Blatt einer K-Gruppe, sondern wird von ehemaligen Kabyaktivisten weiter betrieben als linke Zeitung.

00:02:26: Die dann Analyse und Kritik heißt.

00:02:28: Genau!

00:02:29: Und versucht eine neuere soziale Bewegung was auch schon der Arbeiterkampf immer versucht hat anzudocken und deren Debatten abzubilden eine linke Zeitung zu machen jetzt eben nicht mehr Mit Organisation, sondern ohne.

00:02:45: Was der Arbeiterkampf war, haben wir auch den ehemaligen Dach-Arbeiterkampf und später AK-Redakteur Jens Renner gefragt?

00:02:52: Ja die Anfangsjahre des Arbeiterkämpfs habe ich als Leser verfolgt.

00:02:57: Mein erster Artikel habe ich in neunzehntsechsten siebzig geschrieben auf der Hochschulseite Und dann hab' ich schon angefangen die Zeitung zu verkaufen.

00:03:06: Das war natürlich klar Zentralorgan des kommunistischen

00:03:09: Bundes.

00:03:12: Außerdem haben wir unsere Genossen Renate gefragt, wie damals die Zeitung gemacht wurde.

00:03:17: Renate ist auch heute immer noch dabei und layoutet AK.

00:03:21: Man muss sich vorstellen das es damals noch keine Technik gab wo man irgendwelche wie heute wo man Texte irgendwie großartig speichern konnte.

00:03:33: also

00:03:34: ich

00:03:34: habe die Zeitungen in den Anfang der Siebziger dadurch kennengelernt dass der KB hatte einen Satzbetrieb, wie sich das damals nannte.

00:03:45: Also eine Firma zur Herstellung von Druckvorlagen in der unter anderem auch die Zeitung irgendwie erstellt wurde.

00:03:53: und Die erste Technik, die ich kennengelernt habe waren sogenannte Kugelkopfkomposer.

00:04:01: wenn man sich das vorstellen könnte, müsste man mal googeln was eine Kugelkopf-Schreibmaschine ist.

00:04:07: Weil das ist das einzige was man da heute noch drüber findet.

00:04:11: Das war eine Schreibmaschine wo die Buchstaben

00:04:15: auf

00:04:16: einem Kuglkopf aus Metall irgendwie in der Mitte angebracht waren, der also rotierte und die Buchstarben damit aufs Papier brachte.

00:04:26: Und dieser Composer war ein ähnliches Gerät was also eine kleine Menge Text speichern konnte und in der Lage war diesen Text, nachdem der Speicher halbwegs voll war auf Blocksatz ein Text also oft diese in dieser Form auswerfen konnte.

00:04:48: Und dafür also die Speichermenge entsprach ungefähr einer Zeitungsspalte.

00:04:56: dieses Gerät konnte sich auch nur die den Speicher merken, nach dem Tippen musste man auf Ausdrucken stellen und einen Papierstreifen hatten.

00:05:09: Da waren vorbereitet, auf denen dieser Spalten aufgedruckt wurden.

00:05:17: Danach wurde der Speicher wieder mit dem Folgetext des Artikels überschrieben.

00:05:25: Und in meiner Erinnerung, weil die Teile offensichtlich auch teuer gewesen sind.

00:05:31: Kann ich mich nicht erinnern das mehr als vier von den Dingern irgendwie zur Verfügung standen?

00:05:37: Was bedeutet das für die Zeitungsproduktion?

00:05:40: eine große Anzahl der zahlreichen KB-Mitglieder sich in sogenannten Tippschichten dort versammelte und sich ablöste und nach und nach diese ziemlich vielen Zeitungsartikel irgendwie in diese Maschinen tippte.

00:05:56: Also was also?

00:05:57: auch teilweise über Nachtschichten, weil die meisten natürlich auch Gabartite haben

00:06:01: und so.

00:06:03: Und diese Papierstreifen, die überschriften wurden anders auf einen anderen

00:06:09: Medium

00:06:09: ausgeworfen und mit einer bestimmten Reprotechnik vergrößert.

00:06:15: Dann gab es eine Reihe von selbstgezimmerten Lichttischen, daraus bestanden, dass man also so schräg gestellte

00:06:26: Tische rein

00:06:27: erstellt hatte wo im unteren

00:06:30: Bereich

00:06:31: Leuchtstoffröhren angebracht

00:06:33: waren

00:06:33: und oben eine Glasplatte.

00:06:36: Das den Sinn hatte das man diese Texte auf vorgedruckten Leautbügen aufkleben konnte.

00:06:44: Also die Leaut-Bügen

00:06:46: waren

00:06:46: vorgedrückt Größe der Zeitungseite und die entsprechenden Spalten für die Texte, also vorgedruckte Waren.

00:06:57: Und die Lichttische dient dazu dass man durch die Papierstrafen die bedruckten diesen Leautdruck noch erkennen konnte.

00:07:05: was dann?

00:07:07: im

00:07:08: ersten Phase dieses Leautes wurde ein spezieller Kleber benutzt.

00:07:12: er hieß Fickso Gum und hatte die Eigenschaft, wenn er getrocknet war, dass man ihn also wieder abziehen konnte.

00:07:20: Das Papier von diesen Layout-Bürgen, die auch so eine bestimmte beschichtete Oberfläche hatten, wieder abziehend konnte, falls man sich verzielt und verklebt hatte weil man musste leider irgendwie bevor man anfing ein Artikel zu kleben sorgfältig mit einem vorgezeichneten Folienmessern, also Foliewahlen die Anzahl von der Zeilen mit so kleinen Strichen irgendwie aufgezeichnet und man musste also das Material vorher ausmessen genau zählen.

00:07:54: Dass dieser Artikel meint wegen eighthundertfünfzig Zeilen hat und dann

00:07:59: musste man dass

00:08:00: durch die Anzeil der Spalten dividieren und denn ausrechnen wie hoch man die einzelnen Spalten nebeneinander auf den Bogen aufkleben konnte mal altere AK-Ausgaben sich anguckt.

00:08:13: Also hat das Ganze zur Folge, dass ganz viele... also nicht wie heute es relativ glatte Zeitungsseiten gibt wo in der Regel ein Artikel auf einer Seite ist oder vielleicht zwei Artikele auf einer seite sondern dass da ganz viele Reste von einem Artikel die Folges Seiten umlaufen und dann immer so kurz Fortsetzungsdinger sind, also dass die Zeitungen im Vergleich zu heute relativ unaufgeräumt und unübersichtlich irgendwie

00:08:42: war.

00:08:43: Ein bisschen später so Anfang, also Mitte der siebziger Jahre begann irgendwie der Einsatz von Speichermedien in Form von Bisketten.

00:08:56: Die fingen an mit den sogenannten acht Zoll-Disketten.

00:09:01: Die haben die Größe einer Singleschreibplatte, wurden auch Floppy genannt und die hatten aber auch eine sehr begrenzte Speicherkapazität.

00:09:11: also man brauchte für eine Zeitungseite immer noch mehrere von diesen Dingern Aber es hatte zumindestens die Möglichkeit über die Produktion einer einzelnen Zeitungsausgabe Auch noch für mehrere Wochen oder Monate gespeicherten Text irgendwie zu archivieren und zu behalten.

00:09:32: Also jedenfalls bei Artikeln, die also von denen man annahm dass sie einen bleibenden Wert haben oder es man sich später noch mal brauchen könnte.

00:09:41: ansonsten wurde eigentlich alles vernichtet und die Speichermedien haben sich dann im Zuge der Zeit einfach immer weiter verbessert.

00:09:53: Es kam dann also die nächste Flobby war ein Viertelzoll-Begroß, die konnte denn schon mehr speichern und im Laufe der Entwicklung quasi irgendwann soweit dass wir jahre, achtundachtzig so die ersten ganze Textausgabe auf einer solchen Flobi archivieren konnten.

00:10:14: und seitdem sind diese Texte auch zumindest in Weitesgehend teilweise noch Fehler behaftet, aber sind weitgehend zur Verfügung gestellt worden.

00:10:26: Wir haben wir später in den Archiv-CD-Roms irgendwie auch zum Verkauf gestellt was wir.

00:10:34: im

00:10:35: Zuge der Weiterentwicklung der Technik wurde das irgendwann aufgegeben weil irgendwie kaum noch jemand mit einer CD-Rom also wie sie genannt wurde irgendwie arbeitet oder da was sucht.

00:10:50: Zutage schmeißt man halt also irgendeine Suchmaschine an und das war es dann.

00:10:55: Weitere Hintergrund, was vielleicht anecdotisch ist... Also dass damals irgendwie auch eben keine Möglichkeit einer elektronischen Datenübertragung vorhanden war.

00:11:07: Es wurden schlicht unergreifend von Genossen die

00:11:10: in München Frankfurt

00:11:11: oder sonstwo saßen und einen Text in ihre Schreibmaschine tippten haben sie schlicht und ergreifend in die Post getan, um an darauf hoffen konnte dass sie rechtzeitig ankommt.

00:11:22: In besonders eiligen Fällen wurden abenteuerliche Wiege eingeschlagen

00:11:26: das

00:11:27: am Bahnhof

00:11:28: eine Person gesucht wurde der man eine Tüte mit einem Artikel mitgeben konnte bzw teilweise wir wurden sie sogar in einem bestimmten Abteil irgendwie abgelegt irgendwo dann hier in Hamburg Irgendjemand zum Bahnhof rannte und dort irgendwie versuchte, diese Tüte mit dem Text zu ergattern.

00:11:48: Was also in den meisten Fällen wohl auch funktioniert hat.

00:11:52: Ähnlich abenteuerlich lief das eigentlich auch, dass wir zwar auch nach wie vor die Abonnenten per ihre Zeitung, per Post kriegten.

00:12:04: Die wurden natürlich ... Die Zeitung wurde von der Druckerei dann in Hamburg angeliefert aber Es wurde damals ja auch der größte Teil der Zeitung tatsächlich per Hand und auf der Straße verkauft.

00:12:21: Menschen in den anderen Orten, da wurden dann irgendwelche Verabredungen.

00:12:25: Dass jemand in Frankfurt losfuhr und auf halber Strecke von Hamburg sich mit irgendjemandem der die Zeitungsstapel für Frankfurt im Kofferraum hatte, auf einem Parkplatz zu treffen um dort irgendwie die Zeitungsstapel auszutauschen weil wir natürlich kein umfassendes Versandsystem hatten.

00:12:44: Genlich problematisch war auch also überhaupt eine

00:12:48: Zeitungsdruckerei

00:12:49: aufzutreiben, die irgendwie nicht im Springer Verlach gehörte.

00:12:52: Das war dann auch ... Aber wir hatten da auch lang jahrer eine treue Firma.

00:12:58: So das waren so die Typen der damaligen Produktionen.

00:13:04: Du bist ja eben schon ein bisschen drauf eingegangen.

00:13:06: ich würde trotzdem gerne noch mal fragen was sich denn noch geändert hat als aus dem Arbeiterkampf Analyse und Kritik wurde?

00:13:13: Genau zum einen Blatt ist ja bis heute debattenfreudig oder wir versuchen das zumindest als Debattenblatt beizubehalten.

00:13:24: Der entscheidendste Punkt war, dass es eben nicht mehr das Blatt einer Organisation war sondern quasi ein Strömungsübergreifendes Linksblatt sein sollte was mit der Umbenennung auch stattgefunden ist, dass die sogenannte anti-deutsche Strömung die damals in Deutschland entstanden Auch vor allem innerhalb des KB-Entstattens, also die ersten Wortführer dieser Form von Linkerströmung oder Kritik waren hier politisch zu Hause und gingen dann.

00:13:54: Aber das heißt man hatte sich schon auch damals mit dieser Spaltung entschieden eine bestimmte Debatte jetzt in anderen Zeitungen würde ich sagen stattfindet nicht mehr im Blatt zu haben.

00:14:06: Die fanden später jetzt auch sehr in der Jungle World oder haben damals schon für die konkret geschrieben.

00:14:12: Also zum einen eine Abgrenzung auch zu einer bestimmten Strömung, die damals groß geworden ist.

00:14:17: Aber vielleicht auch ein bisschen unabhängiger in der Debatte weil man mit anderen Gruppen oder Positionen im Blatt stattfinden konnte, die nicht KB-Positionen waren.

00:14:29: Vorher war das eher... Auch weil der KB so groß ist vor allem eine Strömungsdebatte innerhalb der Organisation.

00:14:36: Ab dann hat man versucht als Redaktion die Fühler auszustrecken.

00:14:40: was sind gerade relevante politische Strömungen?

00:14:43: spannende Kämpfe, spannende Themen.

00:14:46: Das heißt nicht, dass der KB nicht schon vorher viel auch in Politikbereichen aktiver die für K-Gruppen mehr untypisch waren also Frauenbewegung, Schwurrenlesbenbewegungen aber auch ein relevanter Teil der norddeutschen Anti-AKW Bewegung, der sonst eher von Bürgerinstattiven und Autonomen gespielt

00:15:02: wurde.

00:15:04: Jetzt wurde es schon erwähnt.

00:15:05: wir haben trotzdem noch mal nachgefragt was die Jahre Nineteunund Achtzig und Neunzehnneinzig für die radikale Linke bedeutet haben.

00:15:12: Erstmal muss man sagen, dass für die gesamte westdeutsche Linke in den Ereignissen der DDR ziemlich überraschend kam.

00:15:19: Da war keiner darauf vorbereitet und entsprechend groß war die Verwirrung und Unklarheit.

00:15:26: dann also eine sehr heftige Spaltung innerhalb der AK-Redaktion aber auch der Linken insgesamt in Westdeutschland.

00:15:34: grob gesagt auf der einen Seite die Anti-Deutschen, die das vierte Reich beschoren haben und den dritten Griff nach der Welt macht.

00:15:45: Nach der Wiedervereinigung auf der anderen Seite eine defensive Position, die ich auch vertreten habe, die dann lautet DDR muss bleiben also nicht in der Art und Weise wie es sie gab aber als reformierten Sozialismus ist zwar natürlich beides unrealistisch.

00:16:05: Im KB und dann irgendwie noch in dieser Übergangsphase wurden, wenn man sich alte Ausgaben anguckt ist schon auch sehr scharf geführt wie man mit der Wiedervereinigung umgeht.

00:16:14: Also es gibt ja diese antideutsche Selbsterzählung dass das die Wiederveinigung war und die Jahre der rassistischen Programme.

00:16:20: aber die Debatte um die deutsche Wiedervereinigungen und Antideutschepositionen geht ja vor den Programmen eigentlich los als mit dem Fall der Mauer und der dann stattfinden staatspolitische und gesellschaftlichen Debatte Wie der Kollege Jens Renner auch gerade angedeutet hat.

00:16:38: Gleichzeitig gab es immer das Problem, weil... Das hatte sich angekündigt wie in einem widerfeindlichen Deutschland wo Politik sehr rechts- und rassistisch debattiert wurde, was vorher schon zum Teil so war.

00:16:53: Wer überhaupt Teil von politischen Bewegungen sein könnte?

00:16:56: Und in der Restlinke war's ja auch so dass es dann viele alte K-Gruppler dann zum Realoflüge der Grünen gewechselt sind und gleichzeitig das achtzige autonome Milieu eher im Antifaschismuspolitik gemacht hat, also quasi einen Teilbereichskampf als stellvertreter für eine sonstige radikale Politik auch benutzt hat.

00:17:15: Und es offen auch so debattiert hat.

00:17:18: Genau!

00:17:18: Die Linke wurde kleiner, dieser Schock... der Mauerfall als das Ende des Ostblocks, den Webbrechen der Sowjetunion.

00:17:25: Egal ob man es verfreundet oder feint dieses Konzept von Sozialismus ist.

00:17:29: aber dass es überhaupt einen globalen Gegenpol zum kapitalistischen Entwicklungssystem gab war für viele Linko nun ein MLer- oder selbstveranarchisten Schock überhaupt auf der Grundlage Politik zu machen dass der Kapitalismus quasi siegt In der Zeit, Akate auch keine große Auflage in der Zeit nach der Umbenennung.

00:17:51: Weil man quasi in einer schrumpfenden Linken, in einer gesellschaftlich defensiven Position debattiert hat und Politik gemacht

00:17:57: hat.

00:17:59: Was würdest du denn sagen?

00:18:01: Welche Gewissheiten brachen weg und welche Debatten mussten neu geführt werden?

00:18:06: Ein Stück weit glaube ich was ich vorhin gesagt habe mit dem Anleutungen Wer gewinnt in der Geschichte eigentlich, der Kommunismus oder der Kapitalismus?

00:18:15: Gleichzeitig glaube ich aber auch mit der veränderten globalen Lage und dem neuen deutschen Selbstwusstsein.

00:18:22: Worunter ich nicht nur die rassistischen Brume sondern auch so eine gewisse Form der selbstbewussten Bundespolitik ansehen würde quasi als linke Minderheit Politik zu machen während man noch in den Siebzigern und Achtzigern als quasi neue Linke Eine große Minderheit gesellschaftlich war, die jetzt aber im Wegbrechen war.

00:18:43: Dass man irgendwie relativ alleine debattierte Teile der Grünen reihenweise K-Kruppler waren und eine Regierungbeteiligung schon vorbereitet haben.

00:18:53: also genau

00:18:55: Jetzt meintest du ja eben schon AK hat in der Zeit eine relativ kleine Auflage.

00:19:00: was würdest du sagen?

00:19:01: welche Rolle hat AK trotzdem in dieser zeit gespielt?

00:19:05: Ich würde sagen damals gab es Irgendwie war es heute noch viel mehr linke Publikationen, in denen man debattieren konnte und sich unterschiedliche Strömungen abbilden konnten.

00:19:15: Aber vielleicht konnte eine bestimmte Idee von Politik, die ja sich auch in linken Zeitungen abbilden kann hier über Wintern also eine bestimmten Art von unorthodoxem Blick auf neu auftretende Bewegung eine bestimmtidee links bis links radikal zu schreiben, aber nicht total orthodox mit Begriffen und Organisationen umzugehen.

00:19:42: Das glaube ich auch wenn es zwischenzeitlich ein sehr kleines Projekt war gegen das heute oder vor allem im Vergleich zu den sehr roten siebziger Jahren.

00:19:53: Daraus zeigt sich ja, wenn alte Sicherheiten verschwinden gibt's zwei Möglichkeiten man baut auf alte Gewissheiten oder Mannschaftorte, an denen gestritten manches erhalten und auch Neues hinzugefügt werden kann.

00:20:06: Welche linken Strömungen kamen früher in der K-Zusammen?

00:20:09: Und wie ist es heute?

00:20:12: Früher was ich von schon gesagt hatte war das Blatt einer der größten K-Gruppen der Bundesrepublik und Debatte war vor allem Organisationsinterne-Debatte die über öffentlich geführt wurde.

00:20:23: Der KB selber war ja ein relativ vielen Bewegung.

00:20:26: aktiv hat er aber sagen wir mal eine exponierte Stellung in Hamburg.

00:20:31: In Bündnissen wurde ihm nicht zu gefährlich oft Machtpolitik vorgeworfen, weil er gegenüber anderen Strömungen ging, ob die Autonomenwahn den Achtzigern oder Bürgerinitiativen durchaus dominant auftreten konnte und das auch gern getan hat.

00:20:45: Aber genau es war immer noch ne K-Gruppe, die aber ja speziell als die Anderen schon früh bei den Grünen interveniert hat, bei der Gründung vor dieser endgültigen Auflösung und Spaltung schon mal Ende der siebzigerne Spaltung von einem Teil, der später zum Teil sogar zur antideutschen Strömung gehört hat.

00:21:01: Die die Grünen mit aufbauen wollten was auch einige von ihnen gemacht haben, was zu einer ersten Spaltung in den Neun-Siebzig geführt hat als die Grüne noch als Sammlungsbewegung von so alternativen Bewegungen fungiert hat.

00:21:17: Und heute sind wir, glaube ich noch ein bisschen pluraler aufgestellt.

00:21:23: Die Idee ist schon dass alle Bewegungen Gruppen oder auch Parteien die mit einer gewissen Offenheit in soziale Kämpfe gehen versuchen neue Themen auszuloten bei uns Platz finden können das über sie berichtet wird, dass wir sie interviewn und wir versuchen auch immer neuere Strömungen abzubilden also zum Beispiel nach dem Mord an George Floyd, dass wir die neue antirassistische Welle dies in Deutschland gab abbilden.

00:21:54: Dass wir natürlich die Strömung der sehr groß gewordenen feministischen Szene abbildet und das auch immer versuchen international abzugleichen.

00:22:03: also ob es ähnliche Bewegungen woanders gibt, ob es neue Bewegungen gibt dies in deutschland auch gar nicht gehabt die Teil von sozialen Auseinandersetzungen Krisenprotesten und uns sind genau

00:22:15: Mega spannend, jetzt hatten wir auch schon oft das Stichwort Streit.

00:22:19: Was waren und sind denn typische Konfliktlinien sowohl in der Zeitung aber auch in der Redaktion?

00:22:25: Ich glaube manchmal hätten wir es gerne produktiver, aber zu den klassischen linken Themen haben wir Debatten organisiert und da gibt's dann oft die üblichen Lagerbildungen, die wir trotzdem abbilden weil wir hoffen dass es was Produktives wendet.

00:22:43: Wir hatten eine größere Debatte zum Ukraine-Krieg, der bis heute ein extrem umkämpftes Feld in der linken Publizistik aber auch an der Positionierung von Gruppen oder Einzelpersonen ist.

00:22:57: Gleichzeitig haben wir in einer Redaktion wahrscheinlich im Vergleich zu anderen linken Zeitungen insoweit wenig kontroversen weil es einen sehr starken Minimalkonsens gibt das andere Position ausgehalten werden.

00:23:11: nicht dass es quetscht und man denkt Man treibt die nächste Spaltung voran, weil man mit dem Gegenüber nicht mehr sich auf einen gemeinsamen Nenner einigen kann.

00:23:19: Aber es soll schon ausgehalten werden, dass in dem Blatt widerstreitende Position stattfinden und auch stattfinden dürfen.

00:23:27: Aber genauso wir hatten auch Debatten während der Pandemie wie man mit der deutschen Covid-Politik umgeht wo wir auch zum Teil eine Debatte zu organisiert haben mit externen Autoren, wo wir intern kontrovers gestritten haben nicht im Sinne von der Leugnung des Virus, sondern wie die Staatspolitik einzuordnen ist.

00:23:50: Was würdest du denn sagen?

00:23:51: Warum ist es insbesondere politisch wichtig dass unterschiedliche Strömungen überhaupt noch miteinander sprechen?

00:23:58: Weil ich glaube das die Weihigung und Setzung in linke Debatten zu gehen schon Das Grundproblem ist weil fast alle ja irgendwie Die Idee davon haben Teil einer Massenbewegung zu sein um gesellschaftlich was zu verändern.

00:24:13: Und wenn jedes Kleingruppe und jede Kleinpartei ein Masterplan hat, wie das umgesetzt werden kann und deshalb mit dem Rest nicht mehr spricht macht es an sich schon keinen Sinn.

00:24:23: Die Idee ist ja politisch im linken Lager vor allem außerparlamentarisch gegen Wehr oder mehr zu organisieren und eben nicht den Erhalte eigenes Organisation über alles zu stellen oder einer bestimmten Linie die mal debattiert oder vorgegeben wurde.

00:24:42: Es hilft natürlich auch immer Das klingt jetzt so pädagogisch, aber voneinander zu lernen insoweit dass unterschiedliche Gruppen oder Bewegungen Erfahrungen machen.

00:24:53: Sowohl weil sie aus anderen Ländern kommen, sowohl weil Sie andere Ansätze haben und man durchaus daraus lernen kann was funktioniert, was gut ist, was vielleicht an die Gegemeiten vor Ort scheitert oder an der Art wie man politisch aktiv wird oder welche Analysenrahmen man darüber legt.

00:25:12: Welche Debatten haben AK denn besonders geprägt?

00:25:16: Ich würde sagen, dass AK wieder auf wahrnehmbare, auf der Bühne linker Zeitungen gelandet ist.

00:25:24: Es war die Antiklobilisierungsbewegung wo dann dieses alte Milieu was aus den K-Gruppen kamen aus dieser alten neuen Linken quasi die erste Bewegung begleitet hat nach dem Ende der Systemkontaktion.

00:25:40: Seit ich damals noch nicht Redakteur war weiß ich nicht wie intern debattiert wurde aber für AK war es relativ wichtig das zu begleiten, die Bewegungen auch sprechen zu lassen darüber zu berichten.

00:25:49: Da hat AKV gemacht und da war ja auch eine Zeit dann als sich dann immer in die IEL gegründet hat dass in dem Vorgängerprozess die Redaktion Teil dieser Debatte war aber schlussendliche Erzeitung da nicht Teil des Bündnisses geworden ist.

00:26:04: Aber genau genau dieser Teil der Postautonomen politikte ich auch ein Stück weit so ein bisschen eine Sammlungsbewegung aus den Postautonomen bei älteren Linken.

00:26:14: Da hat von Teil zu sein, hat AK ein Stück weit auch zu dem gemacht was die Zeitung heute ist.

00:26:19: Die Geschichte hat also AK zudem gemacht, was es heute ist?

00:26:23: Logisch!

00:26:24: Gegründet in den ersten Jahren als Arbeiterkampf war damals noch der AK Sprachrohr und internes Debattenblatt des kommunistischen Bundes.

00:26:32: Der hat sich zweimal gespalten – einmal als ein Teil in die Grünen gegangen ist dann erneut am Ende des sowjetischen Realsozialismus.

00:26:41: In der Zeit wurde dann aus dem Arbeiterkampf Analyse und Kritik, nachdem einige von der Minderheit und der Mehrheit den Dach aka herausgegeben haben.

00:26:50: Anschließend erfand sich die Zeitung als die Buttonblatt neu – jetzt wurden die Debörter außerhalb einer Organisation geführt.

00:26:56: Immer noch der Sache verpflichtet aber nicht mehr so orthodox wie früher!

00:27:01: Anknüpfend an die Tradition vom KB ist auch Analyso- und Kritiek nahe in den sozialen Bewegungen.

00:27:05: Wenn ihr mehr zum kommunistischen Bund erfahren wollt Artikel und sogar eine Doktorarbeit über AK findet ihr in den Show Notes verlinkt.

00:27:14: Aber jetzt wollen wir einem auf die Gegenwart gucken, wer findet statt und schreibt für die Zeitung?

00:27:19: Wieso sollte und kann man eigentlich einen AK besser

00:27:21: streiten?".

00:27:22: Als erstes habe ich mal in die Redaktion gefragt was macht AK als Projekt besonders?

00:27:30: Okay also da hab' ich

00:27:31: Punkt A

00:27:31: und Punkt B. A dass man in den Innenräumen der Redaktionen noch rauchen kann Und B freue ich mich immer, wenn bei uns Autorinnen publizieren die jetzt vielleicht nicht so großen Zugang haben zu linken Debatten bisher.

00:27:46: Also in dem Sinne dass sie...

00:27:49: Dass ihnen nicht alle Türen

00:27:50: offen stehen an diesen Debatten auch öffentlich teilzunehmen und denen, die aber was zu sagen

00:27:56: haben

00:27:56: und den

00:27:59: ihr

00:28:00: Text sehr wichtig ist, der am Herzen liegt und man dann so merkt So im Laufe des Betreuungsprozesses, also Religat und so Kommunikation mit

00:28:12: dem Autoren.

00:28:12: Und am Ende sind alle zufrieden und die sind stolz, dass sie publizieren konnten und freuen sich darüber in die Debatte eingreifen.

00:28:19: So kann das mal sehr

00:28:19: schön.

00:28:24: Also als politisches Brettlin-Debattenraum würde ich schon sagen, dass AK momentan eine recht einzigartige Stellung hat, weil eine recht so zerfaserte, zersplitterte radikale Linke eigentlich in AK vielleicht noch am ehesten so einen kommenden Ground findet.

00:28:41: Wo man sich auch mit Positionen austauscht, mit dem man sonst nicht so einverstanden ist oder vielleicht auch akzeptiert Sachen zu lesen, mit denen man nicht so Einverstanden isst weil man ja ... Weil's eben doch recht viele vielleicht als ihr Forum begreifen.

00:28:56: oder jedenfalls bild ich mir das immer ein und hoffe dass Ich glaube, dass man so Türen zwischen verschiedenen Spektren offen hält.

00:29:07: Das finde ich aktuell eine extrem wichtige Funktion, falls uns das gelingt und ich glaube es gibt auch nicht so viel.

00:29:15: Genau, das finde ich wichtig an der KW.

00:29:17: Ich glaube auch diese Zerfaserung und Zersplitterung daran liegt, dass ist echt sehr viel Unsicherheit Schwere Orientierung oder die linke vielleicht in der Orientierungsphase steckt.

00:29:34: Und das umso nötiger ist, dass man sozusagen nicht gleich das Gespräch abricht weil einem eine Position des anderen Teils der linken Familie nicht passt sondern dass man versucht zu immer zu schauen wo noch auch der Common Ground ist und auf darauf der Grundlage dann Differenzen aufträgt scharf streitet und so vielleicht gibt es ja dann auch den Punkt, erreicht man denn ja auch den punkt dass man nichts mehr miteinander zu tun haben will.

00:30:01: aber ich glaube das ist extrem wichtig ist also gerade in dieser rechten Dominanz und wo linke von allen seiten bedrängt sind.

00:30:11: Ja, dass man so den Zusammenhalt dabei irgendwie nicht vergisst und weiß sozusagen auf welcher Grundlage man sich streitet nämlich oft dass man gemeinsam sich als Linke versteht

00:30:24: dass so viele verschiedene Themen hier Platz finden.

00:30:27: Also wir hatten hier schon Themen wie Mathe-Maxismus, Weltraumkommunismus oder sogar ein Themenschwerpunkt zu Hölle also sogar für die nie schicksten Interessen für verschiedenste Bubbles, für alle Arten von Nerds ist irgendwie was dabei.

00:30:41: und trotzdem ist nichts davon irgendwie so random im Blatt platziert sondern Wir schauen halt aus einer linken Perspektive drauf und wir bringen Themen aus dem Alltag, aus Politik und Kultur eben mit unseren anderen mit Klassenanalyse, mit Feminismus und Bewegung zusammen.

00:30:59: Ich habe das Gefühl sowohl redaktionsentern als auch für die Leute, die sonst so für uns schreiben, dass alle implizit das Angebot annehmen, Texte zu berichten also journalistische Stücke oder Debattenbeiträge zu schreiben, weil sie einen Gebrauchswert haben sollen.

00:31:20: Nicht einfach, dass der Text sich selber genügt sondern weil damit politisch was gewollt ist.

00:31:25: Jetzt hattest du ja schon erwähnt, wer und was alles so zwischendurch auch in AK schreibt.

00:31:30: Kannst du einmal noch mal genauer darauf eingehen, was die Rahmenbedingungen für Diskussionen in AK sind?

00:31:36: Ich glaube es ist immer ein bestimmter Spagat bei uns zwischen.

00:31:41: wir wollen eine linke Diskussion führen, die bestimmte Halterlinien hat also wir propagieren kein Querfrontkonzept oder desortieren wie die Liberalen ins autoriterrassistische Lager oder so.

00:31:57: Gleichzeitig soll es aber auf so einer bestimmten Legenfolie sehr offen sein, also dass man von Anarchisten bis Klügeln, Reformisten alles bei uns lesen kann ist schon Absicht.

00:32:07: und es darf auch ärgern das Leute beim Lesen sich nicht beim Kaffee freuen Ort toll sondern Leute vielleicht noch ein bisschen wütend rausgehen.

00:32:17: aber vielleicht ist ja auch ganz produktiv um zu überdenken, ob die eigene Position noch stimmt.

00:32:21: Ob man wieder mal aktiv wird... Genau!

00:32:26: Was unterscheidet für dich dann produktiven Streit von destruktivem Lagerkampf?

00:32:32: Vielleicht so ein bisschen das was ich vorhin schon gesagt hatte.

00:32:35: quasi Produktiver Streit ist es ein bisschen zu überprüfen, ob das eigene Argument oder das eigene Konzept funktioniert indem man sich quasi offen ins Wortgefecht begibt irgendwie so und destruktives Lager denken da Das, glaube ich zum Teil merkt man sowas recht schnell.

00:32:52: Wenn es viel um den Selbsterhalt von Organisationen oder Personen in der Organisation geht.

00:33:00: Genau, um die Verteidigung von Labels.

00:33:04: Die die Sache nicht voran bringt sondern Personen und Organisationen.

00:33:08: das würde ich sagen.

00:33:11: So wenn wir jetzt auf diese ganze Geschichte einmal drauf schauen Warum braucht das AK heute noch?

00:33:19: Ich glaube einmal weil Genau, es ist ein Forum für Debatte.

00:33:23: Also nicht wie einen Online-Forum oder Social Media wo jeder seine zwei Punkte macht und dann wieder geht sondern man ernsthaft miteinander debattieren kann.

00:33:38: Und weil wir Teil der Linken gegen Öffentlichkeit sind.

00:33:41: Das heißt Wir berichten über Themen die man woanders nicht lesen kann Wie Berichten über Teile der Welt und deren Politik die man auch nicht überall lesen kann und wir besprechen mit Leuten, die sonst von der Presse nicht

00:33:53: gefragt werden.

00:33:56: Jetzt ist das Stichwort gefallen.

00:33:57: – linke Gegenöffentlichkeit.

00:33:59: Das Konzept gibt es schon lange vom Münzenberg Medienunternehmen der Neunzehntundzwanziger- und Dreißiger über die K-Gruppen- und Autonomenzeitungen bis heute wo Influencer in mehr Reichweite haben als so manches linkes Blatt.

00:34:11: Ich habe die Redaktion gefragt was kann und muss linke Gegendöffentlichheit heute leisten?

00:34:17: Ja, ich glaub es gibt ja unterschiedliche Arten von Gegenöffentlichkeit.

00:34:21: Also klassisch die Gegeninformationen oder die so nach an eine größeres Publikum gerichtete Linke Medienarbeit muss glaube ich vor allem herrschende Erzählungen oder Dinge, die selbstverständlich scheinen in Frage zu stellen oder sozusagen andere Perspektive auf Ereignisse anzubieten also dadurch dass sie So ein Gefühl von Ohnmacht oder Verzweiflung, Vereinzelung halt überfindet.

00:34:52: Also in dem sie leutende Stimme gibt die was machen oder der Wut sozusagen eine Stimme gibts aber nicht auf so ne falsch gerichtete Wut sondern zeigt dass es gute Gründe für Hass gegen die da oben einen Anführungszeichen gibt und das man sich dagegen auch organisieren kann oder was machen kann.

00:35:12: also sie muss irgendwie ermutigen Insulation und Ohnmacht durchbrechen.

00:35:16: Und das, was wir machen ist ja aber gar nicht diese Art von Gegenöffentlichkeit.

00:35:19: Wir machen eine, die sich an Linke richtet oder an Leute, die schon links verstehen.

00:35:26: Deswegen bin ich auch nach wie vor von AK überzeugt, muss sie helfen, dass man sich über die Welt, in der wir jetzt leben oder die sich die Welt verändert hat ... dass man das halt versteht oder immer wieder neu versteht, womit wir es zu tun haben.

00:35:45: Und ja ... nicht einfach sozusagen alte Antworten an die man sich mal überlegt hat und die gut waren oder die man gut fand ewig mitschleppt sondern guckt was noch passt und wie wir die Welt jetzt besser begreifen

00:36:01: können.

00:36:03: Linke Gegenöffentlichkeit sollte nicht einfach nur herrschende Narrative infrage stellen und korrigieren, sondern wir sollten unsere eigenen Themen unserer eigenen Narrative setzen.

00:36:12: Und auch keine Schul davor haben uns zu allen möglichen Themen zu positionieren Auch wenn es vielleicht Themen sind die in linken Medien vielleicht weniger vorkommen oder wo traditionell eher weniger Wo wir so ein bisschen mehr Berührungsängste haben oder so.

00:36:28: also wir sollten genau da eigentlich nicht davor zurück schrecken dort erst recht unsere Analysen und Perspektiven aufbauen.

00:36:36: Und vor allem von uns aus etwas in Gang setzen, also nicht nur auf das zu reagieren was gerade passiert oder auf Themen zu reagien oder zu antworten die uns in gewisser Weise vom Politik- oder vom herrschenden System irgendwie vorgegeben werden sondern dass wir uns frei fühlen und selbst bestimmen worüber wir debattieren, worüber Wir informieren und schreiben

00:37:00: Ich denke Informieren in erster Linie für mich Und zwar

00:37:04: über

00:37:06: Orte, Ereignisse.

00:37:10: Die anderswo nicht vorkommen und natürlich Raum für Debatten zu eröffnen

00:37:18: die

00:37:19: in der breitenbürgerlichen Presse auch nicht stattfinden können.

00:37:22: Nicht in ihrer also scharfen aber auch manchmal populistischen Analyse beides nicht.

00:37:30: Da öffnet Gegenöffentlichkeit Räume

00:37:33: um anders

00:37:34: über die Welt nachzudenken.

00:37:36: Und das ist nach wie vor wichtig, wenn nicht sogar wichtiger als noch vor ein

00:37:39: paar Jahren.

00:37:42: Vielleicht sind linke Gegend der Öffentlichkeit auch bei bestimmten bürgerlichen Debatten, die dann total raumeinnehmen gesellschaftlich sind einen kühlen Kopf zu bewahren?

00:37:53: Zu wissen was man will auch politisch, stückweit also es nicht vorzugeben aber... Aber nicht hinter jeder Öffentlichkeitsentwicklung hinterher zu rennen.

00:38:02: Ich glaube, mit dem Rechtsruck kommt es jetzt nochmal so ein bisschen stärker zum Vorschein.

00:38:07: Dass es oft genug das Bedürfnis gibt in linken Debatten auch bürgerlichen Debatten gerecht zu werden.

00:38:15: und mit der Öffentlichkeitspolitik der AfD hat das noch mal mehr an Fahrt aufgenommen.

00:38:22: aber früher musste man an grünen Argumenten vorbei die sich schon längst Kriegspolitische Dimensionen verabschiedet haben.

00:38:31: Dann hat man lange zwischen CDU und SPD, dass man immer wieder hinterherläuft um ein Debatten die schon längst die Seite gewechselt haben auf eine Art da noch einen Stich machen wollte.

00:38:45: aber in den letzten Jahren merken das glaube ich auch immer mehr Leute als bestimmte Debatten gar nicht mehr so geführt werden können weil Wie auch immer die Fuse Linke schon als Feind erklärt wurde oder man es schon längst in Debatten ist, wo man über die Gene von Migranten spricht.

00:39:03: Oder wie doll Grenzen zugemacht werden müssen also ein Stück weit so überhaupt nicht mehr produktiv ist überhaupt in der Debatte was zu tun.

00:39:15: Okay, linke Medienöffentlichkeit sollte also eigene Erzählungen setzen ohne diese fortzugeben?

00:39:21: Die Umbrüche der Welt erklären Debatten ermöglichen und Leute zu Wort kommen lassen, die selten die Möglichkeit dazu bekommen.

00:39:29: Gleichzeitig müssen wir natürlich – wie könnte es auch anders sein bei uns Linken – über die Bedingungen sprechen unter denen AK entsteht.

00:39:36: Wie gesagt in dieser Folge soll es auch um Finanzierung gehen denn wir brauchen tausend neue Abos!

00:39:41: Auch dazu findet ihr mehr Infos in den Show Notes.

00:39:44: Aber erstmal zur Reflexion Wo kann AK besser werden?

00:39:49: In den letzten Jahren hat sich so entwickelt, dass wir sehr gerne und auch viel über internationale Themen schreiben.

00:39:57: Sowohl Themen die hier in den Medien nicht richtig stattfinden weil... ...die deutsche Brille das Land unwichtig findet oder die Art des Konflikts die da ausgetragen wird oder was da passiert Und gleichzeitig weil der Blick in andere Länder über deren politische Gruppen und Parteien für uns extrem spannend ist.

00:40:17: Was versuchen sie da?

00:40:19: Woran scheitern die, was ist erfolgreich.

00:40:22: Und wir haben da diesen berühmten Lerneffekt den alle Linken suchen vielleicht auch mal jenseits der deutschen Brille finden kann und oft genug findet ehrlich gesagt.

00:40:34: Aber innenpolitisch könnten wir glaube ich noch eine Schippe drauflegen.

00:40:36: aber wir haben gleichzeitig das Problem dass wir nur einmal im Monat erscheinen und die meisten bundespolitischen Meldungen dann schon von allen anderen erzählt wurden und wir in Deutschland auch immer davon abhängig sind, wie viel für unseren Blick auf Politik, wie aktiv die linken Bewegungen hierzulande sind.

00:41:00: Was nervt dich an der AK?

00:41:02: Haus raus jetzt ist deine Chance!

00:41:04: Das doch schon immer alles ein bisschen prekär ist dass wir so wenig verdienen und dann im Kopf oft noch bei anderen Jobs sind und das Projekt hat es verdient vielleicht nur an dieses Projekt denken und nicht noch andere Sachen.

00:41:26: Das nervt mich an ACA, die sonst sehr nett hierzu zu arbeiten oder zu schreiben.

00:41:32: Schön!

00:41:33: Die gleiche Frage haben wir auch noch ein paar anderen Leuten aus unserer Redaktion gestellt.

00:41:38: Mich nervt dass wir nicht so viel Kohle haben, nicht so viele Kapazitäten haben um das zu machen was wir eigentlich gerne machen wollen würden.

00:41:46: also da ist viel mehr Luft nach oben, und das liegt daran, dass wir uns finanziell auf Abos stützen.

00:41:52: Was ich wiederum aber auch schön finde, weil es bedeutet, Wir können unabhängigen linken Journalismus machen.

00:41:59: Auch manchmal so eine gewisse Behebigkeit, dass man eben dadurch, dass so wenig Zeit und Luft für Experimente ist, man dann eben auch in seinen Routinen verbleibt ... Ja, und was andere an HK nervt?

00:42:12: Das würde mich gerne interessieren!

00:42:14: Also würde mich sehr interessieren Wahrscheinlich einiges.

00:42:18: Ich könnte mir vorstellen, dass so Leute nervt, dass es oft nicht eine ganz klare Linie gibt oder das geht mir ja auch so.

00:42:30: Ich wünsche mir sozusagen oft bei aktuellen Fragen eine klare Position und Haltung.

00:42:38: Ja, wenn man dann so viel einerseits und andererseits hört, kann das schon nerven.

00:42:41: Aber ich glaub, dass es eigentlich ... Oder ich hofft, dass das so ist in der Karte, dass auf gute Art und Weise nervt, weil's einen vielleicht zwingend noch mal nachzudenken, ob das wirklich so hinhaut.

00:42:54: Aber ja, vielleicht nerven Leute auch ganz andere Sachen.

00:42:56: Vielleicht vernerften die ja auch, dass wir nur einmal im Monat

00:43:01: rauskommen?

00:43:01: Wer weiß!

00:43:03: Mich nervt vor allem, dass es keinen Sportteil gibt in AK und das liegt daran, dass das außer

00:43:10: eine andere Kollegin

00:43:11: und mich

00:43:12: glaube ich fast niemanden interessiert.

00:43:15: Es gibt so manche Projekte die wir noch vorhaben große wie zum Beispiel die Digitalisierung unseres wirklich großen Archivs Und das bleibt immer so ein bisschen am Wegesrand und ich glaube, dass liegt daran.

00:43:27: Dass wir immer mit knappen Ressourcen

00:43:29: arbeiten

00:43:29: und manchmal ein bisschen hinterher sind was solche Dinge angeht.

00:43:33: Ich könnte mir vorstellen, dass sich aber viele darüber freuen würden.

00:43:37: Es liegt genau wie gesagt an den knappen ressourcen und ich hoffe es ändert sich auch irgendwie

00:43:42: jetzt

00:43:44: Du hast ja eben schon gesagt ist eine Sache die dich an AK nervt Die Präkarität isst.

00:43:50: Wieso hängen denn jetzt Debatten an Abos?

00:43:52: Naja weil wir immer noch eine grundständige Zeitung machen, das heißt wir bereiten Texte auf.

00:43:59: Wir versuchen sie lesbar zu machen und wir verbreiten sie anders als wenn sich jemand auf seinem Insta-Account postet.

00:44:08: Genau da hängt auch Arbeitszeit dran.

00:44:10: Wir redigen Texten die Zeitung wird gelayouted man kann sie in Papierform kaufen auch wenn das manche noch für Veraltet halten.

00:44:18: Wir haben jetzt ein App im Internet.

00:44:21: sind wir auch irgendwann auch mal angekommen?

00:44:24: Das heißt, genau so eine Zeitung braucht journalistisches Handwerkzeug.

00:44:29: Braucht ne Vertriebslogistik und das alles muss... Es wird schlecht bezahlt aber es muss bezahlt werden und deswegen hängen wir an Abos UND!

00:44:38: Genau wir haben gegenseit zu allen anderen oder vielen anderen Zeitungen.

00:44:43: keine reichen Gönner oder wie dienen eine Meinung wo wohlhabende?

00:44:51: Ärzte und Anwälter sich ein teures Ableisten können, wie es bei vielen bürglichen Zeitungen der Fall ist.

00:44:57: Und wir haben keine sehr großen Anzeigengründen die uns Geld zuschießen und wir dann nicht kritisch über sie berichten.

00:45:05: oder wie?

00:45:05: Von Anfang an war das diesem Zartungsprojekt wichtig.

00:45:09: oder uns?

00:45:11: Jeder Generation, die diese Zeitung gemacht hat unabhängig zu bleiben?

00:45:14: weil wenn man das jetzt Heute anguckt was Kulturförderungen oder Projekte, die mal an Staatlicher Kohle hängen wie so NGOs, die auch zum Teil gute Sachen machen.

00:45:30: Die jetzt mit der Veränderung der Bundespolitik und vor allem im Kulturbereich und Medienbereich doch jetzt um ihre Existenz bangen müssen weil man darauf gewettet hat dass quasi staatliche Förderung oder Zuschüsse für immer fließen werden

00:45:49: Was ermöglichen denn dann?

00:45:51: Tausend oder tausend Fünfhundert zusätzliche Abos konkret?

00:45:55: Tausende Abos garantieren, dass wir entspannt weiterarbeiten können.

00:45:59: Wir haben jetzt auch ein paar Projekte neu wie diese App die ich schon erwähnt hatte.

00:46:03: aber in den letzten Jahren das haben ja alle dann im privaten Geldbeutel gemerkt es ist teurer geworden und das wird uns die Sicherheit geben etwas krisenfester durch die nächsten Jahre zu kommen.

00:46:17: Und bei tausendfünfhundert Abos würden wir es schaffen, eine neue Stelle zu schaffen.

00:46:22: Vor allem für den Online-Bereich der ja – obwohl wir noch gedruckt erscheinen – in immer größerer Teil unserer Arbeit ist.

00:46:30: Wir machen hier auch Texte die nur online erscheiden und versuchen mal gut, mal schlecht jenseits des monatlichen Erscheinungszyklusinformationen und Artikel zu

00:46:41: liefern.".

00:46:44: So das war jetzt ein wilder Ritt durch die Geschichte Erst vom Arbeiterkampf, dann von AK.

00:46:49: Wir haben viel über Spaltung, Debatten und Streit gesprochen – und wie all das produktiv geht!

00:46:55: Wer sich das in Persona angucken möchte, kann dies am XXIII.A.

00:46:59: ab XVI.H.

00:47:00: in Hamburg im Metropolis-Kino tun.

00:47:02: Dort diskutieren wir mit BAFTA Sabo, mit Noa von Widersätzen und Ayosha vom Radio Korax darüber, ob die Antifa-Strategien der vergangenen Jahre noch funktionieren.

00:47:12: Und falls nicht?

00:47:13: Was es stattdessen bräuchte.

00:47:15: Wir freuen uns wenn ihr vorbeikommt.

00:47:17: Bis dahin, logisch wie auch nicht nach dieser Folge nochmal der Hinweis darauf dass wir Abos brauchen um AK weiter zu finanzieren.

00:47:25: Weil wir natürlich wissen das es bei den meisten Finanziellen nicht so rosig ist haben wir ein neues Digital-Abo eingeführt.

00:47:31: Damit kannst du die gesamte Ausgabe online und in unserer neuen AK App lesen für etwas weniger Geld als beim Print Abo.

00:47:38: Bis Oktober haben wir sogar noch ein paar schicke Prämien für euch am Start!

00:47:41: Alle Infos findet ihr wie immer unter www.arkaweb.de.

00:47:46: So weit von uns und bis zum nächsten Mal.

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